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Mit Gewinn leben oder am Leben vorbei

Ermittle deine Lebensnote

Hast du dich schon einmal gefragt, welche Note dein Leben bekommen würde? Also so richtig von 1 bis 6, also sehr gut bis ungenügend. Da stellt sich natürlich die Frage, welche Punkte zählen und wie viele man für einen Einser braucht? Zunächst einmal brauchen wir die Themenbereiche, also die Fächer. Da würde ich mal anfangen mit beruflichem Engagement, denn das ist es schließlich, was unseren Staat, unsere Lebensgemeinschaft am Laufen hält. Dabei kommt es nicht darauf an, welchen Beruf du gelernt hast, sondern wie du ihn erfüllst. Denn der Straßenarbeiter leistet bei 30° und Teerarbeiten sicher mehr, als der Herr Richter im klimatisierten Gerichtssaal bei einem Verkehrsdelikt. Und außerdem kann keiner für angeborene Begabung. Ich würde also für das berufliche Engagement Rangordnung außer Acht lassen. 
Als zweiten Maßstab sehe ich das ehrenamtliche Engagement geeignet. Also alles, was man unentgeltlich für die Allgemeinheit tut, sei es, weil es Freude macht oder weil man sich verantwortlich fühlt. Hier würde ich die Stunden als Gradmesser nehmen. Das dritte Fach ist die Familie. Hier geht es um Verantwortung, Achtsamkeit, um Erziehung und Wertschätzung, weniger um Haushalt, denn der fällt unter den Beruf. Da muss man zwei Messlatten anlegen, die Zeit und das Herzblut. Denn das eine nützt nichts ohne das andere.
Und nun kommen die Nebenfächer dran. Wie hältst du es mit dem Staat? Bist du auf dem Laufenden und kannst mit gutem Gewissen wählen gehen oder lässt du dich von Populisten verleiten? Hinterfragst du die Aussagen und informierst dich über die aktuellen Themen oder lässt dich das Geschehen in deinem Staat kalt?
Und wie sieht es mit der Umwelt aus? Wie groß ist dein Fußabdruck? Verbrauchst du mehr Ressourcen, als dir zustehen? Machst du die Umwelt besser oder schlechter? Bist du aktiv im Umweltschutz tätig?
Tja, das sind die Fächer und nun kannst du dir in jedem Fach eine Note von 1 bis 6 geben. Sind wir mal nicht kleinlich und werten alle Fächer gleich, dann kannst du die Summe deiner Einzelnoten durch fünf teilen und schon hast du deine Lebensgesamtnote. Und jetzt überleg mal, ob du mit dieser Note zufrieden bist und dein Leben so weiter führen willst oder ob da was zu verbessern wäre. Immerhin würde bei jeder Verbesserung die Gemeinschaft davon profitieren. Ob das wichtig ist, tja, das ist eine gute Frage. Je nachdem, ob du an einen Gott glaubst und ob dieser Gott dich mit Absicht in einem reichen Land zur Welt kommen ließ, nach dem Motto, jetzt will ich mal sehen, was du aus diesem Wahnsinnsvorteil machst. Hm! Wäre das der Fall, dann sollte man schon tunlichst nach einer sehr guten Lebensgesamtnote streben. Und wenn nicht, ist es auch für alle Beteiligten und vor allem für dich besser. 

Freie Luft

Unterhaltung nicht nötig

Es kann ja durchaus sein, dass bei Freiluft die Lautstärke deshalb so weit aufgedreht werden muss, damit die Gäste nicht in die Verlegenheit der Unterhaltung kommen. Schon interessant, wie der Mensch funktioniert. Ist ja auch beim Oktoberfest so, da wird Stimmung verordnet, man kann sie aber auch herbeisaufen. Früher war das einfach noch so richtig peinlich, da musste man sich beim Anbandeln erst mal unterhalten, weil damals war es ja auch so, dass man sich nach dem Heiraten nicht mehr getrennt hat und dann war das Unterhalten schon wichtig, denn wenn du nur aufgrund des Achselschweißgeruchs die Entscheidung für eine nähere Beziehung treffen muss, da kann es dann unter Umständen schneller vorbei sein. Wobei ich dem Achselschweißgeruch durchaus nichts wegtun möchte, man sag ja auch, dass man jemanden nicht riechen kann, also gibt es auch welche, die man riechen kann und das ist ja dann wohl hauptsächlich der Achselschweiß. Wenn du jetzt einer zeitgemäßen Freiluftbeschallungsanlage bei einem Freiluft ausgeliefert wirst, dann frage nicht, wie dir der Schweiß ausbricht, warum auch immer. Wie gut, dass so ein Freiluft nicht unter das Arbeitsrecht fällt, weil Dezibel ohne Ende, ja was glaubst du. Da kann das Sprachorgan nicht dagegen ankämpfen. Gut, bei vielen ist das eh besser, weil seit der Bildungsabwanderung ist nicht sehr viel hörenswerte Konversation zurückgeblieben und das Bisschen kriegt man auch mit Gesten hin. Eine Band gibt es auch nicht mehr, sondern nur mehr einen Ditsche, der zwar nur Empedrei abspielt, aber sich aufführt, als hätte er die Songs selbst komponiert und dafür jubeln ihm die Gäste zu und damit der Mund trotzdem was zu tun hat, füllen sie ihn mit Getränken und dann müssen die Gläser zerdeppert werden, weil man ja zeigen muss, wie gut man drauf ist. Je dichter der Scherbenteppich, umso besser war die Stimmung. Nein, früher war wirklich nicht alles besser. Von solchen Freiluft-Beschallungsboxen hätten wir früher nicht mal geträumt. Eine Bassbox von damals war so groß wie ein Nachtkastl, aber Bassbox würde man heute dazu wahrscheinlich auch nicht mehr sagen, geschweige denn Subwoofer. Aber unterhalten konnte man sich und diesen Verlust finde ich schon schade. Freilich kann man heute per WhatsApp schreiben, was man sagen wollte. Aber da hörst du auch die Stimme nicht und mit der Stimme ist es wie mit dem Achselschweißgeruch. Vermutlich liegt daran auch die hohe Scheidungsrate. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob beim Zurückdrehen der Lautstärke die Scheidungsrate tatsächlich auch zurückgehen würde. Aber einen Versuch wäre es wert.

Das Klima muss warten?

Warum wir uns die Rettung des Klimas nicht leisten wollen

Es ist ja schon interessant, seit zweihundert Jahren industrialisieren wir, das das Zeug hält, missachten geflissentlich die Auswirkungen, denn was soll dass bisschen Mensch dem Klima schon schaden können, und dann steigen die Temperaturen in verdächtig regelmäßiger Weise, die Schüler sorgen sich jeden Freitag um eine lebenswerte Erde, die Parteien - ausgenommen die Grünen und natürlich die AfD - überschlagen sich mit nie gehörten Klimarettungs(lippen)bekenntnissen. Die Welt ist auf einen Schlag verrückt geworden. Scheinbar topfte der berühmte eine Tropfen in das volle Fass und es läuft in Strömen über. Die Grünen bekommen mehr Zuspruch, als sie eigentlich verkraften können, sind mittlerweile die umfragenstärkste Partei, wo sie doch vor Kurzem noch als Verbotspartei verachtet wurden. Der BMW-Chef muss wegen verfehlter Produktpolitik gehen. Lediglich Audi setzt sich mit mehreren Abschaltvorrichtungen gegen die Klimarettung ein. Andererseits quillt die Inntalautobahn über und kann den mit Sicherheit extrem umweltschädigenden Touristenstrom kaum bändigen. Die Flugpassagierzahlen steigen beständig, das Kreuzfahrunwesen boomt wie noch nie. Da wird es natürlich schwierig, das Klima zu retten, da müsste man sich freilich weniger Klimasauerei leisten. Und dann ist ja da auch noch die Wirtschaft und das notwendige Wachstum. Klimaschutz darf keine Aufträge und damit keine Arbeitsplätze kosten. Die Wirtschaft muss brummen, koste es, was es wolle. Das Geld muss rollen, es muss sich vermehren, dabei sind es ziemlich wenige, in deren übervolle Taschen die Gewinne fließen. Wenn es aber so wenige sind, dann müssten die vielen anderen eigentlich das Sagen haben, haben sie aber nicht. Jeder will sich noch ein möglichst großes Stück vom Kuchen abschneiden, bevor wir mit der Klimarettung anfangen. Schnell noch eine Flugreise, schnell noch eine Kreuzfahrt, dann kann das schlechte Gewissen ja kommen. Aber im Juli und August bitte eine Auszeit von der Klimarettung und während der Arbeitswochen bitte auch und freilich auch an den Wochenenden und da bitte die Billigflieger nicht streichen. Ja, es wird schwer sein, passende Zeiten für die Klimarettung zu finden. Immerhin gibt es so viele wichtige Gründe, die Rettung zu verschieben. Hoffen wir mal, dass unser Klima ausreichend Geduld hat, sonst wird es schwer mit der future für die Kinder vom Friday.

Kandidatenschacher

Die Ignoranz des Wählerwillens

Unsere EU ist eine wunderbare Erfindung. Ohne Kontrolle kannst du von Stockholm bis nach Madrid fahren. Gut, du darfst halt nicht durch Bayern fahren, weil da wirst du schon kontrolliert. Es geht um die Flüchtlinge, sagten sie, als sie die Bayerische Grenzpolizei wieder ins Leben riefen. Sage und schreibe 34 Flüchtlinge haben sie seither erwischt. Und was hat das gekostet? Dafür hätte man vermutlich den Flüchtlingen daheim ein Mindesteinkommen zahlen können, das zu einem höchst luxuriösen Leben gereicht hätte. Aber so ist das, wenn Politiker ihre Irrmeinungen in die Tat umsetzen. Und offensichtlich ist keiner in der Lage, dem bayerischen Kontrollwahn ein Ende zu setzen.
Nun haben wir also das europäische Parlament gewählt, aber das Ergebnis schmeckt nicht und der Europarat, also der Club der europäischen Staatsoberhäupter, will dem Parlament vorschreiben, wen es als Kommissionspräsidenten zu wählen hat. Warum also noch wählen? Warum ein europäisches Parlament? Das europäische Parlament täte gut daran, die Wahlempfehlung des Europarates geflissentlich zu missachten. Nun ja, der Manfred Weber ist wahrlich keine charismatische Figur. Fleißig: mag sein. Aber von einem Kommissionspräsidenten erwartet man halt ein bisschen, nein: viel mehr Format. Das war wohl auch die Mutter des Scheiterns. So einem sollte man einen anderen Job geben, einen, den er ausfüllen kann, aber Kommissionspräsident, das war wohl doch ein paar Nummern zu groß für ihn. 
Die Bayern hatten das nicht erkannt und volle Kanne auf Weber gesetzt. Wohl ein Wahlergebnis, das für die CSU eine Eintagsfliege war. Jetzt gilt es, sich auf die Rolle der Minderheit einzustellen, eine schwierige Aufgabe. Was da an Arroganz zum Recyclinghof muss, ist schier unüberschaubar, aber notwendig.
Ja, auch in Bayern brechen andere Zeiten an und es werden keine CSU-Zeiten sein. Die Grünen erobern die Städte, das Land wird folgen. Nicht in dem Ausmaß, denn das Land war immer schon konservativer und betrachtete das treu gewählte C als Wettergarant. Die Zahl der Überzeugten aber schwindet.
Weber ein Gestrauchelter, von der Schwesterpartei ausgestochen, auf Initiative Frankreichs. Dabei sind doch in Bayern die meisten französischen Begriffe in Gebrauch. Das Pissoire, der Portemone, das Trottoir, der Parapluie, der Plafond, der Balkon und so weiter. Für den Weber wird sich schon eine Verwendung finden. Er war gewiss nicht die Idealbesetzung für einen Spitzenkandidaten. Aber das hat bei der CSU Tradition, siehe Verkehrsministerium und Innenministerium. Das eine kriegt die Maut nicht durch und das andere hat Migrationsprobleme, die es längst nicht mehr gibt.
Hoffen wir also, dass unser europäisches Parlament die Dinge so geregelt bekommt, wie wir uns das erwarten dürfen. Mit dem Spitzenkandidatenmodell verschwindet dann auch das primitive Gerangel des Europarates.

Seenotrettung

Rettung in den nächste Hafen

Ist es dir schon einmal passiert, dass du in bester Absicht einen Anhalter mitgenommen hast und beim Aussteigen stellt sich heraus, dass er da gar nicht hinwollte. Siehst du, so ist es auch mit dem internationalen Seenotrettungsgesetz, da steht drin, dass der Gerettete in den nächsten Hafen gebracht werden muss. Wenn du jetzt aber einen Supertanker über das Mittelmeer fährst, kann das schon eine Herausforderung sein, wenn der nächste Hafen so ein kleiner Fischerhafen ist. Gut möglich, dass aus der Seenotrettung eine Ölkatastrophe wird.
Und jetzt sagen die Seenotrechtversessenen, dass man einen Ertrinkenden vor der Küste Afrikas herausfischen und in den nächsten Hafen nach Afrika zurückbringen muss. Also dorthin, wo er soeben einem dubiosen Schlepper einen Haufen Geld für die gescheiterte Überfahrt bezahlt hat. Will er das? Natürlich nicht, aber viele bei uns wollen das. Dabei war diese Bestimmung eigentlich zum Vorteil des Schiffbrüchigen gedacht. Stell dir vor, du gerätst in der Nordsee in Seenot und ein Forschungsschiff mit Ziel Antarktis nimmt dich auf. Abgesehen davon, dass du keine antarktische Bekleidung bei dir hast, würde es dich nicht sonderlich begeistern, in die Antarktis mitgenommen zu werden, weil das Schiff nun mal dorthin unterwegs ist und keinen Zwischenstopp macht. Siehst du! Genau dafür wurde diese Bestimmung in das Gesetz hineingeschrieben, dass du nicht in die Antarktis kommst. Und auf einmal dreht sich das Gesetz um und der Afrikaner soll wieder dahin, wo er knapp entkommen ist. Freilich ist nicht jeder Afrikaner automatisch ein Mordbedrohter, aber wenn doch? Soll er es erst durch Erschießenlassen beweisen? Aber das Seenotrettungsgesetz  macht da keinen Unterschied, das sagt erst mal retten und in den nächsten Hafen, damit der Buchstabe des Gesetzes erfüllt ist. Das Erschießen des Geretteten ist ein völlig anderer Rechtssachverhalt und fällt überhaupt nicht unter das Seenotrettungsgesetz. Insofern darf man beide Dinge nicht vermischen. Das wäre ja genauso, als würden wir die Auslieferung von Kampfbooten, pardon: "Patrolienbooten" an die Saudis verbieten, weil die damit den Jemen beschießen.
Jetzt unterstellt der durchschnittsdeutsche Flüchtlingsgegner dem Flüchtlingsafrikaner aber per sé, dass er ein Wirtschaftsflüchtling ist, was sowieso nicht stimmt, weil in Afrika nicht viel Wirtschaft ist, vor der man flüchten könnte. Viel Krieg gibt es aber schon, oder bewaffnete Konflikte, was aber wenig Unterschied macht, wenn du im Visier bis. Ich bin mit der Diefinition "Wirtschaftsflüchtling" sowieso sehr vorsichtig, weil von meinen Vorfahren auch Geschwister nach Amerika hinüber sind, nur sagte man damals Auswanderer, aber heute wären sie definitiv Wirtschaftsflüchtlinge, darauf kannst du wetten.
Dann kommt ja auch noch eine dritte Flüchtlingsdefinition in Betracht: der Klimaflüchtling. Wenn du mal einen Blick aus dem Orbit auf Afrika wirfst, dann wird dir ziemlich braun vor Augen. Du kannst getrost davon ausgehen, dass auf den braunen Flächen nicht viel wächst, lediglich die braunen Flächen wachsen. Wenn dein Acker auf einmal braun wird, weil das Klima es so entschieden hat, dann musst du schnell weg gehen oder auf Verhungern umstellen. Wenn du aber angenommen dem SUV-Fahrer in München oder dem Vielflieger nachweisen kannst, dass er das Klima zum Wandel überredet hat, dann könnte man schon eine gewisse Reparationsforderung stellen wollen, die das Verhungern ausgleicht. Aber das erkläre mal dem verwöhnten Nordeuropäer. So weit kommt es eh nicht, weil der ackerlose Afrikaner in seinen Fluchthafen zurückgebracht wird. Aus nordeuropäischer Sicht vermutlich die bequemste Art, den Folgen des Klimawandels zu begegnen.
Insofern kann man das auch so definieren, dass die aktuelle Fassung des Seenotrettungsgesetzes der optimale Schutz vor den Folgen des Klimawandels ist.

Oh je, die Grünen

Über die wahren Sorgen der Grünskeptiker

Das Land ist ziemlich grün geworden und damit ist nicht nur die Flur gemeint, die sich an den Niederschlägen der letzten Wochen sattgetrunken hat. Es geht auch nicht um die grüne Fernbuslawine, die der Schiene die Passagiere auf Langstrecken entreißt. Nein, es ist der Stimmungsumschwung. Die Grünen bei 26% auf Bundesebene und damit vor den addierten Unionsparteien. Dabei mussten sich die Grünen nicht einmal mit Regierungserfolgen bekleckern, sie haben einfach bei ihren Warnungen Recht bekommen. So einfach kann Erfolg sein.
Aber wie soll das gehen? Können die Grünen überhaupt Kanzlerin oder Kanzler, und können sie regieren? So hört man die Ängste der schwarzverbrämten Stammtischhocker, die sich bei aller Kritik an der schwarzen Politik doch noch nie getraut hatten, das Kreuz woanders hinzumachen, weil das die katholische Seele nicht zulässt. Praktisch betrachtet alles Missbrauchsfälle. Nun ja, es ist schon eine Aufgabe, die Leistungen der aktuellen Ministerriege, allen voran der Verkehrsminister, zu toppen. Man tut sich wirklich hart, bei den Grünen Persönlichkeiten zu entdecken, die  ähnlich schwer auf den Kopf gefallen sind. Insofern ist die Sorge berechtigt, ob die Grünen überhaupt in dieser Weise regieren könnten.
Ja, der Durchschnittsstammtischbruder mit CSU-Vergangenheit wünscht sich eigentlich eine Veränderung durch die CSU, bei der alles besser werden soll, indem es hoffentlich so bleibt, wie es ist. Das ist die Schizophrenie des nicht Wahrhabenwollens. Und je schneller sich die Situation ändert, umso weiter triftet die Stammtischseele in die Unvereinbarkeit seiner einbetonierten Sichtweise mit der Realität ab. Ob das Traditionsverharren, welches ja unverkennbar ein wesentlicher Bestandteil der bayerischen Seele ist, zum Untergang des Bayerntums führen muss, weil es irgendwann zu weit von der Zeit zurückverharrt, das kann nicht ausgeschlossen werden. Ob aber andererseits bei zeitgemäßem Denken und Handeln das Bayerntum sich zum Preußentum wandelt, wie es der Traditionsstammtischler sicher befürchtet, ist wohl auszuschließen. Immerhin hat sogar ein bayerischen Ministerpräsident und Kabarettistenretter schon einmal Pläne auf den Tisch gelegt, in die Lederhose einen Laptop einzubauen, vermutlich mit Hosntürlaufkappapp.

Money makes the world go round

Money makes the world so bad

Andrej Babiš hat Tschechien zu seinem Betrieb gemacht. Er besitzt zahlreiche Betriebe, ist Multimilliardär (bei Multimilliardär ist die Währung schon egal) und Tschechischer Ministerpräsident und momentan hat er ziemlich viele Kritiker, also einige Hundertausend, die sich offen in einer Demonstration dazu bekannten und - natürlich - viele, die eigentlich auch gegen ihn und seine Machenschaften sind. Wenn einer so viel Macht auf sich vereint, dann kann das schon charakterverderbend sein. Aber keine Sorge Herr Babiš, selbst wenn man Ihnen die Korruption nachweisen kann, derer man Sie bezichtigt, selbst wenn Sie zu einer gesalzenen Strafe verdonnert werden, selbst dann bleibt Ihnen noch so viel Geld, dass Sie sich Korruption weiterhin leisten können. Man gewöhnt sich schließlich an ein reiches Leben und - naja ein Abstieg? Wäre Charakter wertvoller als Geld, dann müsste man Ihnen den direkt wünschen. Aber so weit sind wir ja noch nicht. Nehmen Sie sich ein Beispiel an Erdogan und ersetzen Sie Ihre Kritiker in den Gerichten. Sie haben doch sicher einige Leute in petto, die gerne und hochbezahlt Ihre Unschuld feststellen. Geld ist so gesetzesformend, wenn man genug davon hat. Freilich, dieser Klimawandel, den kann man mit Geld nicht wegbestechen, der kommt einfach, sogar zu den Reichen. Unerhört, was sich diese Umwelt einbildet, dabei ist es doch mit dem Kapitalismus so gut gelaufen. Belastende Produktionen ins nachsichtige Ausland. Müll in die asiatische Geduldigkeit und raus mit den Bodenschätzen, so lange man nur genug verdient. Genug? Wer hat schon jemals genug? Es muss immer mehr werden. Hast du ein paar Tausender, freust du dich über einen Hunderter. Bei ein paar Millionen müssen es dann schon ein paar Hunderttausender sein und bei Multimilliarden muss es so richtig viel Geld sein, damit auch die rechte Freude aufkommt. Das muss die Umwelt einfach verstehen. Es geht nicht primär um die Umwelt, die ist den Hyperreichen sogar egal, die müsste nicht geschädigt werden, wenn es anders ginge. Aber schonende Förder-  und Produktionsmethoden sind halt teurer und eine ordentliche Entsorgung, was die Geld kosten würde? Und mal ehrlich, der Klimawandel, der bringt höhere Temperaturen, aber die Luxusgeländekarossen gibt es bestimmt mit stärkeren Klimaanlagen, dann macht es ja nichts aus. 

