Hinterfotzing

Maskeradenpflicht

Kommt ein Maskierter in die Bank

Wer schon einmal einen OP Raum von innen gesehen hat, gehört entweder zu einem Operationsteam oder ist für die Reinigung zuständig oder musste sich einer OP unterziehen. Wer letztere Erfahrung bereits gemacht hat, weiß, dass man sich einer Gruppe Maskierter gegenüber sieht, zwar nicht lange, nur bis zum Ausblasen des Lichts aber es hat durchaus Parallelen mit der aktuellen Situation in österreichischen Supermärkten. Gesichtsmasken und Gummihandschuhe. Und wie ist das, wenn du vorschriftsmäßig maskiert eine Bank betrittst? Nur ein blöder Bankräuber würde aktuell eine Strickmütze über das Gesicht ziehen, da wäre er ja sofort als Bankräuber zu erkennen. Das muss er nicht. Schutzmaske und Gummihandschuhe sind die idealen Nothelfer jedes Bankräubers. Da muss er sich nicht mal vordrängeln, sondern kann in aller Ruhe und in der Verborgenheit der Maske die Lage sondieren und auf den richtigen Zeitpunkt warten.

Obwohl ja momentan die Frage wieder aktuell wird, was das größere Verbrechen ist, eine Bank auszurauben oder eine zu gründen. Gelernt haben sie ja nichts aus der letzten Finanzkriese, die Banker, denn heute wird noch mehr gezockt als je zuvor. Aber natürlich nicht in der kleinen Bank im beschaulichen Hinterfotzing, da nicht. Da fehlt auch der Sachverstand. Den hinterfotzinger Mitarbeitern fehlt das Gen der Durchtriebenheit und das brauchst du, wenn du Summen, von denen selbst der Bundesverschwendungsminister mit Dreiflüssehintergrund nur träumen kann. Schnell mal auf die 27 gesetzt, kann auch die 32 sein, egal, das Adrenalin muss fließen und die Techniken werden immer ausgefeilter. Wenn du es wagst, als kleiner Altersarmutsbekämpfer eine Aktie zu kaufen, dann wissen die Hochfrequenzhändler schon vor der Börse, was du brauchst und sie bieten es dir. Das sind die waren Bankräuber und natürlich auch die Cum-Ex-Spezialisten, die sich schnell mal das doppelte der bezahlten Steuern auszahlen lassen. Ist ja alles nur Spielgeld, Monopoly.

Gegen diese Seuche hilft keine Maske, dem Bankräuber vielleicht schon, aber das ist einer der Wenigen. Allen anderen Vermummten mit schreckzuckenden Augen verleihen sie vielleicht ein Gefühl der Sicherheit vor dem schrecklichen C. C, fängt so nicht auch der Name des Landes an, aus dem das Virus entschlüpft ist? Was doch alles für schöne Dinge aus dem C-Land kommen und so billig, mittlerweile meist brauchbar oder zumindest häufig. Was bei uns im Fotofachgeschäft 29,99 € kostet, bekommst du in China für 5,90 € und frei Haus. Klar geht bei solchen Preisen in C-Land alles mit rechten Dingen und nach strengen Auflagen für Kinderarbeit und Umwelt vor. So wurde auch das C-Virus zuerst quarantänisiert und erst dann exportiert. Den Schuldigen wirst du nicht ermitteln, denn er trug Maske. Aber vielleicht war es doch der Bankräuber, der maskiert in die C-Land-Bank eingedrungen war und sich angesichts der vielen anderen Masken als zu spät gekommen betrachtete und eilends das Feld verließ, dabei aber das Virus mitnahm. Dumm gelaufen.

Drum merke dir: Vertraue keinem Maskierten, denn du weißt nicht, welche Charakterlosigkeit sich dahinter verbirgt. Ich habe ja schreckliche Angst, dass ich mir eine Epidemie einfangen könnte, die dann überall in mir zum Ausbruch kommt. So eine  Einmannpandemie. Das ist wie eine Flüchtlingsangst, die kommt auch nur dort vor, wo keine Flüchtlinge sind. Und dem Fernseher glaube ich mittlerweile nicht mehr alles. Man müsste mal mit einem Infizierten sprechen können, damit man überhaupt weiß, was auf einen zukommen könnte. Aber das sind ja so wenige. Freilich die Dunkelziffer. Gerüchten zu Folge ist die Dunkelziffer auch schon teilweise infiziert. Zum Schluss läuft die Dunkelziffer ohne Gesichtsmaske herum, die muss ja auch mal zum Metzger oder zum Klopapierregal. Am schlimmsten ist es sicher, wenn sich das C-Virus als Pandemie in deinem Hirn einnistet, dass du dir vor lauter Angst in die Hose machst und deine Klopapiervorräte sind restlos verwischt. Dann wirst du erfahren, was eine wahre Katastrophe ist und weinend neben dem Bidet zusammen brechen.

