Hinterfotzing

Hirn gefunden

Denkorgan in erstaunlich gutem Zustand

In den frühen Morgenstunden des Sonntagabends wurde nahe der Hinterfotzinger Druckerei Zwickl ein intaktes Hirn gefunden. Ersten Untersuchungen zu Folge war es wenig in Gebrauch und stammt daher mutmaßlich von einem Kommunalpolitiker. Das macht die Ausforschung des Hirnverlierers extrem schwierig. Die Polizei hat sich bereits auf die Suche gemacht und versucht nun durch gezielte relative einfache Fragen den Hirnlosen auszuforschen. Dabei stellte die Polizei fest, dass sehr viele Hinterfotzinger Kommunalpolitiker und -anwärter als mutmaßliche Verlierer in Frage kommen.

Aufgrund der faschingsbedingten allgemeinen Hirnlosigkeit musste die Polizei ihre Suche bis zum Aschermittwoch einstellen. Gleichzeitig ergeht ein Aufruf an die gesamte Bevölkerung von Hinterfotzing, besonders während des Faschings aber auch darüber hinaus auf deutliche Anzeichen von Hirnlosigkeit zu achten und diese einem Polizisten des Vertrauens mitzuteilen.

Sollte der Hirnverlierer, respektive die Hirnverliererin nicht ausgeforscht werden können, hat die Hinterfotzinger BDU vorsorglich Interesse an dem Denkorgan angekündigt. Wer hätte ihr so viel Einsicht zugetraut.

Faasching in Hinterfotzing

Narrenzipfelkappen aus Hirschleder

Der Faasching stüürmt seinem Höhepunkt entgegen. Was das ist, das kann sich jeder selber aussuchen. Die einen meinen, es ist der Weiberfasching am Donnerstag, der aber schon lang kein Weiberfasching mehr ist, sondern ein ganz normaler Tag, wo die Maskerade ungefähr das Ausmaß eines normalen Schigebietes erreicht, der Alkoholkonsum aber deutlich drüber liegt. Wie zünftig der Weiberfasching war, sieht man erst an der Glasscherbenschicht des nächsten Morgens. Denn um sich vom rheinischen Original abheben hat man sich den schönen Brauch des Flaschenzerdepperns einfallen lassen. Damit man die Scherben wieder wegbekommt, hat sich die Gemeinde Hinterfotzing extra eine Kehrmaschine zugelegt. Die war zwar sauteuer, aber was tut  man als Gemeinde nicht alles für die Brauchtumspflege.

Andere meinen, der Höhepunkt ist der Gaudiwurm oder das Gaudiwürmchen, je nach Sichtweise. Man kann ja einerseits die Zahl der Teilnehmer betrachten, aber wenn da ein Würmchen rauskäme, nimmt man lieber die PS der teilnehmenden Traktoren. Hier hat der Veranstalter, die Karnevalsgilde Hinterfotzing sich nun für eine Mindestleistung entschieden. Traktoren unter 200 PS werden nicht mehr zum Zug zugelassen. Damit traten sie dem häufigen Belächeln entgegen. Ausgenommen davon sind die Fußgruppen. Auf den Hochleistungsfaschingswägen gilt eigentlich nur die Regel, sich möglichst schnell und intensiv zuzusaufen, weil ja das Wagenthema erschöpfend mit der seitlichen Aufschrift erläutert wird. Und was will man da angesichts der überzeugenden Einfallslosigkeit großartig agieren? Lachen die Menschen nicht am liebsten über andere? Und dazu sind doch Maximalzugesoffene bestens geeignet. Ein Konzept, dass sich seit Jahren bewährt.