BMW GS

Die Minimierung des maximalen Risikos

Zugegeben, wer sich eine BMS GS leisten kann, ist der testosteronschwangeren Zeit längst entwachsen, aber bei der männlichen Hälfte der Menschheit bleibt das Kampfgen auch nach der Pubertät erhalten und so ein Motorrad ist durchaus ein probates Mittel, um in den Krieg zu ziehen. Sehr schön zu beobachten, wenn die ergrauten Herren an den aufgereiten Kampfmaschinen auf einschlägigen Motorradparkplätzen vorbeidefilieren und die Kampfkraft der Maschinen beurteilen. Was Kraus-Maffei bei den Panzern, ist BMW bei den Radsportkampfmaschinen. Allerdings können sich diese Edelstraßenpanzer nur Betuchte leisten und die sind meist ergraut. Dann wir schwadroniert über die technischen Finessen, die scheinbar jeden Fahrfehler des Ergrauten ausgleichen und sicher wie ein Zug auf Schienen durch die Kurven gleiten. Dass die sündteure Kampfmaschine nächtens nicht frei herumstehen darf, sondern maximalverschlossen in einer Hotelgarage zu parken hat, versteht sich von selbst. Denn wie einfach könnte der Feind des Nachts bei frei abgestellten Motorrädern die Zielfunktion der Bordkanone umprogrammieren und dann wäre der nächste Pass nicht mehr mit autonomer Kurvendynamik anvisierbar, sondern der Fahrer müsste das übernehmen, eine Zumutung. Wer beim Fahren den Kick sucht, tut sich natürlich mit einer BMW GS härter, denn die umfangreichen Sicherheitssysteme, die nahezu jeden Fahrerdefekt ausgleichen, machen das schier unmöglich. Man muss schon mit äußerster Brutalität durch die Gegend rasen, damit noch ein Rest von Abenteurer spürbar wird. Insofern wäre eine Adrenalininjetionsfunktion die logische Nächstentwicklung von BMW. Technisch müsste das über eine Injektionsnadel in der Sitzbank lösbar sein. Da aber der adrenalinsuchende GS-Fahrer die Landschaft sowieso kaum mehr wahr nimmt, wäre wohl ein Fahrsimulator mit 3D-Brille ausreichend, außerdem viel umweltschonender. Ja, es staut sich so einiges auf, wenn Mann nicht regelmäßig in den Krieg ziehen kann.

Wieder nix drin

Über die Abwesenheit Hinterfotzings in der Presse

Es gibt ja Leute, die lesen ihre Zeitung von hinten, also mit dem Lokalteil beginnend. Das ist der schnellste Weg, um die Abwesenheit von Hinterfotzing festzustellen. Wären da nicht manchmal runde Bürgermeistergeburtstagsgratulationen oder ein Spiegelstreifer, dann möchte man schier meinen, Hinterfotzing liegt nicht im Verbreitungsgebiet der Lokalzeitung. Freilich: der Mangel an Lokalredakteuren, die von der Lokalzeitung sukzessive ersatzlos in Rente geschickt wurden. Aber die Kehrseite der Medaille ist, dass jeder einigermaßen Schreibfähige alles mögliche an die Redaktion senden kann und es wird gedruckt. Folglich hat keiner was gesendet, wenn nichts gedruckt wird.
Also nicht einmal die Hinterfotzinger Gemeindeverwaltung sieht es als erforderlich an, den eigenen Ort in der Presse am Leben zu erhalten, mal abgesehen von den Bürgermeistergratulationen, die jedoch hauptsächlich die Dankbarkeit der Gratulierten gegenüber der BDU fördern sollen. Ja was glaubst du? Du kannst im Leben getan haben, was du willst, wenn du gemeindliche Gratulationsgrenze erreicht hast, dann kommen sie und es wird ausschließlich lobend über dich berichtet, was vermutlich ausschließlich du in der Zeitung liest, während der Rest der Zeitungsleser resigniert feststellt, dass Hinterfotzing wieder einmal nicht existiert, zumindest in der Presse.
Man könnte es als beidhändiges Abtauchen in die Bedeutungslosigkeit bezeichnen oder schlicht als Desinteresse, es kommt auf's Gleiche hinaus. Wenn es nichts zu berichten gibt, dann hat sich nichts getan. Ist man aber dafür zuständig, dass sich etwas tut, dann muss der Arsch ganz schön lahm sein, zumindest breit und gemütlich, dass man die Nichtsnutzigkeit behäbig aussitzen kann, bis man sich spinnwebenverhüllt in den Ruhestand verzieht, den man eigentlich vorher schon in vollen, vor allem ruhigen Atemzügen genoss. 
Und auch hier bewahrheitet sich: "Der Fisch stinkt vom Kopf." Denn der Faulpelz kann sich nur faul pelzen, wenn der Kopf ihn lässt. Der Kopf aber wurde gewählt, weil er das Siegel der BDU auf der Stirn trug und wenn du dieses Siegel trägst, dann fragt der generationsübergreifend unbeirrbare Hinterfotzinger Wähler nicht nach Alternativen und wählt dich. Sogesehen ist jeder seines Unglücks Schmied. Und mit dieser maximalbornierten Ignoranz geht es munter auf den Untergang zu. Die Jungend- und Bildungsabwanderung belegt es nur zu deutlich. Aber natürlich auch das Strategie: Je weniger Bildung, umso größer die Chancen der BDU. Ja, man wählt halt nichts, was man selber nicht versteht. Irgendwo logisch, aber ebenso fatal. 

Reindlbittgang

Die Kulinarisierung der Religion

Nun ja, Bittgänge haben vermutlich das Ende ihrer Lebensperiode erreicht. Wozu segnend über die Felder gehen, wenn doch die industrielle Ertragsmaximierung wenig mit dem Erhalt der Schöpfung am Hut hat. Soll Gott etwa den Menschen vor dem Menschen schützen? Das dachte sich auch Pfarrer Bruno Rauchbier und wandelte den Bittgang zu einer kulinarischen Zielwanderung mit Reindlfinale um. Natürlich mit Anmeldung und bei jedem Wetter, also das Reindl. Der Bittgang freilich nur bei Schönwetter. Mag schon sein, dass dieses Konzept aufgeht, immerhin steht der Genuss zur Zeit recht hoch im Kurs. Aber das schien dem ausführenden Klerikalexemplar gegen den Strich zu gehen, also wurde der Bittgang mit einer Litanei eingeleitet, der die Heiligen schier auszugehen drohten. Praktisch eine vollständige Aufzählung sämtlicher Verheiligten. Dass die Hinterfotzinger Selbiges nicht gutierten, kannst du dir getrost vorstellen. Ja, es gibt durchaus sehr erfolgreiche Methoden, die Anzahl der Kirchenaustritte zu beschleunigen, zumindest die Zahl der Bittgangswilligen zu dezimieren. Ob das finale Reindlerlebnis die Marathonlitanei wettmachte, war zu Redaktionsschluss nicht bekannt. Freilich wäre es interessant, was eigentlich Gott von dieser Variante und der Einleitung hält. Es muss aber wohl leider davon ausgegangen werden, dass das bei den Beweggründen für Litanei und Reindl bestenfalls eine untergeordnete Rolle spielte. 

Europa hat gewählt

Die Tatsachen

Man muss zur Kenntnis nehmen, dass der bundesweite Trend in Hinterfotzing (noch) nicht angekommen ist.

Man muss akzeptieren, dass eine sehr große Zahl von Wählern rechte Parteien gewählt hat, aber man muss es nicht verstehen.

Man muss die Realität annehmen, dass die Mehrzahl der Wähler in Hinterfotzing keinen Wandel will,
damit entweder den Klimawandel ignorieret oder den rechten Parteien die Lösung zutraut.

Ja, man muss nach dieser Wahl viel erkennen. Erkennen, dass die BDU nicht für die fatale Entwicklung in unserer ländlichen Regionen verantwortlich gemacht wird.
Für Bildungsabwanderung und Industrielandwirtschaft, für Billigarbeitsplätze und Zukunftskonzeptlosigkeit.

Man muss einsehen, dass die Hinterfotzinger Wähler vor allem eines haben: Angst vor Veränderung. Angst vor einer naturverträglichen Landwirtschaft, massive Angst vor regenerativer Energie, große Angst vor gesellschaftlichen Veränderungen. Dabei sollte eines klar sein: Ohne Veränderung gehen bei uns die Lichter aus.

Nun ja, es ist die Zukunft. Man kann sich dafür entscheiden oder dagegen, aber wir werden in ihr leben.

Rezo zerstört die CDU

Wie ein einzelner Blogger einer Partei das Fürchten lehrt

Seit Twitter Donald wissen wir: es gibt Fake News. Gut, bei Twitter Donald stellt sich sehr häufig heraus, dass er die Quelle ist. Jetzt könnte man das mit einem Augenzwinkern abtun, weil man sich ja immer selber eine Meinung bilden kann, was nun fake ist und was nicht. Praktisch die Spreu vom Weizen trennen. Aber seit letzter Woche wissen wir, dass Videos eine Regierung sprengen können, zumindest eine Österreichische, die viele als gut empfunden haben, weil scheinbar effektiv, aber offensichtlich nicht ganz demokratisch, zum Teil völlig undemokratisch und maximal korrupt. Das einzige Demokratische also die Wahl, mit der Mr. Korrupti an die Macht kam. Und keine Chance auf Verfakung, zu schön zu sehen und zu hören. Tja, so kann's kommen, wenn man die Möglichkeiten der Realität unterschätzt. Aber natürlich sind die Videomacher nun die Bösen, weil sich das nicht gehört. Also es gehört sich nicht, einen Politiker beim Verrat der demokratischen Werte zu filmen. So gesehen müssten die Blitzer sofort verboten werden, weil sie uns beim Bruch der Straßenverkehrsordnung fotografieren. Und nun schon wieder ein Video und diesmal sogar mit Verursacher im Bild und wiederum kein Fake. Und da hättest du sie hören sollen, die Stammtischbrüder in Hinterfotzing, was man mit so einem machen sollte, der es wagt, gegen die Partei zu wettern, der man selber kompromisslos seit eigenem Menschengedenken die Stimme gibt. Da habe ich mir schon gedacht: "Noch verdammt viel Luft nach oben, im Hinterfotzinger Stammtisch-Demokratieverständnis." Aber es scheint so, dass der Blogger Rezo mit seinem Frontalangriff an die Regierungsparteien plus FDP den Pfad der Wahrheit nicht verlassen hat, sonst wäre wohl schon ein Gewitter über ihn hereingedonnert. Es scheint so, dass er recht hat und die Regierenden anderes im Sinn haben, als unser Wohl und die Zukunft unserer Nachkommen. Tja, es gehört vermutlich Mut dazu, die tradierte Parteitreue über Bord zu werfen, wenn es um Wohl oder Wehe unserer Enkelkinder geht. 
Rezo hat sich nicht kurz gefasst und die Fakten prasseln wie MG-Salven, aber ist eine Stunde Zeit wirklich zuviel verlangt, wenn es um die Zukunft geht? Immerhin haben sich schon über 8 Millionen Menschen dieses Video angeschaut. Hier ist es zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=4Y1lZQsyuSQ

Kommunalpolitik

Die Zeit als Gemeinderat

Als ich in den Gemeinderat kam, war ich einigermaßen überrascht. Aber es war eigentlich klar, denn ich habe den Namen meines Vaters geerbt und der war viele Jahre im Gemeinderat, ergo wählten mich die paar, die mich wählen wollten und die vielen, die meinen Vater unter dem Namen vermuteten. Jedenfalls fiel das Ergebnis ziemlich deutlich aus. Dabei habe ich mich selber gar nicht gewählt, das war damals verpönt, dachte ich zumindest. Nicht nur, dass ich mich selber nicht gewählt hatte, ich wählte auch keinen von meiner Liste und auch keinen von der fadenscheinigen Bruderliste. Denn als ich im Zuge der Wahlvorbereitungen erkannte, welches Spiel da gespielt wurde, gefiel es mir überhaupt nicht und ich wählte die anderen und zwar ausschließlich. Noch während der ersten Legislaturperiode kam dann auch der Bruch und viel sagten später: "Ja, wenn du bei der BDU geblieben wärst, dann wärst du heute Bürgermeister." Mag schon sein, aber wie viele eigene Meinungen hätte ich dafür am Parteieingang abgeben müssen. Letztlich war es ja auch der damalige BDU-Bürgermeister, der mich den Parteiaustritt kompromisslos und möglichst rasch ansteuern ließ. Ein Ichling, der Informationen als Macht ansah und sie für sich beanspruchte, folglich nur Jasager brauchte und dafür taugte ich nicht.
Nach gängiger BDU-Linie hätte ich für Atom sein müssen und gegen Windkraft und für Fernwasser und für Umgehungsstraßen und für Parteimeinung und gegen persönliches Denken. Ja, wenn das einer kann? Ich konnte das nicht und ich könnte es nach wie vor nicht. Ich hasse den Wahlomat, denn nach dessen Empfehlung müsste ich permanent die Linken wählen und die wähle ich nicht. Manchmal glaube ich schon, ein Linker hat ihn programmiert. Nein, die AfD ist auch keine Alternative, nicht mal für Protestwähler, man muss nur das Wahlprogramm lesen. Obwohl, wer liest Wahlprogramme? Wenn die BDU nur jene wählen, die das Wahlprogramm gelesen haben, dann schaffen sie die 5%-Hürde nicht. Aber BDU wählt man als Bayer, weil Kirche und Landschaft und immer schon. Was braucht es da ein Wahlprogramm. Ist wie bei der SPD, die könnten auch reinschreiben, was sie wollen. Insofern sind BDU und SPD-Wähler gleichermaßen informationsresistent. Aber auch interessant, wie sich die einstmals linke Partei aufregen kann, wenn ein Juso linke Forderungen stellt. Scheint so, dass wir jede Menge Parteien der Mitte haben, da muss man sich über die Linken und die AfD nicht wundern. 
Wenn du einmal komplett durchblickst, wie es läuft, dass nicht die Intelligenz regiert, sondern die Partei, dass es nicht um Vernunft geht, sondern um die Meinung von Fachstellen, dass die meisten Bürger nicht die Gemeinde im Sinn haben, sondern den eigenen Vorteil über alles stellen. Wenn du das alles mal in vollem Umfang begriffen hast, dann ist es höchste Zeit aufzuhören, denn du wirst die Menschen nicht bessern können. Sie sind halt wie sie sind: fehlerhafte kleine Lichter mit einer ausgeprägten Ichsucht, die oft über die eigene Lebensspanne hinauszureichen scheint. Ja leider sind sie viel zu selten, die Altruisten, die Gutmenschen, die Weltverbesserer. Dabei geht es uns doch allen so gut, das wir ausreichend Gelegenheit hätten, an andere, an das Gemeinwohl zu denken. Aber das wäre ja allzu christlich. Dazu sind doch nicht mal christliche Parteien im Stande. Und jetzt sage ich dir eins: Selbst wenn du das tust, unterstellen sie dir egoistische Absichten.

Nordic Walking

Das Ende des aufrechten Gangs

Vor etwa 3,5 Millionen Jahren erhoben sich unsere Vorfahren und fingen an, auf den Hinterbeinen zu gehen. Warum? Vielleicht, um weiter zu sehen, vielleicht, um die Vorderfüße verwenden zu können. Wer weiß. Jedenfalls lernten wir die Vorderfüße zu gebrauchen und sie wurden zu Händen, die immer vielfältigere Dinge tun konnten, vom führen eines Werkzeugs bis zum Tippen auf einer Tastatur. Der aufrechte Gang schenkte uns die Hände.
Den ersten Wanderstöcken begegnete ich Anfang der Achtziger in den Bergen. Sie unterstützten beim Aufstieg und bremsten beim Abstieg. Das schonte die Gelenke, aber schon damals merkte man dabei, dass der Gleichgewichtssinn weniger Training erfuhr, wenn man jeden Balanceakt mit den Stöcken abstützte. Aus diesem Grund verweigere ich mich im wenig steilen Gelände den Stöcken. Dort braucht man sie nicht. Dort können wir uns unsere vor 3,5 Millionen Jahren erworbene Fähigkeit des zweibeinigen, aufrechten Gangs erfreuen und die Fähigkeit damit aufrecht erhalten. 
In den späten Achtzigern setzte die Nordic-Walking-Welle ein und der Mensch machte sich freiwillig zum Vierbeiner. In Horden stöckelten die Neuvierbeiner anfangs durch Wald und über Flur. Wie einen schweren Hagelschauer hörte man sie herantrommeln. Und wenn du heute auf einer Fußwallfahrt mitgehst, wirst du von links und rechts und vorne und hinten mit Walkingstöcken attackiert. Es scheint so, dass sich der Mensch in freier Natur ohne Stöcke nicht mehr fortbewegen kann. Und das stimmt auch, zumindest, wenn man lange genug mit Stöcken den eigenen Gleichgewichtssinn verhätschelt. 
Durch Einbeziehung der Hände in die Fortbewegung fallen sie für andere Dinge weg. Für das Hochschieben der Brille, für den Griff zur Kamera, für das Ertasten der Natur, für den Gruß. Zum Trinken führt ein Schlauch aus dem Rucksack zum Mund, wie der Selbsttränker in Kuhstall. 
Was ist der Vorteil: Fitness. Zumindest sagt man ihnen das. Mehr Kalorien verbrennen. Wozu? Um den Körper auf Idealform zu bringen. Aber was ist die Idealform des Körpers? Das ändert sich auch von Epoche zu Epoche. Im Barock wärst du mit einem Nordic-Walking-Körper nicht weit gekommen. Vielleicht zum Steckerlfisch. Ja, die Erkenntnis von heute ist der Irrtum von morgen. Warten wir es ab. Die nächste Welle kommt bestimmt und die Stöcke landen dann auf dem Müll, von dem wir scheinbar eh noch viel zu wenig produzieren. 
Natürlich ist unser Körper nicht für sitzende Bürotätigkeit konzipiert. Aber müssen wir uns deshalb gleich zum Vierbeiner degenerieren? Es gibt doch sicher auch würdigere Möglichkeiten, als Degeneration. Man könnte doch auch länger Spazierengehen und die Natur wahrnehmen, als mit optimaler Nordic-Walking-Geschwindigkeit hindurchzuvierbeinern. Und wenn dann ein Nordic-Walking-Missionar maximalüberzeugend auf mich einredet, dann stelle ich ihn mir immer vor, wie er auf allen Vieren durch die Natur dahinhechelt. Der Urmensch wenn das sehen könnte würde wohl sagen: Aha: Evolution Endstation, alles aussteigen!

Energie

Ein Blick in die Zukunft

Vermutlich wird Energie der wichtigste Rohstoff der Zukunft. Wenn unser Leben klimaneutral verlaufen soll, dann dürfen wir Energie nur mehr regenerativ erzeugen. Also ohne fossile Brennstoffe und ohne Atomstrom. Die Alternativen lauten Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme. Eine gewisse Rolle  werden auch nachwachsende Rohstoffe spielen. Wenn Kohle, Erdöl, Erdgas und Atomstrom durch sauberen Strom ersetzt werden müssen, dann werden wir viel Strom brauchen, sehr viel Strom. Natürlich gibt es auch unendlich viel Einsparpotential durch Beleuchtungsumstellung und -abschaltung, durch Wärmedämmung, durch mehr Effizienz, aber den Mehrbedarf für Wärme und Mobilität gleicht das nicht aus. 
Neben der Einsparung geht es auch um die Speicherung, ein wesentlicher Dreh- und Angelpunkt. Hier gibt es schon viele Techniken und es wird weiter eifrig daran geforscht. Im Prinzip ist also dieses Problem schon heute gelöst. Strom sollte möglichst verbrauchsnah erzeugt und gespeichert werden, das spart teure Transporttrassen und Leitungsverluste. Letztlich sollte keine ungenutzte Kilowattstunde erzeugt werden und dann wird sich auch die Frage stellen, ob man sämtliche Straßenbeleuchtung die ganze Nacht brennen lässt und dafür X weitere Kraftwerke braucht oder um 00:00 + X abschaltet und den Strom speichert. Komisch, wenn man das für den eigenen Haushalt entscheiden müsste, wäre das schnell erledigt. So sanken die Anträge für weitere Straßenbeleuchtungen gegen Null, als die finanzielle Beteiligung der Anrainer eingeführt wurde.
Durch den extremen Mehrbedarf wird Strom teuer. Erinnerungen an die Energiekrise der 80er Jahre sind nicht unberechtigt. Außerdem wird Strom nicht überall in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen. Der Strom wir intelligent verteilt werden, der Stromverbrauch intelligent gesteuert. Energiehungrige Arbeitsplätze werden zu energiereichen Standorten wandern. Energie wird ein großer Standortfaktor.
Aber das alles bekommen wir in den Griff, dazu ist die Menschheit konzipiert. Und es wird immer Menschen geben, die den Untergang prophezeien. Gut, der kommt auch, aber es wird noch ziemlich lange dauern. Vorher kommt eine ziemlich wichtige und vieles verändernde Energiewende. Und es liegt an uns, ob wir uns von Windräder verrückt machen lassen oder sie als erforderlich akzeptieren. Aber mal ehrlich: Seit wir auf der Welt sind verändert sich alles ständig und es wird so weitergehen.