Weihpalmeinsamkeit

Menschenfreie Palmsonntagsprozession

Der Weihpalm, Inbrunst ländlichen Aberglaubens. Wie soll die Welt im Lot bleiben, wenn der Weihpalm ein ganzes Jahr lang seine Segensausschüttung verweigert? Das begriff auch Bruno Rauchbier, Pfarrer in Hinterfotzing. Kein Mensch weiß mehr, wann die katholische Kirche den Weihpalm christianisiert hat und ihn zum Nachfolger der Palmzweige bei Jesu Einzug in Jerusalem umwidmete. Aber das spielt keine Rolle, wenn man nur an seine Wirkkraft glaubt. Der Weihpalm im Acker hält Unwetter fern und vermindert den Glyphosateinsatz. Im Herrgottswinkel beschützt er vor Krankheit und Not. Und was wäre angesichts der C-Krise notwendiger? Obwohl Bruno Rauchbier täglich zur Stunde, in der wir Jesus hinrichteten, die Glocken läutet, sind die Fallzahlen nicht gesunken. Also muss der Druck auf Corona erhöht werden. Pfarrer Rauchbier besann sich auf die Kraft des Weipalm, ob heidnisch oder nicht. Vielmehr fürchtet er um die fehlende Weihpalmkraft, wenn der Palmsonntag der Ausgangssperre zum Opfer fällt und die Schafe keine Weihpalme binden und zum Schutz der Heimat aufstellen würden. So sollen alle Schafe daheim einen Weihpalm binden und inkognito vor dem Altar der Hinterfotzinger Pfarrkirche ablegen. Dass dieser Kirchgang ein eklatanter Verstoß gegen die Ausgangssperre ist, nimmt der Hinterfotzinger Statthalter Gottes billigend in Kauf. Schließlich geht es um den Fortbestand seiner Pfarrei und da wird man doch auch mal gegen den Staat handeln dürfen, auch wenn es ein Freistaat ist. Wer würde schon den demütigen Diener des Herrn bei Anrufung heidnischer Naturkräfte vor den Kadi ziehen? So wird er am Palmsonntag die Weihpalme in ein Leiterwagl stellen und menschenfrei ein paarmal in der Kirche herumziehen, schließlich die heidnischen Naturkräfte mit ein bisschen Segnen, Weihrauch und viel Weihwasser verfeinern, sodass die Weihpalme ihre schützenden Zweige über die Pfarrei halten mögen und dieses Scheißvirus verscheuchen. Amen.

Facebook

Die Unterschätzung der Unwichtigkeit sozialer Netzwerke

Nach zweimaligem Eintauchen in Facebook habe ich mein Konto gelöscht. So einfach ist das gar nicht. Da musst du erst mal einen Link finden und dann darfst du dich ja nicht mehr einloggen, denn erst nach einem Monat bist du wirklich (so jedenfalls die offizielle Verlautbarung) gelöscht. Und was fehlt mir? Nichts. Ganz im Gegenteil, die regelmäßigen Blicke in den Account, ob vielleicht doch mal jemand etwas Sinnvolles veröffentlicht hat und nicht nur die Bilder der Urlaubsreisen, um eine möglichst optimierte Selbstdarstellung hinzukriegen. Daneben dumpfe, meist geteilte Neid-, Diffamierungs- und Hassparolen, von denen die meisten mit braunem politischem Hintergrund gefaked sind. So was macht das Leben nicht reicher und auch nicht die tausenden Hundefotos, die man höchstens als Einsamkeitshilferuf der Herrchen und Frauchen verstehen müsste. Nein, Facebook macht keine Freunde und was sind das für Geburtstagswünsche, zu denen man vom System aufgefordert wird? 

Das wirkliche Leben findet außerhalb von Facebook statt, auch außerhalb von Twitter, Instagram und wie sie alle heißen. Dabei war Facebook schon todgesagt, als die Jugend entsetzt die Eltern darin entdeckte und fluchtartig dieses soziale Spielfeld verließ. Zahlreiche Firmen werben nun um die Elterngeneration und stecken unglaublich viel wertvolle Zeit in ihre Facebookaccounts. Facebookmarketing als Beruf, auch das gibt es schon. Wenn man den Erfolg hinterfragt, dann sind die Antworten entweder schwammig oder verweisen auf die noch ausstehenden Erfolge der gerade laufenden Kampagne. Ja ja, alles kann man schönreden. Die Selbstverklavung nicht. Das ständige Getriebensein, ja immer etwas Positives zu posten.