Für Stimmungsverstärkung sorgen überdimensionierte Verstärkeranlagen mit niederbayerischem Sambassound, gegen den sich die mitmarschierende Blaskapelle nicht mal ansatzweise durchsetzen kann. Alles Zutaten, mit denen sich Hinterfotzing zur Faschingshochburg der gesamten Region etablierte. Ein wertvoller Beitrag zum bayerischen Kulturreichtum. Der Fasching in Hinterfotzing ist eine narrenreiche Zeit, eine schöne Karikatur des rheinischen Karnevals. Man könnte das nur noch toppen, wenn das rheinischen Narrenzipfelkäppchen aus Loden oder Hirschleder gemacht und "Hellau" durch "Wüdsau" ersetzt würde. Aber wer weiß schon, welch komatösen Ideen auf den kommenden Faschingswägen geboren werden.

Kandidatenduell

Herr Elvau nach Angriff auf der Matte

So ein Duell, das mögen die Leute, wenn der Eine dem Anderen mit einer saftigen Watschn das Gesicht verziert, dass man sich nach einem kräftigen Weißbierschluck brüllend auf die Schenkel haut und freudig auf den nächsten Klescher wartet. Das hat was archaische und wir fühlen uns zurückversetzt in die Lagerfeuerzeit vor der Höhle, wenn sich zwei Testosterongoliats um die Vorherschaft die Birne weich dreschen. Elvau trat im Blaulichtmäntelchen aus der rechten Ecke mit prallvoll geladener Wortkanone. Im Magazin neben einigen Platzpatronen ein Dumm-Dumm-Geschoß. Kontrahent Gottfried Bischof kam im orange-grünen Trikot aus der linken Ecke und überraschte mit Siegerlächeln. Was für ein Bild. Auf der einen Seite der haushohe Favorit, extrem nervös um die Ringmitte tänzelnd und gelassen in sich verharrend der Gegenkandidat. Dieses Bild wird Geschichte schreiben. Ringrichter Schreiber stellte die Kontrahenten vor und erklärte die Regeln, bevor er den Ring freigab. Elvau stellte sofort auf Dauerfeuer und vernebelte so in Kürze den Ring mit Wortfetzen. Damit glaubte er sich vor seinem Gegner sicher. Bischof konterte zunächst nicht, sondern präsentierte in aller Ruhe seine Waffen. Nach einigen Bodychecks lud Elvau mit höhnischem Grinsen sein Dumm-Dumm-Geschoss in den Lauf. Siegessicher aber nervös wie eine mitternächtliche Stauzn wartete er auf den geeigneten Augenblick zur Attacke. Als Bischof seine Deckung für einen Augenblick öffnete zog Elvau den Abzug durch, das Dumm-Dumm-Geschoss wirbelte heraus und Elvau wartete in lustvoller Neugier auf den vernichtenden Treffer. Der entsetzte Blick Bischofs entlockte ihm ein höhnisches Grinsen. Das wich jedoch totaler Verblüffung, als Bischof das Dumm-Dumm-Geschoß abschmettern konnte und blankem Entsetzen nach Bischofs athletischem Gegenangriff. Ohne Munition im Magazin musste Elvau einen Schlag nach dem anderen einstecken bis er verstört zu Boden ging. Der Ringrichter beendete den Kampf und erklärte ihn für unentschieden. Eine Entscheidung, die von den Elvaus Anhängern zähneknirschend begrüßt wurde, während Bischofs Mannschaft des wahren Ausgangs gewiss in Triumpfgeschrei ausbrach. 