Und sie bewegt sich doch

Über die relative Geschwindigkeit der Zeit

Eilt sie oder schleicht sie? Ich meine die Zeit. Meist rinnt sie dir durch die Finger wie munteres Quellwasser und du kannst  die Finger noch so fest zusammendrücken, es nützt nichts, dann dann läuft sie eben über den Handteller oder spritzt in alle Richtungen davon. Ja, wir haben sie getaktet. In Jahre, in Monate, in Wochen, in Tage, in Stunden, in Minuten und auch noch in Sekunden. Aber sie eilt wenn sie will und lässt sich nicht kontrollieren, da kannst du eine noch so teure Uhr kaufen, die sie noch so genau anzeigt, aber bremsen kannst du sie nicht. Als Gegenmittel kannte ich bisher nur Zahnweh. Ja, da kriegt sie auf einmal eine ungeahnte Länge, aber Zahnweh ist mittlerweile fast so selten wie Langeweile, also als Zeitbremser kein verlässlicher Partner. 
Aber scheinbar ist es mit der Zeit wie mit einem Fußball. Du knallst in mit voller Wucht weg, dass er nur so fliegt, aber dann kommt er auf den Boden und wird immer langsamer, bis er bloß noch rollt, dann durch's Gras schleicht, bis er schließlich liegen bleibt. So ist es auch mit dem Leben, irgendwann kommst du auf den Boden der Tatsache und die Flügel werden dir gestutzt, sei es mit Kreuzweh, Kunstgelenk oder einem Rollator und dann schleichst du noch ein Stück, bis du im Pflegebett zum Liegen kommst und mit dir die Zeit. Dann zählst du die Minuten, dann die Sekunden und dann vergisst du von Tick zu Tack die letzte Zahl, weil der Abstand zu groß wurde. 
Aber solange es munter dahinsprudelt, hast du nur mit Zahnweh eine effektive Zeitbremse. Zumindest dachte ich das, bis ich vor ein paar Jahren in Hinterfotzing einen neuen Insichversunkenen vor Gottes Wohnkonserve entdeckte. Der konnte die Zeit nahezu zum Stillstand bringen und jede Minute zur Ewigkeit machen. Die Methode ist so wirkungsvoll wie einfach: Erzähle eine bekannte Geschichte und wiederhole mantraartig die abstrusesten Begründungen. "Der Opa schickt seinen Sohn zu seinen bösen Enkelkindern, damit die ihn erschießen, wonach der Opa seine Enkelkinder wieder richtig lieb hat." Abgesehen, was das über die Vater-Sohn-Beziehung aussagt, verstehst du vielleicht, was ich meine, wenn ich dir erzähle, dass der Sohn das verstanden hat. Nun stelle dir mal vor, ich lege dir innerhalb von fünfzehn Minuten dar, warum das so sein musste, dann wirst du entweder geistig abschalten oder gefühlte hundertzwanzig Minuten später deinen Gähnmarathon beenden. Aber es ist unglaublich, wie der Insichversunkene damit die Zeit abbremsen kann. Er beginnt und es ist Frühling, er endet und du meinst, es muss Herbst sein, aber es waren nur fünfzehn Minuten. Du bekommst eine Ahnung von Ewigkeit und einen Eindruck, wie es im Pflegebett sein wird. Zeit. Und erst beim Ausgang reißt dich die Zeit wieder mit sich fort und trotzdem bist du froh, ja sehr froh, denn schleichende Zeit macht lange Weile und die ist langweilig.

Die Erfindung des Menschen zweiter Klasse

Über die Unverträglichkeit von Reichtum und Nächstenliebe

Zugegeben: Die Forderung des Jesus aus Nazareth ist schon ziemlich überzogen und meilenweit an der menschlichen Psyche vorbei. Immerhin hätte er es als Gottessohn schon besser wissen müssen, mit welcher Egozentrik sein Vater die Menschen ausgestattet hat, nachdem er sie aus Lehm sprich Dreck erschaffen hat. Und der Dreck kommt an vielen Stellen immer wieder durch. Bei dreckigen Geschäften oder dem Dreck am Stecken, dem Dreck, in den man Menschen zerrt. Überall findet man ihn und in allerlei Fascetten. Ja, da ist sie erfinderderisch, die seltbstgeadelte Krone der Schöpfung. Und mal ehrlich: Kennst du keine dreckigen Tricks? Wie man aus Geld Schwarzgeld macht, wie man ein Auto vor dem Verkauf aufhübscht. Ja selbst wie man sich darstellt, wenn es um die Balz geht. Der Mensch ist ein geborener Betrüger. Man sagt, das verursachte die Evolution, weil sich das Bessere durchsetzt. Wer sagt, dass das bessere etwas Gutes ist? Die giftigere Schlange setzt sich durch, ist sie deshalb besser. Die größere Spinne frisst die kleinere. Der Mensch unterwirft sich alles, was die Natur her gibt. Die Natur wird geschunden bis zur Unkenntlichkeit, die Tiere werden optimiert, damit sie den maximalen Nutzen bringen. Man kann ja nur hoffen, dass die Inder mit der Wiedergeburt nicht Recht haben. Stell dir mal vor, der Massentierhalter würde als Massentier wiedergeboren. Schnell wäre es mit der Massentierhaltung vorbei, wenn man das im Vorleben schon wüsste. Aber man weiß es ja nicht, also muss man sich kein schlechtes Gewissen machen, wenn der Bewegungsraum eines Legehuhns ein Blatt Papier groß ist und die Milchkuh ihr Euter nur mehr mit Mühe zwischen die Hinterbeine bringt.
Aber der Mensch macht nicht halt bei Natur und Tier, er unterwirft auch seinesgleichen. Der Mensch hat dazu den Menschen zweiter Klasse erfunden. Das liegt schon lange zurück. Schon bald gab es Menschen, die kräftiger waren und sich daher besser durchsetzen konnten. Sie stellten sich über die anderen und erteilten ihnen Befehle. Sie nannten sich Adelige. Die überwiegende Zahl der Menschen war nichtadelig und damit Menschen zweiter Klasse. Jetzt wirst du sagen, dass es auch bei Tieren so ist, dass es zum Beipiel einen Leitwolf gibt. Da hast du schon Recht, aber das Recht des Leitwolfs wird nicht vererbt und der muss auch ständig um seinen Rang kämpfen. Damit das den Adeligen nicht passiert, fingen sie regelmäßig Kriege an, die allerdings nicht von ihnen, sondern den Menschen zweiter Klasse ausgefochten werden mussten. Außerdem wurden die Menschen zweiter Klasse während dieser Kriege im Fall der Niederlage ausgeplündert. Also mussten sie sich ihrem Adeligen fügen, damit der sie organisiert, um gegen die Menschen zweiter Klasse eines anderen Adeligen siegen zu können, die sie sonst ausplünderten. Es dauerte bis zu französischen Revolution, bis die Menschen zweiter Klasse merkten, dass an diesem System etwas nicht stimmt. Reichlich spät für die Krone der Schöpfung. Doch so leicht war das Ding nicht abzuschaffen. Es bedurfte letztlich zweier ziemlich großer Kriege, bis das verkrustete System zerschlagen war. Auch bei diesen wahnsinnig brutalen Kriegen schossen immer noch die Menschen zweiter Klasse aufeinander. Dass nach dem letzten großen Krieg schon über siebzig Jahre vergangen sind, in denen es keinen großen Krieg mehr gab, mag daran liegen, dass der Mensch dazugelernt hat, wahrscheinlicher ist aber, dass die Schrecken dieses Gemetzels eine Kriegsangstpsychose hinterlassen haben. Dann wäre eine Psychose wenigstens mal für etwas gut.
Die großen Kriege hatten aber auch einen gewissen Vorteil, denn wenn ziemlich viel kaputtgeschossen wird, dann braucht es auch ziemlich viel Arbeit, bis alles wieder hergestellt ist. Interessanter Weise koppelte man diesen Wirtschaftsboom von der Vorgeschichte ab und sprach von einem Wirtschaftswunder. Man koppelte vieles ab, wenn man es von der dreckigen Vorgeschichte loslösen will. Wie wird es wohl einem amerikanischen Ureinwohner beim ersten Indianerfilm ergangen haben? Wenn er zuschauen musste, wie die Menschen erster Klasse mit Schießgewehren den Menschen zweiter Klasse mit Pfeil und Bogen gegenübertraten und sie wie die Karnickel abknallten. In Europa hat die Kirche die Juden zu Menschen zweiter Klasse gemacht. Die Juden durften kein Handwerk ausüben, also spezialisierten sie sich auf's Handeln und da waren sie sehr gut und damit erfolgreich und deswegen immer wieder Progromen ausgesetzt, um an ihr Hab und Gut zu kommen. Die damals übliche Form des Finanzausgleichs. Ein Hitler hat die Judenvernichtung zur maximalperversen Perfektion hochgetrieben und damit Deutschland ein Kainsmal auf die Stirn gebrannt. 
Mit Menschen zweiter Klasse kann man von den eigentlichen Problemen ablenken. Man macht sie zur Ursache der Probleme. Ein vor Wirtschaftskraft strotzendes Deutschland schürt die Angst vor einem Häuflein Flüchtlinge und projeziert das Menetekel des eigenen Untergangs an die Wand. Flugs werden Abkommen geschlossen, die den Hilfesuchenden die Einreise erschweren oder verweigern. Ein führender BDU-Poliiker ließ sich sogar zur Aussage hinreißen "... den kriegst du nicht mehr weg". Maximalausländerfeindlichkeit tritt vor allem da auf, wo keine Flüchtlinge sind. Da haben die Demagogen ein leichtes Spiel. Die Flüchtenden der Welt werden zu Menschen zweiter Klasse mit deutlich gestutzten Rechten. Die Fluchturasachen brauchen nicht zu interessieren. Und die paar Aktivisten, die vermutlich an Asterixs Ausruf "Die spinnen, diese Römer" denken, werden zu Unverbesserlichen. Dabei geht es doch nicht um Humanität, es geht um unseren Wohlstand. Es geht darum, dass wir uns auch weiterhin den Zweitwagen und die Flugreise leisten können und nicht teilen müssen. Deshalb wurden die Lateinamerikaner Menschen zweiter Klasse, die man mit einer Mauer abwehren muss und die Palestinenser, weil man alles Wasser für sich haben will und ihnen keines gönnt. Und die Osteuropäer, die wir als Arbeitssklaven ausbeuten und der Heimat entreißen, wozu wir sie mit unserem Luxus locken, den sie nie bekommen werden. Und die Arbeitslosen und die aus dem System Gefallenen. Und natürlich die Andersgläubigen, obwohl man selber nichts mehr glaubt, es also gar keine Andersgläubigen geben kann. Die Menschen zweiter Klasse sind es auch heute wieder, die den Wohlstand des neuen Adels auf ihren geschundenen Rücken tragen müssen, ohne dass sie selbst auch nur einen Bissen von den Schoten für dei Schweine bekommen. Denn die Schweine sind Mastschweine und müssen nach spätestens sieben Monaten schlachtreif sein und dazu braucht es extrem optimierte Fütterung und da fällt halt nichts für arme Schweine ab. Leider, aber halt alternativlos.

Der Uninformierbare

Wenn man die da oben für kompetent hält

Es gibt eine Sorte Menschen, die nehmen zu Thema dies und Thema das keine Position ein, weil sie es nicht der Mühe wert finden oder die Zeit dafür nicht zu haben glauben oder es sie einfach nicht interessiert. Freilich, Dummheit ist auch ein leider nicht zu unterschätzender Faktor. Schon lange frage ich mich, ob es die Durchschnittsintelligenz bildungsflüchtiger Regionen nach unten drückt, wenn ständig Hirn abwandert und nur der nichtfluchtfähige Teil zurückbleibt. Aber während ich gespannt auf das Resultat warte, habe ich dessen Einsetzen schon lange übersehen. Es hat Parallelen zum Klimawandel. Da sagen ja auch viele, "nein der Kolle ist keine Folge" und auch der trockene Sommer 2018 vielleicht nicht und vielleicht sind auch so manche Kommunalbeschlüsse nur zufällig so hirnlos ausgefallen. Nun, ich bin nich scharf drauf, dass meine Vermutung stimmt.
Wenn da Bürgermeister Anton Sturbacher von unerträglichen Verkehrssituationen in Hirndübl redet und eine Umfahrung fordert, eine Maßnahme, die schon ziemlich derbe Auswirkungen auf Natur und Anwohner hätte, dann sagt der Uninformierbare, dass man da schon fundierte Daten erhoben haben wird und dass er selber nicht darüber nachdenken muss, der tappt in die Falle der unberechtigten Kompetenzvermutung. Was nicht so schlimm ist, wenn da nicht regelmäßig Wahlen wären und selbst der Uninformierbare zur Urne gerufen wird und die BDU wählt, weil BDU-Dorfbürgermeister Sturbacher die Notwendigkeit der Hirndüblumfahrung für unbedingt erforderlich hält und die BDU die einzige Partei ist, die sie fordert. 
Nun denken wir mal einen Schritt weiter. Wen nun Sturbacher ein Brettl vorm Hirn für unverzichtbar hält, gut, der hätl es nicht nur für unverzichtbar. Aber stellen wir uns einfach vor, er würde es nur für unverzichtbar halten und der Uninformierbare würde ihm das abnehmen und dann natürlich BDU wählen. Also wenn wir denen, die politische Aufgaben übernommen haben alles ohne eigene Meinung abnehmen und das in einer Zeit, in der Informationen so einfach wie noch nie zu bekommen sind, dann ist das entweder Bequemheit oder Dummheit. Es ist egal, denn das Ergebnis ist das gleiche: Es werden die gewählt, die genau das machen, was sie wollen, so begrenzt es auch sei und sie bekommen dazu das Mandat vom Dummen und leider auch vom Uninformierbaren. Es wäre mir eine große Freude, wenn ich mich irrte, aber leider habe ich mich informiert und fundierte Beweise gesammelt. Also stirbt die Hoffnung und sie stirbt nicht zu letzt.

Die brandneue BDU

Fassungslose Parteisoldaten an aufgegebenen Fronten

Ein Soldat muss Befehlen gehorchen, sonst wird das mit dem Krieg nichts Gescheites. Wenn ein Soldat einmal mit dem Denken anfängt, dann ist der Krieg vorbei. Stell dir einmal vor, sie sagen dir, dass der Franzose ein Feind ist und dass du so viele Franzosen mausetotschießen sollst, wie nur möglich. Oder sie sagen dir ein paar Jahre später, dass nun der Russe der Böse ist und du diesmal möglichst viele Russen umknallen musst. Und dann ergibt es sich, dass du einmal einem Russen begegnest, der nicht böse ist. Dann wirst du zwangsläufig daran denken, dass du jetzt eine eigene Meinung über die Russen hast und dass die von der vorordneten Meinung abweicht und du musst entscheiden, welche Meinung nun stimmt. Der Russe muss das übrigens auch tun.
So ist das auch bei Parteisoldaten, nur dass die nicht schießen, höchstens Böcke. Nehmen wir einmal den Hinterfotzinger Bürgermeister Anton Sturbacher, der ist ein Parteisoldat par excellence. Sturbacher glaubt alles, was er von der Partei vorgesetzt bekommt. So war es zum Beispiel mit dem Atomstrom. Den hat er eisern verteidigt und - streng nach Parteivorgabe - als unverzichtbar erklärt. Freilich, das hätte er nicht machen müssen, denn Atomstrom fällt nicht in die Zuständigkeit eines Dorfbürgermeisters, aber so ist er halt. Wenn es um die Partei geht, dann vertritt er auch exterritoriale Themen streng nach BDU-Meinung. Vermutlich ist er auch heute noch streng auf Atomstromkurs und zahlt jede Woche eine Messe für das Scheitern der Energiewende.
Und dann kommt auch noch diese Ökopartei daher und macht ein Volksbegehren gegen die lukrative Vergiftung der Natur. Für Sturbacher kam das einer Kriegserklärung gegen die Landwirtschaft gleich und mit erhöhtem Blutdruck und zornigem Blick sperrte er das Rathaus für die anrückenden Horden den Landwirtschaftsfeinde auf. Sein gebündelter Parteisoldatenwiderstand half nichts, das Volksbegehren ging durch und zwar so deutlich, dass sich bei der BDU die Nackenhaare aufstellten. Wenn der Bürger so machtvoll spricht, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder klein beigeben und das Begehren zum Gesetz machen oder auf einen Volksentscheid zumarschieren, der die Niederlage mit ziemlicher Sicherheit perfekt machen würde.
Also schluckte die BDU die grüne Kröte und erklärte, dass sie ab Mai grüner sein werde als die Grünen und auch ökologischer als die Ökopartei. Die Grünen und die Ökopartei also ab Mai rechts von der BDU.
Ja was glaubst du denn, wie es da im Parteisoldatenstahlhelmhirn Anton Sturbachers rumort. Wenn dein Hirm maximal unbeweglich im Parteisoldatenstahlhelm eingezwengt ist, dann kann man es nicht einfach umdrehen, Sturbacher sowieso nicht. Der rennt jetzt mit zwangsumgedrehtem Hirn in die falsche Richtung, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Wenn der Russe böse ist, dann hat der Russe böse zu bleiben und wenn man die Natur wegen maximaler Ausbeutung kaputt macht, dann hat das schon seinen parteiverordneten Sinn. Nun war sein Hirn noch immer von der Energiewende in höchster Alarmbereitschaft und jetzt dieses Desaster. 
Ich kann mir gut vorstellen, wie Sturbacher abends beim Absetzen des Parteistahlhelms diesen mit ornrotem Kopf und aller Kraft durch das Schlafzimmer schleudert, dass der schwarze Putz von den Wänden bricht und die schwarzen Ziegel darunter zum Vorschein kommen und dahinter das schwarze Loch, mal vorausgesetzt, er schläft nicht mit Parteisoldatenstahlhelm. Ausgeschlossen ist das nicht. Ja, so kann es dir gehen, wenn du Soldat einer Partei wirst, die aus lauter Widerborstigkeit von der Zeit durchgebeutelt wird, wie Deutschland vom dreißitjährigen Krieg. Dieses krampfhafte Festhalten am Gestern, das ist es ja, was rechte Alternativen hervorbringt. Aber du kannst dich gegen die Zeit stemmen, wie du willst, sie geht über dich hinweg. Wer könnte die Donau aufhalten? Die Zeit fließt, sie verändert, sie gestaltet, sie vergisst. Die Zeit wird auch einen Anton Sturbacher fortragen und vergessen. Und was bleibt dann von seiner Parteitreue? Was bleibt von der Treue, wenn die Partei das Logo, das man sich willig ins Hirn brennen ließ, einfach wechselt und nicht mehr hinter dem alten Brandzeichen steht? Nicht einmal mehr die eigene Partei wird hinter der Treue des Parteisoldaten stehen. Die Treue läuft ins Nichts, in den definitiven Unsinn.
Vielleicht ist es besser, die eigene Seele nur zeitweise an das zu vermieten, an das man glaubt, wofür man einstehen kann und will. Aber man muss sie zurückfordern, wenn dieses Etwas von der eigenen Richtung abweicht. Aber dafür ist es erst mal wichtig, eine eigene Richtung zu haben. Wer die Richtung  eines anderen übernimmt, muss gut darin sein, die Richtung schnell zu ändern, wenn der Vorgebende eine Wende hinlegt. Aber da liegt der Hase im Pfeffer. Wer das kann, der hat auch eine eigene Richtung und braucht sich keine vorgeben lassen.  Der hat eine eigene Meinung und nicht die Meinung der Partei. Wer das kann, der nimmt von der Partei an, was zu seiner Einstellung passt und wird am Profil der Partei arbeiten, damit seine Richtung zur Richtung der Partei wird. Er wird auch nicht bedingungslos hinter den größten Deppen stehen, auch wenn sie - wie auch immer - bis in Ministerposten aufsteigen, sondern dafür sorgen, dass sie schleunigst durch fähiges Personal ersetzt werden.
Aber all das ist unserem lieben Anton Sturbacher nicht gegeben, sein Hirn zwängt unverrückbar im Parteistahlhelm. Viel unverrückbarer, als die BDU, von der er sein Hirn in Beton gießen ließ. Praktisch ein Don Chichotte, nur die heeren Ziele fehlen.

Energiewende

Wie man das Stroh aus den Köpfen bringt

Der naheliegendste Gedanke wäre natürlich, das Stoh mit einem Windrad rauszublasen, aber der Gedanke ist genauso falsch, wie gegen Windräder zu sein. Denn Windräder machen keinen Wind, sonder nützen ihn aus und machen damit Strom.
Warum brauchen wir eine Energiewende? Weil die Verbrennung von fossilen Brennstoffen  unsere Atrmosphäre mit CO2  anreichert und das macht unser Klima wärmer. Das liegt daran, dass CO2 wie eine Isolierschicht wirkt, es lässt die Sonnenstrahlung durch, die unsere Erde wärmt, lässt aber die Wärme nicht mehr raus.
Es gab ja mal eine Idee, Energie durch Kernspaltung zu erzeugen, aber leider hat sich herausgestellt, dass der Müll äußerst ekelhaft ist und unheimlich lange Probleme machen wird, also so zwischen einhunderttausend und einemillion Jahre. Für unser Denkvermögen schwer vorstellbare Zeiträume. Man hat sehr intensiv und sehr teuer an der Kernfusion geforscht, mit der unsere Sonne ihre Energie erzeugt, aber außer Kosten ist nicht viel herausgekommen.
Selbst wenn wir mal ausser Acht lassen, dass die Fossilen das Klima erwärmen, so muss man leider auch feststellen, dass die mal zu Neige gehen.
Man wird also um Alternativen nicht herumkommen. Jetzt kann man natürlich sagen: Ja, das mit dem Atommüll, das klären wir schon irgendwann, bloß fehlt jegliche Perspektive, dass diese Lösung kommen könnte. Nicht einmal den geringsten Ansatz dafür gibt es, also eine ziemlich schlechte Alternative, wenn wir weitere Atomkraftwerke bauen. Außerdem ist Uran noch seltener als fossile Brennstoffe, also noch schneller verbraucht. 
Schon ein Dilemma, denn es bleiben tatsächlich nur Wind und Sonne. Freilich auch Gezeiten, aber der nächste relevante Tidehub ist auch ziemlich weit von Hinterfotzing entfernt. Und Stromtrassen will ja auch keiner. Da wird wohl nicht viel übrig bleiben, als den Strom vor Ort zu produzieren und - aus Mangel an Alternativen - mit Wind und Sonne. PV-Anlagen stören wenigstens niemand. Nun ja, ein bisschen differenzieren muss man da auch. PV-Anlagen auf Dächern stören niemanden. Aber auf Kirchen und auf Denkmälern sind sie auch unbeliebt und matürlich wollen wir sie nicht auf Grünland. Aber das spielt eh keine Rolle, weil in unseren Breitengraden der Winter ein bisschen PV-unfreundlich ist und genau im Winter brauchen wir die meiste Energie, denn da wollen wir es warm und warm verbraucht Energie und die kann - denkt man mal in aller Ruhe darüber nach - nur aus Wind oder Sonne kommen. Wenn aber im Winter die Sonne schwächelt, bleibt bloß der Wind und damit Windräder.
Also wenn jetzt die restlichen Atomkraftwerke abgeschaltet werden und fossile Brennstoffe ersetzt werden müssen, dann kann man auf ein Wunder hoffen oder muss über Alternativen nachdenken und der Wind ist so ziemlich die vielversprechendste Alternative, wenn man auf bekannte Technologien setzt und Wunder weitgehend ausschließt. Freilich ist auch PV eine Lösung, aber da müssen wir halt den Winter puffern und dazu brauchen wir ziemlich viel Energiespeicher und das wird den Strom schon dramatisch teurer machen und teuer mag auch wieder keiner.
Leider gibt es aber gegen die Nutzung der Windkraft einen Gegenwind und der zieht mit massivem Infraschall in die Schlacht. Infraschall ist Schall im niederfrequenten Bereich und für das menschliche Ohr nicht hörbar. Infraschall kann man aber spüren. Wer das erleben möchte, kann in ein x-beliebiges Konzert gehen, denn die Subwoover erzeugen überwiegend Infraschall. Je niedriger die Frequenz, umso weiter trägt der Schall. Also kommt der Infraschall viel weiter, als der hörbare Schall. Aber hören kann man ihn troztdem nicht. Also beim Windpark bei Vorderweißenbach gibt es keine Infraschall Geschädigten, aber was wissen die Ösis schon über Infraschallbeschwerden. Manchmal muss man in der Medizin schon nachhelfen, dass ein Problem entsteht. Und wenn dann ein Problem da ist, dann braucht es eine Ursache und da ist ein Infraschall eine sehr dankbare Ursache. Dabei könnte es genausogut das Handy sein oder der Funkmasten vis á vis. Aber den braucht man ja. Sogar die ehemaligen Handymastengegner regen sich heute über Funklöcher auf, weil sie nämlich das Handy mittlerweile unbedingt brauchen. So darf man auch die Hoffnung haben, dass die Windradgegner auch einmal eine Metamorphose erleben und nachher bei jedem Energieloch ein Windrad fordern. Ja, das ist sogar ziemlich wahrscheinlich. So ist der Mensch halt: zutiefst egoistisch, wenn nicht gar egozentrisch und dem Sankt-Floriansprinip sehr zugetan.
 