Die aktuelle C-Krise hat nun den Stecker rausgezogen. Bedauerlicher Weise die besten Erfolge aktuell nicht umsetzbar. "C", so heißt die Löschtaste auf dem Taschenrechner, clear. Vielleicht ist die C-Krise tatsächliche eine Chance mal auf Clear zu drücken und den Hauptspeicher zu entmüllen, so wie man frühere Festplatten regelmäßig mit Scandisc bereinigte und reorganisierte. Gar nicht so schlecht, so ein Scandisc für das Hamsterradleben. Was bringen unsere Bestrebungen wirklich? Gehen sie überhaupt in die richtige Richtung? Wird man später mein Leben als Gewinn für die Menschheit werten? C gibt jetzt die Chance dazu. Vielleicht wird C auch andere Wege eröffnen. Ein Ausweg aus der Hochverschuldung? Autsch, das dürfte vielen gar nicht gefallen. Aber woher kommt das Geld, wenn die  deutsche Regierung 1+ Billionen für die Rettung des Systems veranschlagt. Immerhin das Mehrfache des Haushalts. Die Staatsverschuldung also mir nix dir nix um den Faktor X erhöht und folglich gar keine Zinsen mehr zahlen können.
Bei Nullzins ist die Verschuldungshöhe unwichtig. Hat halt noch keiner eine belastbare Studie entwickelt, wie das Finanzsystem damit dauerhaft am Laufen gehalten werden kann. Also Wachstum wird da schwierig. Aber Wachstum soll ja eh anders stattfinden, also erderhaltend. Vermutlich hängt am Bundeskanzleramt in Berlin bereits ein Briefkasten, wo brauchbare Ideen eingeworfen werden können. Bislang scheint die zündende Idee noch nicht eingegangen zu sein, den Mundwinkeln der Kanzlerin nach zu schließen. Aber wenn es mit der Erde auf gleichbleibendem Erwärmungskurs weitergeht, ist vermutlich die Wirtschaft und die Staatsfinanzierung von untergeordneter Bedeutung. Das alles erinnert mich an einen Bericht aus Dürreafrika, wo die Bauern ihr Saatgut aufaßen um nicht zu verhungern.

Essen wir es auch schon? 

Notversorgung aus dem Rathaus

Unberechtigter Einsatz der Gutmenschen erfolgreich abgewendet

In Hinterfotzing hatte sich, wie vor kurzem berichtet, eine Gruppe Gutmenschen daran gemacht, für alleinstehende Menschen und Personen aus Risikogruppen während der C-Phase Einkaufsgänge etc. zu erledigen. Da diese Aktion im Rathaus weder angekündigt noch abgestimmt war und die dort herrschenden Bürgermeister B1 bis B2 selbst nicht auf diese Idee kamen, betrachteten sie das natürlich als Affront und kassierten die Idee ein um sie besser kopieren zu können. Während B3 sowieso schon in der Nahversorgung tätig ist, kann man nun auch bei  B1 und B2 anrufen und z.B. Klopapier bestellen. Damit könnte sich auch der kürzlich vorgefallene Diebstahl von 500 Klopapierrollen in einer Schule aufklären. Klopapierrollen sind in diesen außergewöhnlichen Zeiten im Land der Dichter und Denker zum überlebenswichtigsten Produkt aufgestiegen. Eine andere Erklärung für die Herkunft der durch ihre leichte Bräunung erkennbaren gemeindlichen Notversorgungsklopapierrollen könnte auch die kürzlich von einem misstrauischen Rentner entdeckte Bügelstation in der Hinterfotzinger Kläranlage sein. Immerhin steht Recycling hoch im Kurs. Geruchsproben konnten diesen Verdacht nicht erhärten. 

Zur Risikogruppe gehören unbedingt auch die Jubiläre der Gemeinde Hinterfotzing, zu denen B1 und B2 mit großem oder kleinem geistlichen Beistand und natürlich Mundschutz herangratulieren. Als Geschenk gibt es jedoch keine Wertpapiere mehr, sondern Notpakete inklusive kommunalem Notversorgungsklopapier. Für den obligatorischen Jubiläumsanstoßsekt wurden in die Schutzmasken kleine Trinkschlitze eingeschnitten. Auf das Anstoßen wird aus Ansteckungsvermeidungsgründen verzichtet. Für das extrem wichtige Pressefoto schaffte man extra ein Teleobjektiv an, damit der Fotografierende der Risikozone möglichst fernbleiben kann.  Weil die Wohnsituation der Jubilare meistens reduzierten Ausmaßes sind, entpuppte sich dieser Einfall als Schnapsidee, weil auf den Bildern nur mehr die Sektgläser zu sehen sind. Trotzdem will man auch künftig nicht auf das Großaufgebot bei Gratulationen verzichten, denn irgendwann kommt bestimmt wieder eine Kommunalwahl und dann darf man sich über die dankbaren und großzügigen Stimmen der Gratulierten freuen. 