Der Kartenzeiger

Ein Bild weht durch die Presse

Also wie er da auf seinen Heimatort in der Karte zeigt, das mache ihm mal einer nach. Punktgenau auf Hinterfotzing. Gut, es war nur eine Landkreiskarte und da ist es nicht ganz so schwierig und er konnte sich wohl ausreichend lange auf diesen Fingerzeig vorbereiten. Aber was will er uns damit sagen? "Ich weiß wo Hinterfotzing liiegt!" "I bin da Elvau und do bin i daoham". Vermutlich letzteres. Wenn du als Bürgermeisterkandidat als einziger Mann zur Weiberroas gehst, dann muss dir der Arsch ganz schön auf Grundeis gehen. Wow. Welcher Mann tut denn so was und warum? Und was würde dieser Mensch noch alles tun? Ich mein, eine Weiberroas ist eine Weiberroas. Da hast du als Nichtweib nichts verloren, nicht mal als "D". Man muss die Kirche im Dorf lassen und der Fasching soll Fasching bleiben und keine Wahlparty werden. Hoffentlich haben sie ihm wenigstens einen g'scheiten Rausch angehängt, also einen, den man am nächsten und vielleicht übernächten Tag auch noch spürt, einen Fetzenrausch. Das wäre die rechte Strafe gewesen. Vermutlich war #Hashtag# Elvau wieder mit #Hashtag# Elvau dort, wie üblich. Und viel #Spaß und #Informationen. Wie kann man diesen Wahnsinn umschalten?

Viel #Spaß und #Informationen

Elvau im Hashtagfieber

Sie sind dir vielleicht schon mal untergekommen, die # vor Wörtern. Das Zeichen heißt eigentlich Raute oder Doppelkreuz, wird aber zum Hashtagmacher, sobald du es vor oder hinter ein Wort setzt. Hashtag, schon wieder so ein unverständliches Wort. Hasch, ja das kannte man, also Haschisch oder Gras. In manchen Ländern verboten, in anderen nicht. Je verbotener, desto interessanter. Aber wo ist das "c" hingekommen. Ein Hashtag ist kein Tag mit Hasch, sondern ein Fangwort, ein Wort also, nach dem man leichter suchen kann. Wenn du zum Beispiel schreibst "Ich habe dich unheimlich lieb", dann viel Glück bei der Suche nach diesen Wörtern im Ozean des täglich geschriebenen. Schreibst du aber "Ich habe dich #unheimlich lieb", dann wirst du zumindest nach "#unheimlich" mit Erfolgsaussichten suchen können.
Herr Elvau ist einer, der zwar von Hashtags gehört, aber das Prinzip nicht begriffen hat, wenn er aus nahezu jedes Substantiv (Hauptwort) einen Hashtag macht. "Viel #Spaß und #Informationen beim #Fasching in #Hinterfotzing wünscht dir dein #Bürgermeisterkandidat #Elvau. Ich meine, man kann es trotzdem lesen, aber darum geht es Herrn Elvau nicht. Er möchte bekannter werden. Er möchte seine Nachrichten geliked, geteilt und maximalverbeitet haben. Tausend mal "Viel #Spaß und #Informationen", tausendmal "dein #Bürgermeisterkandidat", damit es so in die Köpfe gehämmert wird. Aber mal ganz ehrlich,  Köpfe, die sich das hineinhämmern lassen, die müssen schon ganz schön manipulierbar sein. Für andere hat das was von Zeugen Jehovas. Du machst die Tür auf und denkst dir "Scheiße, nicht schon wieder". Die haben jetzt übrigens ein Tablet. Früher nannte man das Insistieren, was der Herr Elvau betreibt. Da die wenigsten Meyers Lexikon oder den Brockhaus daheim haben hier die Erklärung: Insistieren kommt aus dem Lateinischen und bedeutet an etwas beharrlich festhalten. Das gilt für das insistierende Haustürklingeln der Zeugen Jehovas in gleicher Weise, wie das "viel #Spaß und #Informationen" von Herrn Elvau. Wenn er damit allerdings seine Gewandtheit mit sozialen Netzwerken unter Beweis stellen will, dann hat er genau das #Gegenteil bewiesen.
Aber Sorgen um eine #Wahlniederlage braucht sich Herr Elvau nicht machen, denn sein #Gegenkandidat  hat sich gegen jegliche #Konfrontation ausgesprochen. Und das war schon immer die sicherste #Methode für eine #Niederlage. So viel kann Herr Elvau nicht mal mit dem einmillionenundeinten #Posten von "viel #Spaß und #Informationen" kaputt  machen.