Entkarnevalisierung Niederbayerns

Über die notwendige Besinnung auf die eigenen Werte

Ja, man müsste ihn dringend gründen, den "Verein zur Entkarnevalisierung Niederbayerns", ähnlich wie der "Verein zur Förderung des Ansehens der Blut und Leberwurst". In den letzten Jahren wird alles importiert, Halloween aus den USA, hochzeitliches Reiswerfen aus Asien, Knutparty aus Skandinavien und natürlich maximalhellauisierend, der rheinische Karneval, der dem eher sitzenden niederbayrischen Fasching radikal den Garaus gemacht hat. Sonst mag man sie ja höchstens als Urlauber, die Jecken vom Rhein, vor allem, wenn sie ihr Geld da lassen. Aber dass die Rheinländer nun unseren Fasching komplett unterwandert haben und bei uns auf einmal Elferräte mit Narrenkappen schon ab dem elften November herumlaufen und mit überdimensionalen und damit unbrauchbaren Rathausschlüsseln herumfuchteln kann man eigentlich nur mit den desaströsen Auswirkungen jahrzehntelanger Bildungsabwanderung erklären. Da wird der unsinnige Donnerstag zur Megaparty hochgedopt, so dass ein beschaulicher Dorfplatz binnen kürzester Zeit zum Gasscherbenviertel verkommt, auf dem maximalalkoholisierte Zombies mit herausgerissenen Klotüren herumlaufen, aber hauptsache der Umsatz stimmt, der Umsatz rechtfertigt alles. Und immerhin ist es meinsten irgend ein Förderverein, mit dem man den Deckmantel der Gemeinnützigkeit über den vollbrachten Irrsinn wirft. 
War der Fasching so schlecht? Da gab es schöne Masken und lokale Missgeschicke wurden durch den Kakao gezogen. Freilich, der Fasching war drinn, wo er im niederbayerischen Winter deutlich besser aufgehoben ist. Er musste auch nicht kommentiert werden, denn jeder wusste, was und vor allem wer gemeint war und auch warum. Natürlich wurde über den Durst getrunken und manch fundamentaler Rausch mag auch einem Abend das vorzeitige Ende bereitet haben, aber wenn dann ein Glas zerbrach, dann halt, weil es der Trinker der Schwerkraft nicht mehr entziehen konnte. Die Qualität eines Faschingszuges maß man an den Themen und nicht an der Zahl der Monstertraktoren, die in ihren Frontladerschaufeln Generatoren heulen lassen, damit auf den Wägen Boxengiganten die Eingeweide erschüttern, um die Inhaltslosigkeit des Dargestellten und dessen Alkoholisierung zu übertönen. Die Zuschauerströme geben dem Wahnsinn auch noch recht. Aber was willst du von Menschen erwarten, die in den Bayerlschen Wald ein Toskanahaus bauen und ihren Hunger bei McDonalds stillen. Die haben sicher keinen Einwand gegen rheinischen Karneval oder amerikanisches Halloween. Andererseits sind die Kulturimporteure schnell am Schlagbaum, wenn Menschen aus anderen Kulturen zu uns kommen. Da sind sie sich gewiss, dass die nicht hierher gehören. Aha! Wenn ich ein potentieller Asylant wäre, dann würde ich mir schnell mal einen neuen Brauch ausdenken, den die niederbayerischen Fördervereine in ihrer Geldgier unbedingt in die Tat umsetzen werden und dann gibt es künftig eventuell am Karfreitag eine Hinrichtungsparty auf dem Dorfplatz als Megaevent, mit Komasaufen und Hirnlosbespaßung, Hauptsache die Kasse stimmt und der Irrsinn greift weiter um sich.

Aufstieg und Niedergang der Landwirtschaft

Im Regal steht ein Liter Milch für 79 Cent, das freut den Verbraucher, denn da bleibt Geld für anderes. Als er vom Discounter heimfährt, stoppt er kurz vor dem Rathaus, um sich in das Volksbegehren "Rettet die Bienen" einzutragen und damit setzt er unbewusst einen Kreislauf in Bewegung, der die bislang bekannte Welt ziemlich umwälzen sollte. Jeder ist für die Bienen, natürlich. "Erst stirbt die Biene, dann der Mensch!" Bienen sind unheimlich wichtig. Aber um die geht es beim Volksbegehren gar nicht explizit, es geht um den Erhalt der Artenvielfalt und darum, mit der Umwelt sorgsamer umzugehen. Weniger Gift, mehr Natur. Die meiste Naturfläche wird von den Bauern bewirtschaftet und die machen sehr viel Monokultur. In Hinterfotzing und Umgebung ist das vor allem der Mais. Gut, immer Mais geht eh schon nicht mehr. Außerdem begünstigen Monokulturen die Vermehrung von Schädlingen. Beim Mais ist es zur Zeit der Maiszünsler. Freilich gibt es dagegen ein Gift, wie es auch für den pauschal als Unkraut bezeichneten Bodenbewuchs Gift gibt. Aber diese Gifte nennt man Pflanzenschutzmittel. Also den Bodenbewuchs schützt das Gift nicht. Es ist also genaugenommen ein Nutzpflanzenschutzmittel.
Aber was macht das Gift sonst? Gibt es eine Packungsbeilage oder einen Arzt oder Apotheker, der über Risiken und Nebenwirkungen aufklärt, wie das zum Beispiel bei Hustensaft der Fall ist? Na klar gibt es die Packungsbeilage, aber das ist genauso wie bei den Arzneipackungsbeilagen: erstens liest sie keiner und zweitens weist darin der Hersteller jede Verantwortung von sich. Aber hier geht es nicht um den einzelnen Menschen, der dann eventuell ins Gras beißt, sondern um eine ganze Armee von größeren und kleineren Tieren, die so nebenbei mit dem Gift in Berührung kommen und davon mehr oder weniger tod werden. Aber ohne Gift kein Mais und ohne Mais keine Milch und ohne Milch kein Einkommen. Außerdem auch keine Milch für 79 Cent im Regal. Merke: Durch die Verwendung von Gift in der Landwirtschaft steigt der Ertrag und erzeugt eine Überproduktion, die es den Konzernen erlaubt, den Preis maximal zu drücken. Würden die Bauern noch mehr produzieren, ginge der Preis noch weiter in den Keller. Aber wie kann man das Aufhalten. Dass eine Reduktion der Produktionsmenge nicht funktoniert, bewies der Milchstreik sehr eindrucksvoll, weil Solidarität beim Geschäft endet und Streikbrecher lieferten, was das Zeug hilt und die Streikenden letztlich das Nachsehen hatten. Solidarität hört beim Geschäft auf.
Also muss es wieder einmal der Staat richten. Dabei war das schon mal recht gut geregelt, als die Milchmenge an die Fläche gekoppelt war. Aber ein gewisser Herr Seehofer hat in seiner Funktion als Landwirtschaftsminister diese Koppelung unter lautem Beifall der Landwirte beendet. Dass Deutschland einen Milchüberschuss produziert und dabei die Natur schädigt und gleichzeitig Industrieexportweltmeister ist, zeigt eigentlich, dass die Menschen an den Schaltstellen Monopoly nicht begriffen haben. Wenn du eh schon die Schlossallee und die Parkstraße hast, dann brauchst du nicht auch noch die drei teuren Dichterstraßen, es sei denn, dir geht es darum, deine Mitspieler so rasch wie möglich zu ruinieren. Aber wie sieht "game over" im richtigen Leben aus? Staatspleiten, steigende Gewaltbereitschaft, Kriminalität. Irgendwie muss man überleben.
Das Volksbegehren hat jetzt dieser Spirale des "Aussackelns" einen Stock zwischen die Speichen geworfen. Ist ja nicht so, dass wir es nur mit der Vergiftung von Insekten zu tun hätten, so nebenbei wird es ja auch immer wärmer und selbst in Deutschland fragt sich so mancher, ob sich das Wetter nur zufällig so stürmisch gebärdet oder man sich künftig öfter mal durchblasen lassen muss. Aber das kann man noch eine Weile ignorieren, da kann man sicher noch ein paar Jahre so tun, als wäre da nichts. Es wird halt nicht leichter werden und vielleicht schnappt ja das Klima wirklich mal über, wenn die Pole eisfrei sind und damit aus den Reflektionsflächen Absorbtionsflächen werden, die das Sonnenlicht in Wärme umwandeln. Beim Klima sind sich die Staaten noch lange nicht einig und vielleicht braucht es dramatische Entwicklungen, dass auch dem letzten klar wird, wie die Kosten dieser Entwicklung in Geld und Gesundheit explodieren werden. Aber zunächst geht es mal um die Landwirte. Gerade mal vor gut hundert Jahren wurden die Bauern Eigentümer der von ihnen bewirtschafteten Ländereien. Da alle Arbeit von Hand erledigt werden musste, war viel Personal auf den Höfen erforderlich. Die Knechte und Mägde sind mittlerweile durch immer größere Maschinen ersetzt worden. Anstelle des Gesindes trat die Bank, die den Maschinenpark finanziert. Die Bauern sind mittlerweile große Unternehmer mit enorm Aktiva. Nun zeigt sich aber immer stärker und nicht nur in Deutschland, dass Natur nicht unbegrenzt ausgebeutet werden kann. Viel zu wenig wurden die Zusammenhänge der Pflanzenvielfalt und des Gifteinsatzes auf die Vielfältigkeit der Natur beachtet und nun haben 1,8 Millionen Bayern ihre Unterschrift unter ein Volksbegehren gesetzt, das dieser Entwicklung ein Ende setzen wird und muss.
Die Bauern fühlen sich an den Pranger gestellt und ein bisschen trifft das auch zu. Aber es waren nicht die Bauern, die diese Entwicklung wollten, das war schon der Staat, der billige Lebensmittel für seine Bürger brauchte, damit der Binnenkonsum floriert. Dabei haben aber alle Beteiligten das Monopoly-Prinzip nicht verstanden, das eben ein möglichst schnelles "game-over" anstrebt. Doch selbst bei Monopoly ist ein zu kurzes Spiel nicht sehr attraktirv. Nicht mal für den Gewinner. Die bayerische und damit vermutlich die deutsche und höchstwahrscheinlich die europäische Landwirtschaft steht vor der nächsten Revolution, sie wird naturverträglich. Davor mögen manche Angst haben, aber es wird eine gute Entwicklung und für die Kosten der Umstellung muss schon der zahlen, der das alles so gesteuert hat, also der Staat. Das sind wir, die wir die Politiker wählten, die für diese Entwicklung verantwortlich waren. Recht geschieht uns. Aber wir können es besser machen. Immerhin haben wir bei jeder Wahl die Chance dazu.
Ohne Bauern geht es nicht, solange wir Lebensmittel brauchen und die brauchen wir bis zu unserem letzten Tag. Sie sind unverzichtbar. Ohne Lebensmittel kein Leben und ohne Bauern keine Lebensmittel. Aber der Bauer braucht dazu eine intakte Natur, nur so kann er dauerhaft gesunde Lebensmittel produzieren. Und der Preis: Teurere und bessere Lebensmittel. Das sollte und das eigene Überleben Wert sein.

Die Infraschallisierung der Vernunft

Oder was man nicht versteht, kann grundsätzlich gefährlich sein

Es ist ja schon reichlich kompliziert in unserer Welt. Wenn du ein Wischtelefon nicht mehr bedienen kannst, dann gehörst du nicht mehr ganz dazu. Das können heute nämlich kleine Kinder schon. Die wischen hin und wischen her, dass der Meister Proper mit dem Schauen nicht mitkommt und du kannst nicht mal ein Telefonat annehmen, weil es nicht genügt, wenn du das Wischteil von der Tischplatte nimmst und verzweifelt "Hallo!" hineinschreist. Wobei du nicht einmal die Sprechmuschel entdeckst, geschweige denn die Wählscheibe. Aber für Oldtimerfans gibt es sie wieder, die Wählscheibe, als App für das Wischtelefon. Es gibt aber auch keine Oldtimer mehr, sondern auf Alt gemachte Junge, die sich Hippster nennen und mit Wählscheiben wählen.
Ähnlich verläuft es, wenn du in ein neues Auto einsteigst und verzweifelt die Handbremse suchst oder den Schaltknüppel. Alles Vergangenheit, alles durch Elektronik ersetzt, nur der Fahrer nicht - noch nicht. Immerhin spricht das Auto schon mit dir und trotzdem musst du ihm keinen Namen geben. Es macht auch nichts, wenn du nicht kapierst, wie das alles von statten geht, Hauptsache, du tust so, als wärest du Herr der Lage.
Etwas anderes ist es mit den anderen Dingen, die du nicht brauchst und natürlich auch nicht verstehst. So einen Jumbo-Jet zum Beispiel. Da willst du gar nicht wissen, wie so ein verdammtes Düsentriebwerk so viel Kraft entwickeln kann, die den Flieger samt dir zum Strandurlaub an den klimaerwärmten und palmenumsäumten Baikalsee bringt. Da reicht es dir völlig, dass die Turbine bis Irkutsk durchhält und wenn du dich mal mit der Technik einer Flugzeugturbine beschäftigst, dann freust du dich umso mehr. Und wenn du außerdem die längeren Wartungsabstände bei Billigfluglinien als höheren Risikofaktor in dein potentielles Absturzszenarium einrechnest, dann steigt das Adrenalin während deiner Schnäppchenreise oder du bleibst lieber daheim. Denn daheim stürzt du höchstens in der Kneipe ab und das überlebst du.
Wenn du jetzt einen Jumbo-Jet schon nicht verstehst, dann wirst du beim Atomkraftwerk nicht einmal die grundlegenden Dinge kapieren, aber du weißt, dass es gefährlich ist. Hoffentlich weißt du das. Weil die Welt so kompliziert geworden ist, kann man sich nicht in allen Dingen auf das eigene Wissen und die eigene Urteilskraft verlassen. Wir haben uns zu einem Volk von Fachidioten entwickelt. Schau einmal, sogar die Partnerwahl überlassen wir dem Computer und nicht mehr einem Tanzkurs oder dem Feuerwehrball.
Und dann stehen immer wieder welche auf und warnen vor allerlei Gefahren. Der Infraschall ist so ein schönes Beispiel. Den Infraschall kann man nicht hören, wie man auch den Ultraschall nicht hören kann. Der Infraschall liegt unterhalb unseres Hörvermögens, also zu tief, der Ultraschall zu hoch. Schall kommt unterschiedlich weit. Je tiefer eine Frequenz, umso weiter kommt er. Darum haben Nebelhörner einen sehr tiefen Ton. Und wenn du mal ein OpenAir-Konzert aus der Ferne hörst, dann klingt es "Dum-dum-dum" und du denkst dir, dass da wieder so eine Idiotenband spielt, aber du hörst nur den Bass und hast nicht recht. Aber vielleicht hast du trotzdem recht und es spielt wirklich so eine zugedröhnte Zombi-Combo. Oder die Autos mit den Subwoofern im Kofferraum, die mit "Dum-da-da-dum-dum" durch belebte Straßen fahren. Was der Mensch nicht alles zu leiden bereit ist, um ein bisschen angeben zu können. Immerhin sieht man den Subwoofer-Autos meistens von Ferne an, dass der Fahrer nicht auf der Überholspur des Lebens unterwegs ist und froh sein muss, wenn die Karre bis zum Ende der Sraße durchhält und nicht zu viele Öltropfen auf das eigentliche Dilemma des Angabeobjekts hinweisen.
Und dann hast du die Fremderleuchteten, die von verranten Wissenschaftlern alle möglichen Erkenntnisse aufsaugen und auf die eigene Hirn-DVD brennen. Das sind die schlimmsten, weil brutal fanatisch und für Rationalität nicht mehr zugängig. Ein sehr schönes Beispiel ist der Infraschall, also der nicht hörbare Schall, weil zu tief für unser Trommelfell. Wobei du Infraschall recht schön spüren kannst, wenn beim Konzert die Subwoofer ihre Arbeit verrichten, dass es dir den Dickdarm bis zur unkontrollierten Entleerung durchschüttelt und dein Körper in Extase fällt. Aber frage nicht, was der Infraschall eines Windrads anrichten kann. Der schädigt das Hirn bis zur Infraschallpanik. Das interessante am Windradinfraschall ist, dass er schon Schaden anrichtet, bevor das Windrad errichtet ist. Also schon der Infraschall von in Planung befindlichen Windrädern kann die Menschen verrückt machen. Untersuchungen renomierter Idioten haben sogar ergeben, dass die Schädlichkeit von Windradinfraschall nach Inbetriebnahme schlagartig gegen Null geht. Die internationale Forschergruppe renomierter Idioten hat dafür bislang keine plausible Erklärung. Aber sie rät trotzdem von der Errichtung weiterer Windkraftanlagen ab. Schließlich geht es um den Schutz der Intelligenz, die mittlerweile auf der Liste bedrohter Arten als besonders gefährdet an oberster Stelle steht. Eine Aktivistengruppe startet demnächst ein Bürgerbegehren "Rettet das Hirn", dem jedoch geringe Chancen eingeräumt werden, weil die meisten Wahlberechtigten damit überfordert sind. Das ist eigentlich schade, weil Hirn im Prinzip nicht schlecht ist. Aber es hat sich halt nicht durchgesetzt und fiel der natürlichen Selektion zum Opfer. Man wird sich Alternativen überlegen müssen, aber womit?


 

Der Schutz des Artensterbens

Warum die Wahrheit immer so verdammt weh tut

"Wer es als erster roch, dem flog es aus dem Loch!" Die Bauernverbände polterten gegen das Bürgerbegehren "Rettet die Bienen". Niemand hat sie dazu aufgefordert, aber sie sahen sich sofort in der Rolle der Hauptverdächtigen und nahmen diese sehr formatfüllend ein. Dabei hätten sie allen Grund, die Artenvielfalt zu erhalten. Und außerdem eint sie mit den sterbenden Arten das Sterben des eigenen Standes. Freilich, wenn man zu einem Pestizid Pflanzenschutzmittel sagt, dann klingt das viel schöner und weitaus ungefährlicher. Und wenn man ausschließlich Pflanzenschutzmittel spritzt, weil es so gut für die Pflanzen ist, dann kann man doch kein Artenscharfrichter sein. Oder doch? Sie scheinen in letzter Zeit das Kleingedruckte auf den Pflanzenschutzmitteldosen gelesen zu haben, oder die Packungsbeilage. Oder sie haben einfach nur mal nachgedacht, wer denn sonst noch in Frage käme. Freilich, der Herr Monsanto, der jetzt den Familiennamen seiner Gattin Bayer trägt. Aber Herr Monsanto spritzt nicht selbst, er lässt spritzen. 
Und nun ist das Bürgerbegehren durch, trotz aller Intrigen und Gegenaktionen. Der Bauernstand hat verloren, ihr Bauernland hat gewonnen. Und die bayerische Staatsregierung hat einen Tisch rund gemacht, damit man sich auf einen Kompromiss einigen könne. Aber das Votum ist nun mal da und es muss zum Volksentscheid kommen, wenn die Regierung das Bürgerbegehren nicht umsetzt. Dass sie das nicht will, liegt auf der Hand, also wird sie einen eigenen Entwurf gegen das Bürgerbegehren stellen. Möglich ist es und will sie nicht die nächste Klatsche kassieren, muss ihr Vorschlag zumindest gleich gut sein, also für die Natur. Für die Agrarindustrie eher nicht. Doch glauben das die 1,7 Millionen Unterzeichner? Anzunehmen, dass die Wahlbeteiligung nicht unendlich groß sein wird, die Unterzeichner des Bürgerentscheids aber gewiss zur Urne gehen. Sie werden auch weiteres Wahlvolk animieren, aber wer animiert die Gegner? Das dürfte eine viel schwierigere Aufgabe sein. Außerden ist die Bauernschaft durchaus nicht einheitlich gegen das Bürgerbegehren. Damit brauen sich für die bayerische Regierung die nächsten schwarzen Wolken am Horizont zusammen wehen grollend heran, als wäre der Schöpfergott selbst auf Seiten der Artenvielfalt.