Wegen Corona

Motorradfahren maximal zu zweit erlaubt

Da die Motorradsaison kurz bevor steht weisen die Gesundheitsminister in den Rathäusern und Landratsämtern vorsorglich darauf hin, dass auf jedem Motorrad maximal zwei Personen erlaubt sind. Außerdem sollen Massenkarambolagen wegen des erhöhten Ansteckungsrisikos nach Möglichkeit vermieden werden. Unfälle sind nur erlaubt, wenn Personen aus einem Hausstand daran beteiligt sind.

Auch beim Boxsport wurde nun die Mindestabstandsregelung von 150 cm eingeführt. Boxer klagen seither viel seltener über Kopfschmerzen. Allerdings mussten zahlreiche ausgekugelte Schultern behandelt werden. Die deutsche Dentistenvereinigung hat mittlerweile Beschwerde wegen Geschäftsschädigung eingereicht.

Der Hinterfotzinger Pfarrer Bruno Rauchbier bietet in der Kirche Beichtgespräche an. Dabei darf die Kirche jeweils nur von einem Sünder betreten werden. Während Rauchbier auf der Priesterbank sitzt, nimmt der Vergebungsbedürftige in einer der letzten Bankreihen Platz. Die Verständigung erfolgt über Megaphone. Aus Fortbildungsgründen werden die Gespräche aufgezeichnet. Außerdem wurde das doch schon etwas veraltete Bußsystem  an den Bußgeldkatalog für den Straßenverkehr angeglichen. So schlägt eine Wurzelsünde künftig mit fünfzehn Euro zu Buche. Durch Einführung eines Punktesystems soll es den Wiederholungstätern künftig schwerer gemacht werden. Ab zehn Punkten gilt Sitzverbot während der Gottesdienste, ab fünfzehn greift das Kniegebot und ab zwanzig die Zwangsmitgliedschaft im Kirchenchor.

Wobei das Punktekonto durch vorbildliches Verhalten wieder reduziert werden kann. So vermindert sich der Punktestand für jede durchwachte Predigt um zwei. Bei Bezug des Bistumsblattes kommt je Ausgabe ein Punkt weg. Dass seither die Abonnentenzahlen des Bistumsblatts regelrecht explodieren freut den Bischof, denn er fürchtete schon, das diözesane Mitleidsblatt aufgeben zu müssen.

Corona aus der Steckdose?

Verdacht hat sich nicht bestätigt

Keine Angst vor Steckdosen, so kann man die aktuellen Erkenntnisse zusammenfassen. Nachdem Forscher des Rudolf-Herd-Instituts feststellten, dass in den Wohnungen aller bislang in Deutschland mit dem neuen Grippevirus Infizierten Steckdosen vorhanden waren, wurden umfangreiche Untersuchungen angestellt. Dabei erhärtete sich der Verdacht nicht. Zwar gibt es bis dato tatsächlich keine Infizierten aus steckdosenlosen Wohnungen, was aber auch an mangelhafter Datenerfassung liegt. So wurde bisher kein einiger Infizierter auf das Vorhandensein von Steckdosen in der Wohnung befragt.

Das Krankheitsministerium geht der Sache indessen weiter mit großer Sorgfalt nach, insbesondere soll ermittelt werden, ob die Stromart in der Steckdose eine Rolle spielen könnte. Hier gerät vor allem die Windenergie in Verdacht, weil die neue Grippe über Tröpfcheninfektion verbreitet wird und Wind bekanntermaßen Tröpfchen sehr stark beschleunigen kann, wie sicher jeder bestätigen kann, der schon mal im Regen stehen gelassen wurde. 

Hinterfotzing liegt im Punkto Fallzahlen weiterhin dramatisch zurück. Selbst nach einer Steigerung der Infektionen um 500% lag deren Zahl immer noch bei Null. Vorsorglich wurde Herr Elvau schon mit einem Blaulicht ausgestattet, damit er im Katastrophenfall hindernislos zur Katastrophenhöchstform auflaufen kann. Man kann nur hoffen, dass die Katastrophe nicht eintritt, sonst wirst du unter Umständen in der Dreißigerzone mit blauumlichteten hundert Stundenkilometern mit oder ohne Infektion zur Strecke gebracht.