Teure Sitzweil

Der wahre Preis der Gratulationen

Natürlich freut sich jedes Jubelkind über Gratulaten und wenn gar der Dorfbürgermeister im Doppelpack mit dem Dorfpfarrer zum Gratulieren kommt, dann jubelt das Kind gleich noch stärker. Und was gibt es für einen Dorfbürgermeister angenehmeres, als auf Gemeindekosten ein, zwei Stündchen mit Jubelkind und Dorfpfarrer zu plaudern und nebenbei auf Gemeindkosten ein Präsent mitzubringen und sich dabei von der ebenfalls aus dem Gemeindesäckel bezahlten Dorfbürgermeisterssekretärin für die Dorfzeitung schön lächelnd ablichten zu lassen. Dazu ein Stück Geburtstagstorte und ein Gläschen Sekt zum Anstoßen. Das trägt zur eigenen Beliebtheit bei und für die Gemeinde kann in dieser Zeit kein größerer Schaden angerichtet werden. Ja, so hart kann die Bürgermeisterarbeit sein. Und ein Spaßverderber, wer da auf die Zahlen schaut. Zwar geht der Dorfpfarrer auf Kosten der Kirchensteuer, aber Dorfbürgermeister samt Sekretärin und Geschenk muss die Gemeinde löhnen, die sich dazu an öffentlichen Geldern vergreift, also auch Steuern, halt andere. Welche, aus denen man nicht austreten kann. Insofern kannst du dich als biederer Steuerzahler nur entscheiden, ob du dich an des Dorfpfarrers Gratulationskosten beteiligst.
Das ist ja nicht viel, meinst du? Nun, der Hinterfotzinger Dorfbürgermeister Anton Sturbacher hat schon eine stolze Besoldung, wenn man die durch 160 Monatsstunden teilt, dann kommt man da samt Nebenkosten auf gute 50 € Stundensatz. Beim Dorfpfarrer mag es ein bisschen weniger sein, aber 40 € sind es dann auch und die Sekretärin schlägt mit 20 € zu Buche. Das Gratulierstündchen summiert sich also auf 110 €. Weil aber ein Stündchen gleich um ist und man ja auch hin- und zurückfahren muss, sind es eher zwei Plauderstunden und 220 € und weil auch noch ein Geschenk dazu muss, landen wir bei 250 € für eine Gratulation. Wenn du jetzt ab 75 Jahre alle fünf Jahre und ab 90 jedes Jahr zum Tortenessen kommst, dann sind das bei 5000 Einwohnern und einer alterslastigen Demographie so rund 200 Gratulationen im Jahr. Dann haben wir noch die Goldenen Hochzeiten, das läppert sich zusammen, ebenso die Kosten, die man dann mit rund 50.000 € im Jahr veranschlagen muss. Das ist es uns also zum Beipiel in Hinterfotzing wert. Im wahrsten Sinne des Wortes also unsere Wertschätzung.

Die Ausrottung der Pädophilie durch Pädophile

Oder wie man den Bock zum Gärtner macht

Es gab einmal eine Gemeinschaft, die hat sich in Erinnerung an einen großen Propheten gebildet. Sie funktionierte lange Zeit sehr gut, ja sehr lange Zeit sogar. Aber dann erhob sich ein Teil der Gemeinschaft und betrachtete sich als auserwählte Nachfolger. Sie legten neue Regeln fest, die dem Propheten sicher nicht recht gewesen wären und die oft gegen die Natur des Menschen gingen. Eines musst du nämlich bedenken: Alles, was wider die Natur ist, funktioniert nicht mehr wie vorgesehen. Und so kam es auch, wie es kommen musste. Die Selbstauserwählten hatten sich der Ehelosigkeit verschrieben, vermutlich hatten sie in der Ehe nicht nur gute Erfahrungen gesammelt und sahen darin einen Ausweg. Aber leider wurden von denen, die ihre Frauen satt hatten auch ihre jungfräulichen Nachfolger zur Ehelosigkeit verdonnert und das führte dazu, dass viele die Orientierung verloren und ihre Geschlechtlichkeit außer Rand und Band geriet, was in abscheulichste Verbrechen mündete. Das ging viele Jahrhunderte dahin. So lange, bis die Gemeinschaft sich den weltlichen Gesetzen unterwerfen musste und ein Skandal nach dem anderen ans Licht kam. Als der Mantel des Schweigens trotz seiner beachtlichen Größe nicht mehr zur Verdeckung reichte, setzten sich die Sexualverwirrten an ihrem Hauptversammlungsort zusammen, um sich von sich selbst zu befreien. Aber schon bald mussten sie feststellen, dass ihre Verirrtheit mit heißer Luft nicht zu heilen war. Da sie aber so verblendet waren und meinten, dass nicht falsch sein kann, was tausend Jahre funktionierte, gingen sie weiter in die Irre und verfehlten sich weiter in schändlichster Weise, bis sie die vernünftigen Menschen ihrer Scheinheiligkeit entlarvten und der verdienten Vergessenheit anvertrauten. So wurde die Welt nach tausend Jahren von einer Missbrauchsorganisation befreit, die ihrengleichen hoffentlich nie wieder haben wird. Geblieben sind ihre machtstrotzenden Bauwerke, die mit der Ideologie ihres Gründers ungefähr genausoviel gemeinsam haben, wie eine Drahtbürste mit einem Wattestäbchen.

Braucht Hinterfotzing ein Windrad?

Warum Energie der wichtigste Rohstoff der Zukunft wird

Wenn es um die Aufstellung von Windrädern geht, sind nahezu alle Bürger Deutschlands dafür, ausgenommen, das Windrad steht im eigenen Garten, wobei Garten hier ein sehr dehnbarer Begriff ist. Sie sind schon groß, die neuen Mühlen, beachtlich groß, aber genau das macht sie auch effizient. Je höher die Effizienz, umso schnelle die Amortisation und die Gewinnaussichten. Überhaupt Gewinne. Die Windgegner unterstellen den Windradkonzernen Gewinnabsichten. Wie naiv muss man denn da sein? Haben die Autobauer, die Panzerbauer, die Flugzeugbauer, die Computerbauer etwa keine Gewinnabsichten? Selbst Schreiner und Bäcker haben Gewinnabsicht.  Als würde in der Marktwirtschaft etwas ohne Gewinne funktionieren. Das Finanzamt setzt eine Gewinnabsicht voraus, sonst wird ein Laden zugesperrt. Die Argumentation gegen die Windräder ist dermaßen hahnebüchen, dass man sich schon fragen muss, ob es zwei Realtitäten gibt. Die der Windräder und die Sonstige, bei der man irrwitzige Straßenprojekte fordert, ohne Infraschallphobie in den Urlaub fliegt und beim Autokauf stehen die PS im Vordergrund. Man wird kein Windrad per Hubschrauben in ein Paradies stellen können, da muss schon eine Straße hin. Es muss ja auch ein Kabel wegführen, denn Windräder produzieren Strom, viel Strom. Viel zu viel, sagt manche Engstirn. Dabei sollte man bei Politikern voraussetzen können, dass sie über das Heute hinaus schon das Morgen im Auge haben, wenn es geht sogar das Übermorgen. Man nennt es Strategie. Aber Engstirn ist mit dem Heute schon überfordert, wie sollte er da auch noch an das Morgen denken?
Energie ist der wichtigste Rohstoff von Morgen. Warum? Alle reden vom 5G-Ausbau der Funknetze. Das ist praktisch die nächste Stufe. Ein Netz, das um den Faktor Zehn schneller ist als LTE (4G). Dazu nutzt 5G einen extrem hohen Frequenzbereich, also wesentlich höher als Mikrowelle. je höher aber die Frquenz, umso kürzer die Reichweite, also braucht 5G ein ziemlich dichtes Netz an Sendemasten und jeder Sendemasten braucht Energie. Folglich wird der Energiebedarf steigen. Jetzt ist das aber keine Frage, ob man das will oder nicht und auch nicht ob man es braucht oder nicht. Das kann jeder für sich selbst entscheiden. Es wird kommen, weil Deutschland ein Technologieland ist und es sich schlichtweg nicht leisten kann, auf 5G zu verzichten. 
Aber 5G ist nicht der Energiefresser der Zukunft, das wird die Elektromobilität und zwar mit großem Abstand. Wenn wir in bereits absehbarer Zukunft keine fossilen Energieträger mehr einsetzen wollen, dann sind Alternativen gefragt. Da steht elektrischer Strom ziemlich prominent an der Spitze, also wird der Stromverbrauch immens ansteigen. Also zurück zum Atom? Das wäre wohl ein Bärendienst an den künftigen Generationen, die in dieser Hinsicht eh schon ein schweres Vermächtnis aufgehalst bekommen, das sie leider nicht ausschlagen können. Aber mal ehrlich: Ginge da der Egoismus nicht viel zu weit, wenn man einem solchen Deal zustimmen würde, um die Windmühle im Vorgarten zu vermeiden? Die Elektromobilität ist unverzichtbar, wenn man das Klima nicht weiter schädigen will und sie braucht Strom, sehr viel Strom.
Jetzt hat der Strom diese wundervolle Eigenschaft, dass man ihn durch relativ dünne Leitungen ziemlich gut transportieren kann und das bei relativ wenig Verlust. Also könnte der Strom doch im Norden produziert werden, in Windradwäldern, die man von uns aus nicht sehen kann. Sollen doch die da oben Gewinne mit Strom machen. Am besten alle Windräder nach Berlin, dann brauchen wir nicht mehr so viel in den Länderfinanzausgleich stecken. Kurz gedacht scheint das ein guter Ansatz. Überhaupt könnte man die ganzen Zuschussregionen mit Windrädern zupflastern, dann hätten sie endlich Geld. Und noch weiter gedacht sollte man das weltweit machen. Afrika als einziger Windpark und alle bleiben dort, weil Geld wie Heu und Leben in Saus und Braus.
Aber eben doch falsch gedacht, weil man Strom zwar transportieren kann, aber nicht muss. Und wenn eine Region sich gegen Windräder ausspricht, dann gibt es folglich dort weniger Energie, also auch weniger E-Tankstellen und natürlich weniger Energie für Industrie, denn dann heißt es teilen. Wer sollte in einer Region teure Stromkabel legen, wenn man doch viel einfacher die Arbeitskräfte von dort abziehen kann. Dann braucht es auch keine Nordumfahrung von Hirndübel, weil man jenseits von Hirndübel keinen Strom für das eigene E-Auto bekommt. Und man wird abwägen müssen, ob der Strom lieber für ein 5G-Netz verwendet wird, oder für einen Industriebetrieb. Wenn man sich den massiven Mehrbedarf an Strom mal vor Augen führt, dann muss man kein großer Prophet sein, um die Entwicklung der Stromkosten vorauszusehen. Freilich wird noch viel an der Effizienz gefeilt und an der Speichertechnik und der Fahrzeugtechnik, aber so viel kann man gar nicht Feilen, um die tausenden Elektroautos durch Einsparungen versorgen zu können. Der Landkreis Hirndübel braucht pro Jahr aktuell 500 Gigawattstunden Strom. Jetzt rechnen wir mal auf der sicheren Seite. Angenommen der Landkreis Hirndübl hat 180.000 Einwohner und jeder fährt durchschnittlich 5000 km pro Jahr mit dem Auto. Angenommen, das Auto braucht 5 Liter Benzin pro 100 Kilometer, dann liegt der Gesamtverbrauch bei 45 Millionen Litern. 1 Liter Benzin entspricht etwa 10 KWh, also reden wir über 450 Gigawattstunden, also fast der doppelte Strombedarf. Jetzt ist aber meine Rechnung sehr konservativ. Weder die Lastwagen, noch die Busse und auch nicht die Traktoren und Baumaschinen sind berücksichtigt und die wenigsten Autos kommen mit 5 Litern aus. Also könnte es durchaus sein, dass es um die doppelte oder dreifache Strommenge geht. Und wo kommt der her? Zum Schluss doch aus Temelin, weil uns der eigene Garten zu schade für ein Windrad war?
Energie wird ein kostbares Gut und alle PV-Anlagen-Betreiber brauchen sich nicht um den Preisverfall zu sorgen. Der aktuelle Strompreis ist der Situation geschuldet, dass die Energiewende in der Produktion schon begonnen hat, aber die Nachfrage wird demnächst gewaltig anziehen. Und das Leben wird sicht dorthin bewegen, wo es ausreichend Energie gibt. Dann bekommen die Windgegner mit der Bewahrung ihrer Natur doch recht, aber anders als sie dachten.

Warum du schon wieder?

Über die Möglichkeit der Selbstärgerung

Zugegeben, das hier ist kein Ort an dem sich BDUler wohlfühlen, dafür ist er auch nicht gedacht und der Autor macht sich seine Mühe sicher nicht für die BDU. Warum aber schauen immer wieder BDUler oder BDU-Wähler hier rein? Um sich eine andere als die verordnete Meinung zu bilden? Nein, das käme Hochverrat an der Partei gleich. Um sich zu ärgern? Nun, das wäre zumindest mal ein Ansatz, der den Autor freuen würde. Wie die Katze eine Maus tratzt, so braucht ein Autor auch mal Leserreaktionen. Da fällt mir spontan das HB-Männchen ein, das nur mehr die betagteren unter den Lesern kennen. Aber vermutlich schaut der eingebrannte BDUler nur rein, um endlich etwas Anzeigbares zu finden und dem Treiben ein Ende bereiten zu können. Aber da scheitert der BDUler am deutschen Recht, was ihn sicher wurmt, aber leider haben es die Väter des Grundgesetzes so eingerichtet, dass Kunst und Presse frei sind.
Andererseits ist es so, dass man hinterher immer gescheiter ist und nachher immer sagen kann, das man das schon vorher hat kommen sehen. Schlimm ist es nur, wenn man es wirklich vorher schon kommen gesehen hat und sich hinterher sagen lassen muss, dass man das ja hinterher leicht sagen kann. Aber besser Wissen ist halt etwas ganz anderes, alls die Besserwisserei. Hier kommt es auf das Leerzeichen an.
Im Hinterfotzinger Gemeinderat war und ist es egal, ob du das mit oder ohne Leerzeichen einbringst, denn da ist jede Meinung außerhalb der BDU grundsätzlich falsch, egal ob sie nun auf besserem Wissen basiert oder besserwisserisch ist. Eine richtige Meinung kann nicht von einer falschen Seite kommen. Immerhin ist es die Aufgabe eines Bürgermeisters, über alle Belange der Gemeinde Bescheid zu wissen. Dafür hat jeder BDU Bürgermeister in der Regel einen Bürgermeisterkus besucht, natürlich und ausschließlich in der Ochsensepp-Stiftung, in dem man das so lernt, dass es nur einen mit der richtigen Meinung geben kann, das erspart die Diskussion. Ich glaube ja, dass sich die BDU dieses Prinzip beim Militär abgeschaut hat, denn da sticht immer der Ober den Unter.
Ja, aber die Wähler. Zuerst die Landtagswahl, dann das Bürgerbegehren, da braut sich was ganz BDU-loses zusammen. Praktisch betrachtet steckt jetzt ein Bienenstachel im Arsch der BDU. Und wieder ist es die ÖDP, die den Bienenturbolader gestartet hat, genau wie beim Raucherbegehren. Aber damals musste die ÖDP das Konzept nicht erstellen, sondern konnte es von BDUler Handschlagschosl übernemen, der das Rauchen aus den Gaststuben vertreiben wollte, bis der BDU der Arsch auf Grundeis ging und sie die Aschenbecher lieber auf den Wirtstischen stehen ließen. Tja, eine fatale Fehleinschätzung. So kommt's, wenn einen der Mut verlässt. Dass besagter BDUler dann seine eigene Frau maximal überbezahlt unterbeschäftigte, ist ihm dann selber zum Verhängnis geworden. Er hing halt noch der guten alten Zeit nach, als dergleichen nicht mal ein Kavaliersdelikt, sondern Zeichen der Parteizugehörigkeit war. 
Aber zurück zum Thema: Du ärgerst dich? Tja, dann bist du hier völlig falsch. Dann gibt es für dich nur zwei Alternativen: Browser sofort schließen oder mit dem Selberdenken anfangen. Es ist schwer, ich weiß, aber es lohnt sich, du wirst sehen.

Was wird früher nicht fertig

Eine Messlatte für die Leistunglosigkeit von Politikern

Es wäre ein guter Ansatz für eine Wette. Was wird früher nicht fertig? Die A94 oder die Nordumfahrung unserer kreis- und kreisverkehrsfreien Kreisstadt? Wo wir doch jetzt einen Verkehrsminister in Berlin sitzen haben, da müsste doch was vorwärts gehen. Aber siehst du: Für die Gegner aller sinnlosen Nordumfahrungen ist der aktuelle Verkehrsminister die Idealbesetzung, wenn es um deren Verhinderung geht. Jetzt haben ihn auch noch die rechenfehlerhaften Lungenärzte im Stich gelassen.
Wenn er auf seine bisherigen Leistungen zurückblickt, dann vernebeln sie entweder ihre mikroskopischen Ausmaße oder der Dieselfeinstaub. Ich hab mir ja gleich gedacht, dass man mit Gel im Haar auch nicht mehr ausrichtet. Es kommt darauf an, was unter dem Haar drunter ist und wenn da nur BDU drunter ist, dann habe die Ehre. Also nur von außen hineingestopft. Aber hineinstopfen kannst du eh nur dann was, wenn Leerraum da ist, also vakuumähnliche Denkmasse. BDU, das ist wie FCB ohne Fußball, also die dunkle Seite der Macht. Darth Franko. Ja, sie haben es nicht leicht, die BDU-Wähler, weil sie fast so angeschaut werden, wie die Alternativwähler, also die Braunalternativwähler. Ist aber auch schwierig, wenn in ein und der selben Tagesausgabe einer Lokalzeitung auf einer Seite drin steht, dass man 260000 Arbeitskräfte aus dem Ausland braucht, andererseits eine Einigung zum Abschieben zwischen der BDU und der DDU erzielt hat. Praktisch brauchen wir also Einwanderung von deutschen Asylberechtigten. Wenn ich das in den Computer eingebe, kommt Österreich heraus. Die Ösis also die neuen Russlanddeutschen Arbeitssklaven. Aber wenn du beim Lesen der Zeitung anfängst über Vernunft und Logik nachzudenken, dann hat das was von "Mensch ärgere dich nicht". Da steht auf der einen Seite, dass wir dringend etwas gegen das Artensterben tun müssen und Turbolandwirtschaft nicht mehr sein soll und zwei Seiten später freuen sich sich über die Steigerung auf durchschnittliche siebentausend Liter Milchleistung ja Turbokuh. Dann fragst du dich nicht mehr, warum eine beachtliche Schar von Leserbriefschreibern, den Froschaugenglotzer vom Turbokuhverband mit grimmigen Wörtern bewirft. Und wenn du jetzt glaubst, Glubschauge sei in der BDU, dann hast du verdammt noch mal recht. Früher hatte halt die BDU einen halslosen Diktator und das hat funktioniert, weil Dikataturen immer eine Zeit lang funktionieren. Aber wenn du deine Parteisoldaten zur Willenlosigkeit domestizierst, dann geht das System relativ schnell unter, weil der Wähler nämlich gar nicht so dumm ist, wie die BDU glaubt, wenn sie mit ein paar Wahlgeschenken für schönes Wahlwetter sorgen will.
Nun hat der Wähler seine eigene Macht gerochen und das wird die BDU zu spüren bekommen. Das absolute Ende der mit Hilfe einer prostituieren Unpartei gestützten Restallmacht dämmert schon. Es ist ein Morgendämmern und es zieht ein völlig neuer Tag heran, er scheint heller zu werden, der Feinstaub legt sich auf die schwarze Null im Verkehrsministerium beim Verlassen der Bühne, die ihm ein paar Nummern zu groß war. Ja, nicht jeder, der einen Platz in der Geschichte für sich haben will bekommt ihn. Von vielen selbsternannten Geschichtsgestaltern wird man schon morgen nicht mehr reden.

Die Bockfotzn

Schnelle Rache der betrogenen Wähler

Zugegeben, dass die Rettung der Bienen so viele Wahlberechtigte aus den warmen Stuben geholt hat, das haben wohl nicht einmal die Initiatoren für möglich gehalten. Freilich sind die Bienen nur stellvertretend für die Insektenfamilie und für die Vögel, die Insekten gerne auf ihrem Speiseplan haben und letztlich für die ganze Natur, aus der die moderne Landwirtschaft herauspresst, was herauspressbar ist. Warum sich das so entwickelt hat, daran ist die BDU ziemlich wenig unschuldig, denn sie hat die Vorgaben für die Landwirtschaft gemacht, sie hat Monokulturen unterstützt, von der Fichte bis zum Mais und die Bauern haben brav auf die Landwirtschaftsämter gehört und die auf die BDU. Freilich wirst du keinen Landwirtschaftsamtsbeamten finden, der keine Schuld von sich weist, das haben sie von den Politikern brav gelernt, zusammen mit dem Unsinn, den sie auf politishes Geheiß verzapft haben. Das erklärt aber noch nicht die Stubenverlasseuphorie bei diesem Bürgerbegehren. Da steckt auch viel Frust über die Gestaltung des Wahlausgangs dahinter, als sich die BDU eine gescheite Bockfotzn von den Wählern eingefangen hat und nun aus ihrem Debakel heraus maximal unbelehrbar so weitermacht, wie bisher. Dazu hat sie sich freilich den orangen Schweinepriester teuer einkaufen müssen, der nur deshalb zur Verfügung stand, weil er die Unabhängigkeit kommunaler Wahlvereinigung für seine Karriere in gestohlen hat. So gibt es jetzt viele, die etwas nicht verstanden haben. Die BDU hat nicht verstanden, warum sie die Wähler abgestraft haben. Der Schweinepriester hat nicht verstanden, dass er zur Hure gemacht wurde und die Wähler verstehen nicht, warum der Ruck ausgeblieben ist, den sie wollten. Das hat sie nun massenhaft in die Rathäusern getrieben. Noch vor Kurzem hat der Hinterfotzinger Bürgermeister Anton Sturbacher bei einem seiner als Bürgerversammlung getarnten Marathonmonologen über das Bürgerbegehren gewettert. Abgesehen davon, dass er das von Amts wegen gar nicht darf, wird er wohl seine Meinung revidieren oder hinter dem Ofen verstecken müssen. Letzteres ist wahrscheinlicher, zumindest so lange, bis er von oben her eine neue Meinung zugeteilt bekommt. Aber diese neue Meinung wird auf sich warten lassen, denn nun halten die Insektenschützer das Heft in der Hand. So kommt's, wenn man sich der Realtät verweigert. Was die Insekten freut, darf die Bürger auch freuen, denn die todgesagte Demokratie lebt.

Versäumte drei Minuten

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Don Camillo und Peppone, mit ihrem ewigen Zwist. In einer Episode geht es um den Uhrenabgleich zwischen dem Kirchturm und dem frisch gebauten Haus des Volkes. Nun gehen aber in Hinterfotzing die Uhren völlig anders. Erstmal hat das Haus des Volkes keine Uhr, zweiten gibt es kein Haus des Volkes, was das Fehlen der Uhr erklärt und die Uhr am Kirchturm hat ihr eigenes Leben und schlägt nach Lust und Laune die Zeit mal so oder so. Aber immerhin hält sie sich in der Minuteneinteilung ziemlich an die mitteleuropäische Normalzeit, aber eben nur ziemlich, denn in der Regel fehlen ein paar Minuten. Jetzt lasse ich mich natürlich nicht auf alle Zeiten auf eine Differenz festlegen, aber am 20. Januar 2019 um 21:24 waren es 3 Minuten, die unsere Hinterfotzinger Kirchenuhr hinterherhinkte.
Aber leider stimmt das nicht. Denn wenn du dir so eine Kirchenuhr einmal genauer anschaust, dann deckt sie lediglich einen halben Tag ab, also zwölf Stunden. Ab dem Mittagläuten geht sie in die zweite Runde. Nun will ich aber mal so gnädig sein, die zwei Runden als einen Tag zu interpretieren. Es wir ja wohl jeder Uhrhinschauer in der Lage sein, zu erkennen, ob es sich um die erste oder um die zweite Tagesrunde des kleinen Zeigers handelt. Vielleicht im Fasching nicht, aber das war bei den meisten auch früher. Die aktuelle Faschingsgeneration hat entweder den Absprung verpasst oder sie schaut sowieso die ganze Zeit auf das Handydisplay und braucht keine Kirchturmuhr, um zu wissen, wie viel es geschlagen hat, weil sie das sowieso nicht mehr wissen. Manchmal frage ich mich schon, wann die Handygeneration mit dem Entzug beginnt und zu einem normalen Leben im 3D-Format zurückfindet. Jetzt machen sie schon Ampellichter auf den Boden, weil Displaystarrer bei rot überfahren wurden. Aber so ist das halt. Kommt etwas Neues, muss man den Umgang damit lernen. Bei uns war es der Fernseher. Aber der Fernseher war damals kein so großes Problem, weil zwar immer da, aber meistens mit Testbild und so ein Testbild schaust du dir nicht lange an, wenn du kein Antenneneinsteller bist. Aber Antenneneinsteller gibt es heute nicht mehr und bald auch keine Schüsseleinsteller, sondern bloß noch Breitbandverleger.
Beim Handy gibt es leider kein Testbild, sondern du kannst es vierundzwanzig Stunden am Tag anschauen und immer tut sich was, weil Millionen Leute in den Sozialen Medien ihr Leben so zur Schau stellen, wie sie es gerne hätten, damit die anderen, ihre sogenannten Freunde glauben, dass sie wirklich so toll leben, wie sie das perfekt inszenieren. Mein lieber Schwan, wenn diese Blase einmal platzt, dann stehen verdammt viele Handyglotzer in Unterhosen da, weil die Hose und das tolle Sakko und die eleganten Schuhe von Gutschi alles nur erlogen waren. Genauso wie der tolle Urlaub auf den Bahamas, wo das Hotel absolut scheiße und nicht mal am Strand war und du Megastress mit deiner Freundin hattest, die nun wohl nicht deine Frau werden wird, weil sie dich ein paarmal zu oft ein Arschloch genannt hat.
Und wenn der Handyentzug abgeschlossen und die Halswirbelsäule wieder senkrecht justiert ist, dann schauen sie vielleicht auch auf die Kirchturmuhr und werden die drei Minuten feststellen. Jetzt ist das aber kein Problem, weil die Kirche ja Glocken hat und die werden geläutet. Man muss wissen, dass es vor gut 30 Jahren das Internet und die ganzen unsozialen Medien überhaupt nicht gab. Da wurde tatsächlich mit Glocken auf Veranstaltungen hingewiesen. Eine Glocke: Du hast noch eine Viertelstunde. Drei Glocken: Fünf Minuten bis zum Anpfiff. Vier Glocken: Fünf Minuten vor Festtagsgottesdienst. Eine kleine Glocke: Game over.
Hast du schon mal eine WhatsApp von deiner Pfarrei bekommen? Vermutlich nicht. Denn die Kirche hält immer noch am Glockennachrichtsystem fest. Freilich: Das System hat eine lange Tradition, seit dem 9. Jhd. sind Kirchenglocken gebräuchlich. Das muss WhatsApp erst mal schaffen. Andererseits scheint die Wirkung der Glocken nachgelassen zu haben, also vielleicht doch eine Viertelläutenwhatsapp?
Die Haltung der katholischen Kirche ist stoisch und so leicht bringt sie nichts aus der Ruhe in die Gegenwart. Jesus hat die Scheidung verboten und Jesus hat nichts von WhatsApp gesagt. Stimmt! Jesus hat aber auch nichts von Glocken (das war Schiller) und Orgeln gesagt und auch nichts vom Zölibat, aber da fürchtet die katholische Kirche bei jedem Rütteln um ihren Fortbestand. Stell dir einmal vor, die Menschen im Barock hätten sich in Punkto Kirchenmusik so verhalten, wie wir heute. Dann hätten sie Gesänge aus dem 12. und 13. Jahrhundert gesungen, aber keinesfalls dieses moderne und liederliche barocke Zeug. Insofern kann man bei Kirchenmusik feststellen, dass sie 300 bis 400 Jahren zurückgeht. Aber die Kirchenuhr zeigt nur 3 Minuten Rückständigkeit an. Das liegt daran, dass die Kirchenuhr 300 und 400 Jahre nicht anzeigen kann. Also geht die Kirchenuhr in Hinterfotzing nicht drei Minuten nach, sondern mindestens 300 Jahre und 3 Minuten.

Höllenbrut aus eigener Züchtung

Die Menschen haben Angst vor Masseneinwanderung und  setzen beim Stimmkreuz auf populistische Abschottungsversprechungen. Dabei übersehen sie die explosionsartige Überfremdung unseres liebgewonnenen und von vielen Traditionsvereinen in Granit gemeißelten bayerischen Kulturkonglomerats. Zum Advent kommen sie aus allen Ecken, Burgen und Löchern wie die Kakerlaken in Scharen gekrochen und fallen mit Getöse und Gestank über die Besinnlichkeit der Weihnachtsmärkte her. Die AFG (Abscheuliche Fratzen Geister) gefährden mit ihren Fratzen die Seelen unserer verhätschelten Kinder, junge Frauen auf Christkindlmärkten zählen zu ihren Lieblingsopfern. Ihr Ziel: Angst und Schrecken verbreiten. Antisemitismus konnte ihnen bislang nicht nachgewiesen werden, aber da sie massiv gegen die christliche Tradition unseres Abendlands operieren, liegt der Verdacht nahe, dass die AFG die Vertreibung des Christentums zum Ziel haben. Von offizieller Seite wurden diese Übergriffe bislang nicht beachtet. Unbestätigten Gerüchten zu Folge werden die AFG sogar von lokalen Wirtschaftsverbänden unterstützt. Die subversive Unterwanderung der Gesellschaft hat also schon begonnen. Während allgemein befürchtet wurde, der traumatisierte Kriegsflüchtling würde das Christentum vernichten, kommt der Abgesang nun von der Höllenbrut aus eigener Züchtung.

Hauptsache gerecht

Der vorzeitige Tod eines Denkprozesses

Gerechtigkeit, das ist dem Deutschen ein hohes Gut, da kannst du getrost Gift darauf nehmen. Und eine gescheite Gerechtigkeit, die darf auch etwas kosten. Wenn der Österreicher kostenlos über die deutschen Autobahnen brettert, dann kocht der Stammtisch über, dass es dem Verkehrsminister in den ansonsten tauben Ohren klingen müsste. Liebend gern würde der deutsche Autofahrer auch selber den letzten Cent für eine Vignete aus dem Geldbeutel herauskratzen, damit endlich der Ösi auch zahlen muss und Geld für die Autobahnen in die Kasse kommt, weil der deutsche Staat aus Vershen andere Löcher gefunden hat, wo er die Kfz- und Mineralölsteuer hineinwerfen kann. Ja was meist du! Wenn es um die Gerechtigkeit geht, dann kennt der Deutsche keine Gnade. Nicht einmal für den Österreicher, praktisch der nächste Verwandte unter den gleichentwickelten Primaten. Keine Gnade, de facto völlig unchristlich. Aber seinen Diesel holt er sich in Österreich, weil er da billiger ist. Dass er damit den Ösis reichlich Steuereinnahmen beschert? Wurst, Hauptsache ein paar Cent gespart, weil immer größe Wünsche und Geldknappheit. Weil aber ein Staat ein Gemeinwesen ist, konnen die nichtgezahlten deutschen Kraftstoffsteuern doch wieder irgendwie auf einen selbst zurück. Aber vielleicht trifft es ja den Nachbarn, dass er einen Zuschuss nicht kriegt, dann hat man Glück gehabt, aber bestimmt keine Schuld, weil Tanken unterliegt dem obersten Sparsamkeitsprinzip. Und wenn die Ösis mit meinen Steuerzahlungen ein paar Schlaglöcher füllen können, dann wird mir das bei der nächsten Urlaubsstaufahrt über die Alpentransitroute bestimmt zu gute kommen. 

Schwarze Asche

Die letzten Tage von Pompeji

Seit Tagen fällt schwarzer Ascheregen auf die bundesdeutsche Regierungskoalition und noch ist kein Ende in Sicht, weil die Seehofersche Erruption, hervorgerufen durch innere Kräfte des panisch wiederbelebten CSU-Vulkans einen großen Riss in den Tempelartigen schwarzen Kegels gerissen hat. Die im Inneren wütenden schwarzen Kräfte - so vermutet man, wollten das Dorf AfD unter sich begraben, dass es von den umliegenden Wählerbergen nicht mehr zu sehen sei. Was man aber von den Wählerbergen nun sieht, das ist pures Chaos, dem niemand Einhalt gebieten kann, weil der CSU-Vulkan unsteuerbar ist. Also wird er weiterbrodeln, bis alles unter schwarzer oder brauner Asche versinkt. Vielleicht werden spätere Generation bei Ausgrabungen darauf stoßen und die Geschichte akribisch rekonstruieren um nur ja nichts daraus zu lernen.

Die heilige Kopfbedeckung

Palmsonntag. Ein relativ junger und etwas kirchenunerfahrener Vater sitzt in der Kirche und hat alle Hände voll mit seinem weihpalmschwenkenden Nachkömmling zu tun. Ob deswegen oder der Kälte wegen, jedenfalls ließ er seine Mütze lange auf dem Kopf, dann schien ihm aber doch eine Erinnerung an längstvergangene Kindheitskirchenerlebnisse gekommen zu sein und er entblöste sein Haupt, wobei aber so viel nackte Haut zum Vorschein kam, dass Mütze auf die bessere Alternative gewesen wäre.
In der Kirche ist "Kopfbedeckung ab" angesagt, außer du bist ein Würdenträger oder so ein Neuzeitkonservativer, der sich innerlich hinter das Konzil katapultiert hat. So ein Bischof hat entweder seinen Spitzhut auf, oder die Kippa und dann kommt das Ding rauf und wieder runter, dass selbst Jesus die Stirn runzeln würde. Kirche und Riten, das ist schon so eine Sache, die der Staub der Jahrhunderte zu völliger Unbeweglichkeit niederdrückt. 
Nimmt man einmal das ständige Spiel "StehSitzKnie", das in jedem Gottesdienst gespielt wird. Die meisten können es, vor allem die Regelmäßigen, die Stammbeter. Aber dann ist mal wieder ein Beerdigung und First-Class-Trauernden müssen sich zum Requiem in die vordersten Bänke setzen. Immer häufiger sind die aus dem "StehSitzKnie-Spiel" völlig draußen und brechen die Spielregeln am laufenden Bande. Da sieht man mal, wie wichtig die Feuerwehrmitgliedschaft ist, oder Frauenbund, aber uniformiert ist schon besser, weil einheitlicher. Der Verein wird nämlich im Blickfeld der First-Class-Trauergruppe postiert, was einerseits für den Verein sehr wichtig ist, weil seine Trauermitarbeit maximal zur Kenntnis genommen wird. Für die First-Class-Trauernden fungiert die Feuerwehr als Spielanleiter und bewahrt sie damit vor Spielfehlern.
Die Alternative wäre so eine Art Ampel mit steh (grün), sitz (gelb), knie (rot), vielleicht mit dem Berliner Ampelmännchen als Symbol. Aber solange die Vereine diese Funktion für ein anschließendes Gedeck bei der Totenzehrung übernehmen, funktioniert das auch so, zumindest auf dem Lande.

Das Kind

Dass man über die Geburt des Kindes sogar 2017 Jahre später noch spricht zeigt schon, dass es kein normales Kind war. Zwar hat man viel hinzuerfunden und anderes den eigenen Wunschvorstellungen angepasst, aber das ändert nichts daran, dass es ein sehr außergewöhnliches Kind gewesen sein muss, welches vor 2017 Jahren das Licht der Welt erblickte. Schon im Mutterleib begab sich das Kind auf diplomatische Reisen und besuchte einen mittelnahen Verwandten, der natürlich noch keinen Namen hatte, aber später als Johannes der Täufer bekannt wurde. Sogar in der Bibel ist vermerkt, dass sich der spätere Johannes über den Besuch des Kindes unheimlich freute und im Bauch zu hüpfen begann. Vermutlich korrespondierten die zwei Föten über eine archaische WhatsApp-Version. Das Kind selbst scheint dabei ruhig geblieben zu sein, denn sonst wäre dies ebenso erwähnt worden.
Geboren wurde das Kind in Bethlehem während einer Reise, deren Ursache eine Volkszählung gewesen sein soll, welche der damalig amtierende Kaiser Augustus in Auftrag gegeben hätte, was aber selbiger und sein gesamter Hofstaat aufzuschreiben vergessen hatten. Dass das galiläische Kind ausgerechnet Bethlehem als Geburtsort wählte, zeugt von seinem Weitblick, denn Bethlehem liegt im Westjordanland und ist heute palästinensisches Gebiet. Aber Palästinenser waren zu dieser Zeit noch nicht erfunden. Man sollte das aber als Fingerzeig betrachten, dass das Kind bei seiner Geburt praktisch in vorausgreifender Nachahmung von J.F. Kennedy „ich bin ein Palästinenser“ bezeugte.
Die Geburt fand in einen Stall bei Bethlehem statt, ein Beleg, dass Wohnungsnot kein Problem der Neuzeit ist. Wie die Eltern des Kindes den Stall mieten konnten, ist nicht überliefert. Der Stall muss jedoch gerade frei geworden sein und die Eltern des Kindes hatten sicher Reit- und Tragtiere dabei. Im Stall befanden sich ein Ochse und ein Esel unbekannter Herkunft. Man wird sich wohl über den Mietpreis rasch einig gewesen sein.
Als das Kind geboren war, begann es sofort damit, alle und alles zu segnen. Angefangen mit seinen Eltern, Josef und Maria, hin zu herumlungernden Hirten und schließlich sogar den Stall selbst und die Fledermäuse im Gebälk, die sich abrupt zu Engelchen verwandelten und nach einem Crashkurs auf allerlei Instrumenten spielen mussten. Für den Stallbesitzer war das alles eine Katastrophe, denn als Stall war die Hütte nun definitiv nicht mehr zu gebrauchen und die Nachfrage nach Kirchen tendierte gegen null. Auch die Hirten betrachteten sich plötzlich als etwas Besseres und verloren das Interesse an den blöden Schafen.
Schon wenige Tage nach der Geburt knüpfte das Kind diplomatische Beziehungen und bestellt die Außenminister der umliegenden Staaten ein. Damals im Volksmund als „die Weisen aus dem Morgenland“ bekannt. Die erschienen dann mit allerlei Geschenken, wie das damals halt so üblich war. Das Kind vergaß aber den örtlichen Herrscher einzuladen, einen gewissen Herodes, was diesen unheimlich wurmte, ja sogar zur Weißglut brachte, weil seine Regentschaft völlig ignoriert wurde. Man stelle sich ähnliches Verhalten im heutigen Bayern vor.
Dass Herodes im März 4 v. Chr. starb, ist das einzige Manko an der Geschichte. Aber das darf man halt nicht so eng sehen. Als der bereits verstorbene Herodes ernsthafte Konsequenzen androhte, begab sich das Kind in Begleitung seiner Eltern auf diplomatische Reise in das benachbarte Ägypten, wo es einige Zeit blieb. So zumindest lesen wir in der Bibel. 

Nachfolgeverweigerung

Unser Nochministerpräsident Horsti findet den Zeitpunkt für die Nachfolgefrage denkbar unpassend. Tja, so kann es halt kommen, wenn man sich mit allen Mitteln an der Macht festkrallt und nicht erkennt, dass man längst hätte gehen sollen. Eine horsttypische Situation. Frei nach der H10-Regelung, dass der Nachfolger mindestens zehn Horstlängen Abstand halten muss. Da hat sich ja der selbstdenkende Bayer damals bei den Windrädern schon gedacht, dass so was nur Windradlosigkeit bedeuten kann, oder auch Ratlosigkeit, wie sie nun herrscht. Ja ja, die Axt ist schon an den Stamm gelegt und nur ein ehrenvoller Rücktritt kann die Fällung verhindern, die dann wohl wenig Ehre übrig lässt. Aber so sind sie, die Politiker der Generation Merkel, Schäuble, Seehofer, können sich nicht von der Macht lösen, egal wie viel Schaden sie dadurch anrichten. Niemand ist alternativlos, jeder ist ersetzbar und soll auch zur rechten Zeit ersetzt werden. Ja, soll sich zur rechten Zeit ersetzen lassen, das wäre Verantwortung. Also Horsti: Zeig Verantwortung! Genieße deinen Ruhestand, vielleicht kommst du dann auch mal zu einer nachhaltigen Meinung..

Personaldebatte

Freilich sagt der Horsti, dass es jetzt keine Personaldebatte geben dürfe. Das ist sein Überlebensinstinkt. Aber helfen wird ihm das nicht viel, denn wenn es im Kessel kocht, dann will der Druck raus. Darf er das nicht, explodiert der Kessel. Und wer kommt dann, nach dem Parteitag? Vielleicht der Herrmann, den braucht ja jetzt in Berlin keiner mehr und dann könnten Söder und Aigner in aller Ruhe ihre Lager für die Landtagswahl aufbauen. Aber wenn sich die CSU weiterhin in Obergrenze und Maut verbeißt, dann wird der Wähler eventuell zu dem Schluss kommen, dass die Regierungsunfähigkeit der bayerischen Staatspartei das Maß der Unerträglichkeit erreicht hat und ein bundestagswahlähnliches Ergebnis anstreben. Der Alleinherrschaftstraum ist auf alle Fälle ausgeträumt und ob es eine FDP in Bayern über die Hürde schafft, ist mehr als ungewiss. Also muss ein anderer ungeliebter Koalitionspartner her. Und der Scheuer? Der wird wohl mit seinem Besitzer samt Sockel in die Tiefe gerissen. So hat alles seine guten Seiten. Am Ende kommt doch noch Guttenberg zum Zuge und braucht nicht weiter in der Welt herumschnöseln.Doktor hin oder her.

Obergrenze

Der bayerischen Wählerschaft hat es gefallen, die CSU zur Christlichen Schrumpf Union zu degradieren und lieber der Partei mit Christian Lindner als Programm sowie den Anarchisten für Deutschland die Stimme zu gegeben. Da muss es den bayerischen Wählern schon viel schlechter gehen, als es die allgemeine Wirtschaftslage vermuten lässt. Oder sind sie nur wütend, weil sie von „denen da oben“ nicht ernst genommen werden. Nun ja, da haben die Medien aber auch ein böses Spiel gespielt und das bravourös gemeisterte Flüchtlingsereignis zur Flüchtlingskatastrophe hochstilisiert, die Superhorst zur Obergrenze inspirierte, welche er aber nicht durchsetzen konnte und nun, mit 11% weniger Macht und damit eigener Obergrenze, an mehr Obergrenzen-Durchsetzungsvermögen glaubt. An Realitätsferne fehlt es ihm also nicht. Wenn es zur Jamaika-Koalition kommt, dann wird es wohl bei der Wunscherfüllung nach dem Stimmenproporz gehen, dann steht der Horst mit seinem Forderungszettel an ziemlich letzter Stelle. Und mal ganz ehrlich: Ist eine Obergrenze für Flüchtlinge wirklich unser vordringlichstes Problem? Wir Wähler erwarten vielmehr, dass eine handlungsfähige Regierung gebildet wird, die sich den wirklichen Problemen widmet und sie löst. Die Grünen sind da ein wichtiges Regulativ, denn wir haben nur diese eine Erde und deshalb braucht die Wirtschaft Zügel. Inzwischen hat der Horsti die Obergrenze zusammen mit der Mutti schön brav eingeweicht, dass sie für die Koalitionsverhandlungen möglichst dehnbar wird. Wenn er glaubt, damit seine Wähler zufriedenzustellen, dann muss er sie schon für ziemlich dämlich halten und das wird ihnen nicht gefallen, nicht einmal dann, wenn es stimmt.

Aus Superhorst wird Horst

Oder vielleicht sogar Prügelhorst

Vor Seehofer konnte man sich nicht vorstellen, dass es mit einem Seehofer überhaupt möglich wäre und mal ehrlich: Er wird nicht sehr lange fehlen. Nein? Gut, dann überlege mal und zähle drei positive Dinge auf, die du mit Seehofer verbindest! So so ... lass dir ruhig Zeit. Mach es wie die Bundesmutti. Nach sehr langem Überlegen ist mir die H10 Regelung für Windräder eingefallen und die ist nun alles andere als positiv, zumindest aus Sicht der Energiewende. Horsti hat aus der Engeriewende nämlich Energiewände gemacht und er liebt Zäune an den Außengrenzen. Zäune grenzen aber in aller Regel ein und nicht aus. Wir sitzen nämlich innerhalb des Zauns und das finde gut wer will, ich nicht. Und nun wird auch noch gemunkelt, dass der Scheuer über den miserablen Wahlkampf straucheln könnte. Seehofer weg, Scheuer weg, wie viele gute Nachrichten verträgt ein Tag? Dann kommt auch noch der Altweibersommer mit angenehmen Graden. O du glückliches Bayern, womit hast du das verdient?

Hoppla Gottespartei

Hochmut kam vor dem Fall

Ich kann nicht behaupten, dass mich der Absturz der bayerischen Gottespartei auch nur ansatzweise betroffen macht, denn Mitleid für Arroganz fällt mir schwer. Mit der Obergrenzenforderung hat sich die BDU das eigene Bein gestellt. Man muss sich ja mal die Frage stellen, wie sich dieses Bayern in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich vermehren konnte, wenn die Geburtenrate nach unten weist. Die Antwort findet man in jeder Straße unserer Landeshauptstadt, wo du dich mit Bairisch fast nicht mehr verständigen kannst. Wenn dann ein Ministerpräsident sinngemäß sagt, dass er keine Ausländer in Bayern nicht haben will, dann fragt sich der zugewanderte Durchschnittspreiß schnell, was das für ihn zu bedeuten hat. In Preißen wird nämlich bairische Grammatik nicht unterrichtet. Also hat er Angst und wenn du Angst hast, dann wählst du eine Partei, die auch Angst hat und vor der auch die BDU Angst hat. Denn wenn die BDU vor einer Partei Angst hat, dann hat das sicher seinen Grund und der Feind meines Feindes ist mein Freund. Bei wem du dabei im Bett landest, das wird garantiert die große Überraschung. Theoretisch besteht nun die Chance des Umdenkens. Eine erste Erkenntnis könnte sein, dass jeder Bayer in irgend einer Art ein Flüchtling ist. Denn wir sind blond, braun und schwarzhaarig. Wir sind klein und groß, dick und dünn. Wir haben braune, grüne und blaue Augen. Elf Bayern als homogene Gruppe zu erkennen, dürfte ein unmögliches Unterfangen sein, es sei denn, sie stehen auf dem Fußballplatz und haben das gleiche Trikot. Da haben wir überhaupt keine Toleranzprobleme, wenn das Leder im gegnerischen Kasten landet. Also Umdenken im Stadion klappt schon ganz gut, es geht um das Umdenken außerhalb des Fußballplatzes und ohne gleiches Trikot. Da tut sich der Bayer extrem schwer, denn wer schon im schönsten Bundesland der Welt das Licht der selben erblickte und ein Leben in Sicherheit und Wohlstand führt, der muss ja nicht auch noch Mitleid haben mit den Außenstehenden der europäischen Grenzen, bloß weil es christlich wäre. Oder? Christlich braucht zur Zeit europäische Außengrenzen, nur so kann der hohe Wohlstand der bayerischen Christenheit bewahrt werden.

Mindestens Hundert Jahre Hinterfotzinger Liedertafel

Mann o Mann, wer hätte das den alten Knackern der Hinterfotzinger Liedertafel zugetraut, was die bei Ihrer Geburtstagsparty zu bieten hatten. Schmissige Lieder gesungen und getanzt und das auch noch auswendig. Da blieb so manchem Gast die Spucke weg. Aber nein, die Gäste benetzten mit der Nichtweggebliebenen die Hände und klatschten was das Zeug hielt. Und auch die Gastchöre. Kinder- und Jugendchor, die man unvermeidlich zu ertragen beschloss, schlossen die Knacker flugs in die Herzen und dann erst die marianischen Singdrosseln, die kamen gar mit extra umgschriebenen Geburtstagsliedern an, dass die Knacker aus dem Staunen und Freuen und Klatschen gar nicht mehr in würdevolle Zurückhaltung fanden, sondern grinsten, bis man befürchtete, dass die Köpfe ab Oberkiefer zurückzukippen könnten. Ja, so einen Festabend hat es in Hinterfotzing schon lange nicht mehr gegeben. Nicht einmal die Grußworte konnten der Stimmung etwas anhaben. Das Fest wird in die Analen eingehen und die Hinterfotzinger Liedertafel noch ein verdientes Weilchen stolz und glücklich sein.

Wahl

Was zu glauben uns alles zugemutet wird

Die meisten Laternenmasten sind bescheuert und eine Partei, die eigentlich vier Jahre Zeit gehabt hätte, ihre Ziele umzusetzen hat plötzlich lauter Wohltaten im Sinn. Eine Anfrage beim Oberhaubentaucher der bescheuerten Partei, welche Antworten er denn auf die wirklich wichtigen Fragen habe, wurde mit einer Standard-Phrasen-PDF beantwortet. Die Amerikanisierung des Wahlkampfs ist im vollen Gange. Hirn bitte erst wieder nach der Wahl gebrauchen! Wahlaufklärung für die Wahlhelfer. Warum keine Wähleraufklärung oder zumindest Verbot von Wählerverdummung? Die Demokratie wird von ihren gewählten Repräsentanten zerstört. Es könnte einem das Kotzen kommen, wenn man die Alternativen betrachtet. Pest oder Cholera. Die üblichen und mit Sicherheit unhaltbaren Wohltatsversprechen zur Beeinflussung der Unentschlossenen, also faktisch Uninformierten und Wahluntauglichen. Stimmvieh eintreiben. Es könnte einem die Lust an der Demokratie vergehen, wenn man sieht, wie realitätsfern es vor Wahlen zugeht. Und dann gibt es auch noch lokale Parteilautsprecher, die alles um der Partei willen mit eingebautem Passivverstärker in den Wahlkreis plärren. Wie miserabel müssen alle anderen Staatsformen sein, dass sich diese Scheindemokratie immer noch als die beste behaupten kann.

Wirtschaftskrieg

Die friedliche Eroberung

Wenn du in ein Land einmarschierst, es eroberst und du dir die fruchtbarsten Flächen nimmst, dann verhungern alle, die bislang von den Feldern lebten und du begehst völkerrechtlich eine Straftat, mit der man dich vor den internationalen Gerichtshof zerrt.
Wenn ein multinationaler Konzern die fruchtbarsten Flächen eines Landes kauft oder pachtet und darauf Soja, Raps oder sonstige Früchte für den Export anbaut, dann verhungern all jene auch, die bislang von den Feldern lebten, aber niemand muss vor Gericht.
Für die Verhungernden macht also Krieg oder Kapitalismus keinen Unterschied, für die Täter schon.

Rücksichtslos

Das Zeitalter des Egoismus

Autobahn A3 Höhe Metten. Die rechte Spur gehört den Brummis. In einer nicht enden wollenden Karawane bringen sie Waren von A nach B und wieder von B nach A, weil die Veredelung in B wegen der schlechten Löhne mehr Gewinn verspricht. Das ist so verrückt, wie die Umprogrammierung von Diesel-Pkw, nach der die Nagler mehr Diesel brauchen, das aber umweltfreundlicher, auch wenn die Vernunft dabei auf der Strecke bleibt. Harnstoff macht die Diesel sauberer. Die Produktion von Harnstoff richtet aber mehr Schaden an, als unsaubere Diesel. Die linke Autobahnspur ist ziemlich dicht und es geht mit knappen 110 Sachen einigermaßen vorwärts. Für einen Pandafahrer ist das schnell genug, aber der Stern hinter mir blendet auf und hat permanent den linken Blinker gesetzt, als hätte er mehr Anrecht auf eine freie Straße als die Linksfahrer vor ihm. Also lasse ich ihn vorbei, setze mich direkt hinter ihn, blinke links und schalte das Fernlicht ein. Schade dass ich keine Polizeianzeigetafel auf dem Dach habe, sonst würde ich "Arschloch" einblenden. Aber da schert schon ein Sattelzug aus und überholt den Vorausfahrenden mit geschätzten 50 Stundenmetern mehr Tempo. Diesmal macht es mir nichts aus, weil das Arschloch vor mir kräftig sein Doppelhorn erklingen lässt. Ich hoffe sogar, dass eine leichte Steigung kommt und der überholende Balkantrack ein kleines bisschen langsamer wird, aber nicht zu viel, sonst bricht er das Überholmanöver ab. Ich schalte das Fernlicht aus und betätige die Lichthupe ein paar mal. Den Linksblinker lasse ich schön eingeschaltet. Leider kommt meine Ausfahrt und ich suche eine Lücke zwischen den Tracks, um eine Chance zur Ausfahrt zu bekommen. Leider zu spät, aber die linke Spur wird jetzt langsamer. Zuerst bleibt das Archloch hinter mir, dann der Balkantrack, weil ich ihn nicht rein lasse. Als dessen Stoßstange gefühlte 10 cm. hinter meiner Stoßstange liegt, ziehe ich auf die Überholspur und reduziere das Tempo. Der Balkan blendet einäugig mit der Lichthupe. Ich reduziere weiter. Schade, dass ich das Gesicht des Arschlochs nicht sehen kann. Bei Tempo 60 gebe ich Gas und genieße ein Stück freie Fahrt auf der linken Spur, finde tatsächlich eine Lücke in der rechten Spur und flitze die nächste Ausfahrt hinaus. 

Geht ein (Rechts)Ruck durch Europa?

Die Franzosen entscheiden sich

Ist es ein Wunder, dass die kleinen Bürger die Nase voll haben von Europa. Freilich, die Reisefreiheit, aber woher das Geld dafür nehmen. Die Arbeitslosigkeit ist in Frankreich hoch, ebenso in Italien, in Spanien, in Griechenland sowieso, während die Deutschen einen Exportüberschuss nach dem anderen einfahren. Man muss kein großer Wirtschaftsmathematiker sein, um auszurechnen, wer für den Überschuss zahlt. Natürlich wir selber, denn entweder wird der Überschuss in Geld überhaupt nicht ausgeglichen oder - wie im Fall der Amis - mit faulen Papieren. Ein Wirtschaftüberschuss, den wir uns mit der Agenda 2010 erarbeitet haben, die so ganz nebenbei die Einkommen in Fleißigland heruntergefahren hat und jetzt wundern sich die Väter der Agenda, dass die Binnennachfrage nach Autos schwächelt. Ja, liebe Wirtschaftslehrlinge: Binnennachfrage gibt es nur bei guten Einkommen. Da habt ihr wieder mal sehr kurzfristig gedacht. Aber wenn die Gewerkschaften nun höhere Abschlüsse fordern, dann sind sogar die Arbeiter dagegen, dass es ja nicht schlechter wird um den eigenen Arbeitsplatz. Was man einem Volk nicht alles eintrichtern kann. Ausgerechnet dem Volk der Dichter und Denker. Sie haben schon recht, unsere Nachbarn, wenn sie von der "German Angst" reden. Wirtschaft lebt halt nicht nur vom Verkaufen, sondern auch vom Kaufen. Früher galt das magische Viereck und heute gilt das Investmentbanking, das von sich selbst gnadenlos überzeugt ist. Als würde eine Investmentbank auch nur einen Euro Wertschöpfung erzielen. Kann es Super Martin besser? Vielleicht!? Er sollte die Chance bekommen, denn Angie flößt nicht mehr sehr viel Zuversicht ein. Ja ja, man sollte schon wissen, wann man aufhören muss. Das ist eben keine deutsche Tugend, mal von Ratzinger abgesehen. Aber der hat in deutscher Manier seine Chance auch nicht genutzt. Vielleicht war ihm die Aufgabe auch zu groß und er hat sich lieber in seine philosophischen Ausführungen zurückgezogen. Freilich darf man die Deutschen nicht zu sehr zur Veränderungen aufstacheln, sonst marschieren sie wieder über Grenzen hinweg. 

vernichtende Gesichtswahrung

Amerikanische Raketen auf Syrien

Der Ami schmettert dutzende Marschflugkörper auf Syrien, weil er die Syrer für die möglichen Täter eines Giftgasangriffs hält. Kollateralschäden nimmt er billigend in Kauf. Der Ami hat im Irak einen Krieg wegen angeblicher Massenvernichtungswaffen angezettelt, die niemals aufgetaucht sind und dabei den IS erschaffen. Der Ami lässt sich von jedem noch so blöden Regime provozieren und schlägt zu, um sein Gesicht zu wahren. Das hat was von den primitivsten Blutfehden in Verrücktistan, die sich immer wieder mordend im Kreis drehen. Und jetzt haben sie sich auch noch einen Präsidenten gewählt, der die Karikatur seiner selbst ist. Europa stehen interessante und sehr verantwortungsvolle Zeiten bevor. 

Alexander, do brindt was!

Eine Maut muss her. Das hat die CSU maximalwichtig gefordert und den Auftrag zur Durchsetzung an Alexander Dobrint erteilt. Genauso gut hätte man einen Beamten in einen Ideenwettbewert schicken können. Mal sehen, wie teuer uns diese Mauth kommt, denn entweder müssen die deutschen Autofahrer ebenso zahlen oder sie müssen mit Steuern das Loch stopfen, das die Unterfinanzierung verursacht. Das wirklich traurige dabei ist aber, dass wir uns solche Tiefflieger immer und immer wieder ins Parlament wählen. Das wirklich traurige sind wir Wähler.

Nutznießer Deutschland

Die Gewinner der Flüchtlingskrise

Während die ewig Gestrigen den schwarzen Teufel an die Wand malen, boomt in Deutschland die Wirtschaft. Wir profitieren vom schwachen Euro, wir ziehen Gewinne aus den maroden Haushalten der europäischen Südländer, die Flüchtlinge kurbeln die Binnennachfrage an. Woher nur nehmen die Rechtspopulisten ihre Argumente? Sie nehmen sie nirgends her, sie erfinden sie. Sie appellieren an Urängste, machen das Unbekannte zur potentiellen Gefahr.
Wie schön, dass ein politischer Frühling durch Deutschland weht, wie wunderbar, dass der unglaubliche Vorteil eines vereinten Europas wieder stärker erkannt wird. Wie verrückt, dass ausgerechnet die Briten sich als die größten Europaenthusiasten entpuppen.
Teilt man die Probleme Europas in Kategorien ein, dann ist da eine riesige Kategorie Geld und ein paar sehr kleine, kaum nennenswerte Kategorien. Aber ist Geld so mächtig? Die Mächtigen glauben das, dabei bräuchte es nur ein Gesetz und der Euro ist passe. Keine uninteressante Überlegung, wenn man bedenkt, wie hoch verschuldet Staaten, Kommunen, Bürger sind und wie gering die Zahl der Gläubiger ist. Die würden es im persönlichen Luxus nicht mal merken, wenn ihre Geldanlagen sich in Luft auflösten. Immerhin: Du kannst nur anlegen, was überflüssig ist. Das muss und wird auch die Lösung unseres Wirtschaftssystems sein und es ist - so paradox das klingt - auch die einzige Überlebens-Chance des Kapitalismus. Fragt sich nur, welcher Politiker das im Kreuz hat. Dieses Dilemma war auch früher schon da und mangels Mut zum Radikalschnitt zettelten sie Kriege an. Denn die Mächtigen hatten Kriege nicht zu fürchten. Das Sterben überließ man immer dem kleinen Mann.

Was ist wichtig

Warum vergeuden wir so viel Zeit

Jeden Tag nimmt uns das Leben bei der Hand und es geht im Dauerlauf durch den ganzen Tag, bis man abends vielleicht noch Zeit zur inneren Einkehr findet. Was war wichtig an diesem Tag? Freilich, der Lebensunterhalt, der ist wichtig. Denn nur dann haben wir die Möglichkeit zu wirklich wichtigem. Aber der Lebensunterhalt ist ein gieriger Geselle. Immer mehr ständige Ausgaben zwingen uns zu immer mehr Lebensunterhalt. Freilich die Flatrate für das Handy und natürlich die Prime-Mitgliedschaft, damit man in der Zeit, die man eh nicht hat, Filme anschauen kann, die der Sparsamkeit der Öffentlichen zum Opfer fallen. Aber ist das wichtig oder schlagen wir nur die wenige Freizeit mit Unsinn tot? Die Fastenzeit regt an, darüber mal nachzudenken. Sinnvoll zu fasten und sich all dem, was dem "zur Besinnung kommen" im Wege steht zu entziehen. Einmal Zeit für das eigene Innenleben zu haben. So ist es vermutlich auch gemeint. Aber wie alles, so hat auch die Fastenzeit ihre Eigendynamik entwickelt und ihre eigenen Stressfaktoren aufgebaut. Der morgendliche Angstblick auf die Waage, die zusätzliche Termine im Fitnessstudio stehen dem Ziel der Fastenzeit im Wege, denn die Fastenzeit braucht zunächst mal Raum und Ruhe und körperlich-geistiges Wohlbefinden. Dann kommen vielleicht die Gedanken, die kommen sollen. Dann gelingt es vielleicht, der Wahrheit ein Stück näher zu kommen. Vielleicht.

Inkompetenzstrukturverein

Als gebürtiger CSU-Wähler hast du natürlich keine Chance auf Veränderung. Veränderung kann es ja nur geben, wenn man Parameter verändert, zum Beispiel anders wählt. Aber das ist natürlich für einen gebürtigen CSU-Wähler außerhalb der Möglichkeiten. Und dann haben wir in Niederbayern ein horstattestiertes Paradies, da kann sich die A94 so unvollkommen vorkommen wie sie will. Weil es im Paradies nämlich Unvollkommenheit gar nicht geben kann. Da waren ihnen die Grünen recht, dass sie quasi für die Verhinderung der Vollkommenheit der A94 verantwortlich sind. Als würde die CSU den Grünen auch nur ansatzweise etwas durchgehen lassen. Aber die CSU ist ja per Parteiprogramm grüner als die Grünen das jemals sein wollten. Damit haben sie ihnen praktisch die Existenzgrundlage genommen. Aber seit wann kümmert sich die CSU um ihr Parteiprogramm, vor allem die unbequemen Passagen? Da meldet sich ein Inkompetenzstrukturverein mit dermaßen unfassbarer Ignoranz zu Wort, dass selbst einem gebürtigen CSU-Wähler das Hirn stehen bleiben muss. Wenn die Wirtschaftlichkeit es verlangt, dann muss der Umweltschutz zurück ins Glied. Eine Gondelbahn auf den Reischlberg, Windräder als Gefahr, ein Pumpspeicherkraftwerk gegen Windausfall, eine Nordumfahrung für Passau mit haarsträubender alternativer Faktenlage. Bei so viel geballter Inkompetenz muss man sich natürlich fragen, wer das alles gewählt hat und in welchem Zustand. Ist denn der Fasching irgendwo noch nicht vorbei oder war das schon mit Starkbier? Lieber Gott! Bitte, bitte schicke einen Engel nach Bayern, aber diesmal einen, der nicht gleich im Hofbräuhaus versumpft!

Vorbei

Ein Nachruf

Hellau oder Hällau. Tausendfach schallte der rheinische Karnevalsruf durch die niederbayerischen Faschingsorte. So kann's dir gehen, wenn dir selber nichts einfällt und der Fasching zur abgekupferten Zwangsgaudi degeneriert, die mit allen möglichen Elferräten zwangsjackenartige Ausgelassenheit zu verbreiten sucht, was natürlich nur mit massivem Alkoholeinsatz gelingen kann. Das auch nur kurz, denn dann gewinnt der Rausch die Oberhand und dämmert den Belustigten hinweg. Es wäre wirklich an der Zeit, den Karneval des bayerischen Landes zu verweisen und die Starkbierfeste vor den Aschermittwoch zu ziehen, denn da würden sie passen und der bayerische Fasching dürfte endlich mal das sein, was er will. Bierdunstig gut gelaunt und maximal derbleckend. Dann hätte auch die Fastenzeit wieder eine Chance auf Besinnung.

Gaudi Gaudi

Maximalbürokratisierte Lust

Gaudi, Gaudi! Die älteren und mittlerweile vermuffelten Faschingsgeher erinnern sich vielleicht noch daran, wie der ins bairische gequälte Lustigkeitsbefehl lautsprecherverzerrt durch Hinterfotzing schallte. Da der Rufer ein Maximalzugereister war, hörte es sich eher nach Goudi Goudi an. Aber Gaudi kannst du nicht befehlen und lustig schon gar nicht. Schau sie dir einmal an, die gequälten Zwangsgrinser mit rheinischer Narrenkappe, stolzgeschwelltem Karnevalterminkalender und jede Menge Selfies mit nackten Gardebeinen, die dann durch die Welt gewotzäpt werden, dass die Gaudi Gaudi hinausstrahle von Hinterfotzing bis Hirndübel. Aber so ist das, wenn der Fasching als lustige Erinnerung ins hirngraue Nirwana eingeht und der Karnevalmutant nur mehr als zwangsbelustigend permalärmendes Komasaufereignis wahrgenommen wird. Idealerweise sieht das die Jugend anders und vielleicht soffen wir damals zwar anderes, aber ebenso komatös. Deshalb allen, die das noch genießen können einen schönen Fasching!

Hatschidisten

Wenn's einen reißt

Hatschi! Wenn du im katarrhdurchtränkten Tempotaschentuch eine Wanze des Verfassungsschutzes findest, dann haben dich die Bundesspione als Hatschidist entdeckt und damit als potentiellen Gefährder eingestuft. Und du brauchst nicht glauben, dass du auch noch ein einziges mal unbeobachtet zu Bieseln gehen kannst. Sobald du den Reisverschluss aufmachst, steht der Innen-de-Misere-Minister auch schon da und reißt dir das Geheimnis aus dem Hosntürl, dass dir der Blasendruck auf der Stelle vergeht, weil deine undichte Stelle entdeckt wurde. Wenn dann in deinen versifften Taschentüchern auch nur ein einziger maximalpigmentierter Rauwuckel entdeckt wird, dann brauchst du dir über die Gültigkeit deines alten Führerscheinfetzens keine Gedanken mehr machen, weil man in Stadelheim keinen Führerschein braucht. Und Stadelheim ist das mindeste, es könnte auch Hof werden, das bayerische Pendant zu Quantanamo, wo du auch sprachlich von der Welt abgeschnitten wirst. Drum sag ich dir: Wenn du nicht als Hatschidist in einem modrigen Folterkeller enden willst, dann nimm lieber rechtzeitig Rotzstopp. Rotzstopp, die wirksame Waffe gegen den Hatschi.

Das große Versprechen beginnt

Oder wie man das Nahen von Wahlen erkennt

Stoiber sagte, dass man "in zehn Minuten vom Münchner ...". Jeder kennt es und es ist immer noch sehr beliebt bei YouTube. Für alle Unwissenden, hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=f7TboWvVERU. Es war einer der grandiosesten Versprecher unseres bayerischen Primisterexpirenten. Er hat sich versprochen. Nein, er hat es nicht versprochen, sondern sich versprochen. Anders Schäuble, der verspricht nun aus lauter Angst, dass die treuen Schwarzwähler alternativ für Deutschland wählen nun das Undenkbare, nämlich den "Überschuss" des Bundeshaushalts in Steuergeschenke umzuwandeln. 
Da frage ich mich, wie naiv der naivste Naivling sein muss, um das zu glauben. Einem anderen vielleicht, aber doch nicht Schäuble. Was muss dieser Mensch gelitten haben, als er auf Geheiß unserer Übermutti (und der Partei), dieses Versprechen versprochen hat. Ein Schäubles'sches Versprechen. Hier ist das "s" bei 'sches schon sehr wichtig, denn schnell würde man da ein "r" vermuten und dann wären wir beim Transrapid-Edi.
Wahlversprechen sind ja so schön, weil wie Weihnachten. Aber nach der Wahl zum 19. Bundestag der Bundesrepublik Deutschland wird der Christbaum relativ rasch aus dem Fenster fliegen und die lieben, schönen und leckeren Wahlversprechen erreichen das Ablaufdatum und verlieren ihre Gültigkeit. Und was dann zum Vorschein kommt, könnte uns  zum Anziehen warmer Kleidung animieren. Das ist halt das Problem, dass man den Wähler mit Leistungen nicht mehr überzeugen kann, und sind sie noch so gering.
Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass man den Schäuble für so was nicht missbrauchen darf. Es sei denn man will, dass es eh keiner glaubt. Vielleicht sollte man eine Gesetztesvorlage einbringen, dass die Verbindlichkeit von Wahlversprechen vorschreibt. Andererseits wäre es dann vor Wahlen nicht mehr so lustig. Wobei halt auch das Sprichwort gelten könnte: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht." Und man könnte mit etwas Kulanz das "einmal" auch mit "zweimal" oder "dreimal" ersetzen.

Elphi

Das niedlichste, was man zu 866 Millionen Euro sagen kann

Während in Hinterfotzing und ähnlich benachteiligten Niemandsorten das Raumangebot für Kulturveranstaltungen reduziert wird, leistet sich Hamburg für stolze 866 Millionen einen Kulturtempel, der dann auch noch in höchsten Tönen gelobt, ja sogar gegauckt wird. 
Hamburg wies 2015 einen Schuldenstand von 38 Milliarden Euro auf, das sind 21,9 Tausend Euro je Hamburger, ein stolzes Sümmchen. Da kommt es freilich auf eine Philharmonie nicht mehr an. Was für 86 Millionen veranschlagt war, schraubte sich schön langsam auf das zehnfache. Da ist dann auch eine geschwungene Rolltreppe drin.
Rechnet man die Ausgaben für Elphi mal auf die Bürger um, dann sind es 490 € je Hamburger. Oder anders herum könnte sich Hinterfotzing mit fiktiven 4000 Einwohnern immerhin einen 1,96 Millionen teuren Kulturbau leisten. Wobei da noch Luft drin ist, denn Hinterfotzing hat eine bescheidenere pro Kopf Verschuldung als Hamburg. Sagen wir mal 3000 € je Haupt. Um auf das Hamburger Niveau zu kommen, könnte also pro Bürger noch mal 18 Tausend Euro Kredit ausgeschöpft werden. Dann stünden 74 Millionen zur Verfügung. Da ginge dann vielleicht sogar eine geschwungene Rolltreppe.
Wenn man es so betrachtet, dann sind alle Kommunen, die glauben sich so was nicht leisten zu können die angeschmierten, denn die bleiben so unwichtig, wie sie immer schon waren. Wenn sie ihre jahrelang vernachlässigten Veranstaltungshäuser verscherbeln, dann schaffen sie es sogar bis Unterhinterunwichtig. Und alles, was an den Ort erinnert, bleibt ein Eintrag in Wikipedia. Ja, so kommt's, wenn man die Gemeinden kaputtspart, weil man die finanzielle Unterversorgung als Gott gegeben hinnimmt und die verantwortlichen Politiker sogar noch katzbuckelig zum Eintrag ins Goldene Buch bittet, wenn sie sich mal zur Visite ihrer parteiuntertanen Bürgermeister herablassen.
Wenn die Größten unseres Landes die Hamburger in höchsten Tönen für ihre Elphi loben und die unverantwortliche und grenzenlose Verschwendungssucht als lästigen Schatten geflissentlich ignorieren, dann sollte sich Hinterfotzing auf der Stelle etwas nettes für 74 Millionen Euro leisten und das Lob ist den Hinterfotzingern gewiss. 

Die Schlange

Oder was die Trumps dieser Welt aus Paradiesen machen

Es war einmal ein Land, das von der Sonne sehr verwöhnt wurde, deshalb lebte es sich dort besonders gut. Alles wuchs von alleine und man konnte sich jeden Tag satt essen. Niemand musste arbeiten oder eines anderen Knecht, noch Sklave sein. In diesem Land lebte auch eine Schlange, sie war friedlich und konnte sich wie jeder andere Bewohner des Landes an den Früchten erlaben. Die Bewohner nannten es das Paradies. Niemand wusste, dass im Untergrund des Paradieses großes Unheil schlummerte, das Erdöl.
Eines Tages kamen Menschen von fern her, die von diesem Öl wussten, es nützlich machten und einen großen Hunger danach erzeugten, eine ständig wachsende Begierde. Und plötzlich gab es in dem Land Bewohner, die mehr haben wollten, als sie zum Leben brauchten. Sie verfielen einem glänzenden Metall, das sie Gold nannten und in ihrer Gier nach Gold vernichteten sie das Paradies auf der Suche nach Öl immer mehr. Sie wurden immer unersättlicher und verlangten immer mehr Gold für das Öl. Die Fremden wollten aber billiges Öl, deshalb säten Sie Zwietracht und Streit über das Land. Sie lieferten Waffen und brachten den Krieg.
Auch die Schlange litt unter der Veränderung, ihre Grube wurde zerstört und die Früchte immer weniger. Das Paradies war zur Hölle geworden. Wollte sie überleben, durfte sie nicht mehr so wehrlos sein. Sie sammelte das Gift der Feindschaft und des Neides, das Gift, das die Fremden brachten in Ihren Zähnen, so konnte sie wenigstens ihren Lebensraum verteidigen. Doch der wurde immer kleiner und immer feindseliger. Auch die Schlange wurde zusehends aggressiver und feindseliger. Das Leben im Land war unerträglich geworden, fast unmöglich.
Die Schlange erkannte, dass der Hass kein Ende nehmen würde und der Verbleib im Land ihr Untergang wäre. Also entschloss sie sich zu den Fremden zu kriechen. Entweder würde sie dort wieder Frieden finden oder den Fremden das verfluchte Gift Biss für Biss in ihr Fleisch treiben, damit sie am eigenen Leib spüren, was sie dem Paradies angetan haben. Die Fremden verwehrten ihr zunächst die Einreise, aber die Schlange war sehr groß und mächtig geworden und ihre Stärke wuchs mit jeder Bombe, die auf ihre einstige Heimat fiel. Denn die Fremden bezahlten das Öl nicht mehr mit Gold, sondern mit dem Tod, den sie in vielerlei Gestalt an die Gierigen des Paradieses lieferten. Denn die Gierigen wollten nicht nur Gold sondern auch Macht und dazu war Gewalt ein wirksames Mittel.
Sie bombten sich gegenseitig zu Tode, bis nichts mehr vom Paradies da war. Nichts mehr außer dem Öl, über das die Fremden dann ohne Bezahlung verfügen konnten. Die Schlange konnte im Land der Fremden nicht in Frieden leben, weil ihr von allen Seiten Feindseligkeit begegnete, deshalb biss sie immer wieder zu und mit jedem Biss wuchs auch die Feindseligkeit. Die Fremden überlegten nicht, wie man mit der Schlange in Frieden leben könnte, damit sie nicht mehr beißen würde, sondern wie sie zu vertreiben war und wohin, denn das Paradies gab es nicht mehr und niemanden, der die Schlange bei sich aufnehmen wollte. Am meisten weigerten sich jene, die von der Zerstörung des Paradieses den größten Vorteil errungen hatten.
Frieden ist eben nur dann möglich, wenn niemand am Unfrieden verdient.

Realutopie

Die finalen Fragen

Ist das Krematorium das letzte Burnout?

Ist Weihwasser ein Spritzmittel?

Ist die Priesterzahl stärker gesunken als die Kirchgängerzahl?

Gibt es eine Zeit nach Angela Merkel?

Warum wird man von Starkbier so schwach?

Gibt es Gemütlichkeit to go?

Warum können Sitzenbleiber fliegen?

Kann ein Gemeinderat ratlos sein?

Werden Vorratsdaten schon vor dem Telefonat gespeichert?

Warum hört sich cloud so verdammt nach Diebstahl an?

Wie oft wurde die A94 schon eingeweiht?

Warum hat sich der CSU-Generalsekretär keinen richtigen Doktor gekauft?

Warum erinnern Gottesdienste an Schwarzweißfilme?

Wie kann man Gott in einen Tabernakel einsperren?

Ist das Kind eines katholischen Priesters automatisch geweiht?

Wie groß ist die Schnittmenge des heutigen Lebens mit der katholischen Lehre?

Wäre ein Leben nach katholischer Lehre schlechter oder schöner?

Warum schreibt man katholische Lehre nicht mit zwei e?

Mit Bußgottesdienst ins Neujahr

Manchmal kann man es sich nicht aussuchen. Da gehst du guten Vorsätzen folgend in den Neujahrsgottesdienst und wirst mit dem gesamten Bußprogramm für die suggerierte Maximalschlechtheit konfrontiert. Man muss sich mal vorstellen, welchen Gott die Radikalkatholisten voraussetzen, der ihrer Meinung nach eine Menschheit - Absicht hin oder her - nicht so perfekt erschaffen hat und dann einen Geist von sich herausschneiden muss, der dann eine Menschenfrau schwängert, damit die einen Menschgott gebiert, der für die Fehler der Menschheit von ebendieser ans Kreuz genagelt wird und durch seinen Tod seine Mörder wieder mit Gott versöhnt. Mann o Mann, das ist starker Tobak, aber der wird nun schon seit hunderten Jahren verweihraucht. Und bis zu unserer Generation funktionierte das auch, weil die Aufklärung eben doch länger brauchte, als sie sollte. Und nun laufen ihnen die Menschen in Scharen davon. Recht haben sie. Denn die Kirche hatte wirklich lange genug Zeit, um eine Kirche der Menschen zu werden. Aber so lange sich Priester als erforderliches Bindeglied zwischen Mensch und Gott selbstüberschätzen, bleibt nur der Niedergang als Ausweg für eine Mehrwertkirche. 
Jeder Mensch muss sterben und keiner kann es ertragen, das ist das Fundament, die Existenzbasis der Kirche, denn sie erfand und verkauft die Eintrittskarten für das Reload im Jenseits. Sieht man sich die Welt an, dann muss man sich ernsthaft fragen, warum Gott die Menschheit nach ihrem Tod überhaupt wollen sollte. Wenn ich Gott wäre, dann hätte ich vielleicht sogar Bedenken, ob die mir das Paradies auch noch schänden, verpesten und zerbomben.
Jesus starb nicht für irgendwelche Sünden der Menschheit, er starb für seine Überzeugung, von der er nicht abweichen konnte, ohne sich selbst zu verraten. Die Welt war nicht bereit für den radikalen Weg Jesu. Aus dieser Sicht war Jesu Hinrichtung sicher nicht sein bester Tag, sondern der finsterste und schmerzvollste. Es fällt halt ziemlich schwer, das zu akzeptieren. Und dass die Kirche den Fisch als Symbol durch das Leidenskreuz ersetze, war vermutlich eine der tragischsten Entscheidungen. Das verlagerte den Schwerpunkt Jesu Wirken einzig und allein auf seinen tragischen Tod. 
Aber was bleibt dann von der katholischen Kirche? Oh, sie wäre eigentlich so wichtig, wie nie. In einer Zeit, die von Konsum und Sinnlosigkeit geprägt ist, könnte sie Sinn, Inhalt und Leben geben. Sie müsste halt lernen, zu bereichern, einen Mehrwert zu geben. Sie müsste sich von der Sündenstrategie verabschieden und von ihrem selbstüberhöhten Sockel herabsteigen. Das wird sie auch müssen, will sie nicht von ihm gestürzt werden. Egal, ob Jesus nun Gott oder Mensch war/ist, seine Botschaft ist nach wie vor aktuell, nicht sein Tod. Der war wohl eine unvermeidliche Folge seines Handelns und seiner Einstellung, aber gewiss nicht sein bester Tag.
Noch heute maßt sich die Kirche an, Menschen zu exkommunizieren, noch heute maßt sich die Kirche an, das Scheitern einer Ehe als nichtgottkonform lebenslang zu ächten. Dass ihre Priester beim (aus erbrechtlichen Gründen erfundenen) Zölibat versagen oder sich an Minderjährigen vergehen, ignoriert sie geflissentlich. Ja, wenn sie aus ihren Fehlern nicht lernt und sich weiterhin weigert, ein Quell der Lebensfreude und des Lebenssinns zu werden, dann ist der Untergang die beste Lösung.

Unschuldig?

Siehst du, das haben  uns die Amis voraus, da wenn einer mal schuldig ist, dann ist er schuldig und nicht auf einmal wieder unschuldig, nur weil er es nicht gewesen ist. Die Amis haben für solche Fälle Quantanamo. Da kommen alle unschuldigen Schuldigen hin. Wobei da natürlich auch die Folter eine gewisse Rolle spielt, das musst du natürlich auch bedenken. Im Mittelalter haben sie bei uns so manchen Unschuldigen zur Schuldigkeit gefoltert und vielerorts außerhalb unserer Willkommensrepublik wird dieses probate Mittel immer noch fleißig angewandt. Denn jeder ist böse. Insofern hat die katholische Kirche schon Recht, wenn sie uns jede Woche mit dem großen Schuldbekenntnis konfrontiert: "Ich bekenne ..... " Die Kirchenprofis unter uns kennen es ja auswendig. Der Mensch ist schlecht und wenn er das nicht getan hat, wofür man ihn soeben verhaftet hat, dann eben etwas anderes. Falsch geparkt, über Angela Merkel geschimpft, bei rot über die Fußgängerampel, Schwarzgeld kassiert, es gibt so viele gute Möglichkeiten, böse zu sein, das es um die Chance gut zu sein relativ böse steht. Nun haben sie also den bereits vor dem Anschlag anvisierten Kleinkriminellen durch einen anderen ausgetauscht und weil der vermutlich bei seinesgleichen untertaucht eine saftige Belohnung ausgesetzt, damit seine Quartierleute ein wenig in Versuchung kommen. Bei uns Christen würde das nicht helfen, weil wir ja täglich darum beten, nicht in Versuchung geführt zu werden. Aber das BKA wird sich schon informiert haben, ab welcher Summe man beim Islam in Versuchung kommt. Ich wäre mir bei diesem Betrag auch bei Christen nicht restlos sicher. Und wenn wir in Versuchung kommen, dann müssen wir halt wieder beten, dass wir gutes unterlassen und böses getan haben.

Advent rapapapam

Gedanken zur verrücktesten Jahreszeit

Wie eine Maschinengewehrsalve peitscht der "Little Drummer Boy" durch den Spätherbst. Unüberhörbar ist die staade Zeit über das Land hereingebrochen.
Der Advent hat sich in den letzten Jahrzehnten kräftig entwickelt. Die Stadt Hamburg wirbt heuer mit einer Glühweintour. Schließlich weiß jeder, dass der Geldbeutel im Rausch lockerer sitzt. Praktisch Einkaufsvorglühen.
Durch die Kirche wabert der Weihrauch in dicken Schwaden, dass die Gehgeschwindigkeit zum Kommunionempfang häufig den schlechten Sichtverhältnissen angepasst werden muss und trotzdem einige orientierungslos durch den heiligen Nebel irren. Vielleicht sollte man die Stimmung mal durch Mitnahme einiger Rauchmelder aufheitern. Im Gottesdienst singst du „Wir sagen euch an“ und du brauchst nicht glauben, dass am vierten Adventsonntag nur die vierte Kerze brennt, da wird der ganze Adventkranz gnadenlos gesanglich abgefackelt.
Ich weiß es nicht, wer auf die Idee kam, das Leben Jesu in die Spanne zwischen Dezember und Ostern hinein zu pressen. Jedes Jahr diese aufgesetzten Gefühlsausbrüche, wie Maria dem Josef das Techtelmechtel mit dem Heiligen Geist beichten soll, dann Hosianna, er ist geboren, die schmerzbetrübte Kreuzigung und er ist auferstanden, Halleluja.
Freilich, ist er das, aber das war so um das Jahr 28 – 33 und geboren ist er so um minus vier, soweit man das heute sagen kann. Eine Geburt, der wir vermutlich ein ziemlich anderes Gesicht verpasst haben. Ein armseliger Stall  außerhalb von Bethlehem. Maria und Josef stehen selig neben der Futterkrippe, in der ihr eben Neugeborenes liegt, auf Heu und Stroh. Was ist denn das für eine Mutter, die ihr zartes Neugeborenes auf Heu und Stroh bettet? Überall im Stall hängen Engel mit Instrumenten herum. Da kann man nur hoffen, dass sie vorher geprobt haben. Aber was spielten Sie? Mozart, Haydn, Schubert, Bach, Haindling und die Rolling Stones, alle noch nicht geboren. Das mag vielleicht ein Zeug gewesen sein, was da dem lieben Jesulein den Schlaf raubte. Und dann kommt auch noch dieser hyperaktive Rotzlöffel mit seiner Blechtrommel daher und setzt der Kakophonie die Krone auf, dass man es selbst im Rathaus von Bethlehem noch schmerzhaft hören konnte und der eben neugewählte Bürgermeister seine zwei verdutzten Stellvertreter fragte, was denn da los sei?
Was ging eigentlich in dieser Frau Davis vor, als sie den „Little Drummer Boy“ getextet hat? Die dritte Strophe müsste sämtliche Jugendämter weltweit auf die Barrikaden treiben. „Bei ihm waren – pa ram pam pam pam – ja Ochs und Esel nur – pa ram pam pam pam“. Der kleine Jesus, kaum geboren, splitterfasernackt in eine kratzige und dreckige Futterkrippe gelegt, Nabelentzündung praktisch vorprogrammiert und die Eltern machen sich aus dem Staub, weil eh ausreichend Engel da sind, da kann man doch schnell mal auf einen Absacker nach Bethlehem rein schau‘n. Engel, denkste, die hat Frau Davis auch wegrationalisiert. Nur Ochs und Esel und der kleine Terrorist mit seiner scheppernden Blechtrommel, die dann später Günter Grass seinem Hauptdarsteller besorgte, um den Trommelterror neu aufleben zu lassen. Das passt auch so richtig in den heutigen Advent, der uns zunehmend amerikanisiert mit glühweinsüßen „Jinglebells“ und „dreaming of a white Christmas“ auf die Geburt des Christkinds vorbereitet, als ginge es auch nur ansatzweise um die Geschichte aus Bethlehem.
Denn wenn es so war, wie geschrieben steht, dann wird es wohl höchstens eine Kerze gewesen sein, die ihr sanftes Licht auf die Menschwerdung Gottes warf und die Hirten, ziemlich ahnungslos über die Bedeutung dieser Geburt, staunten einfach über das neue Leben und verpassten dem kleinen Psychopaten mit seiner Trommel garantiert nach dem ersten „Ram ta ta ta tam“ eine saftige Watschn, dass die Trommel im weiten Bogen davonflog.
Aber kann man die Zeit zurückdrehen? Kann man den Advent herabdimmen auf ein erträgliches, sprich vernünftiges Maß? Jetzt nicht, denn dass wir so leben können wie wir leben, verdanken wir zum Großteil der Wirtschaft und die braucht den Advent als umsatzstärkste Zeit des Jahres und sie braucht vor allem die „Heiligen Drei Könige“, die mit ihren Geschenken den Weihnachtskaufrausch auslösten. Auch die Glühwein- und Bratwurststände, die Lichtüberflutung und den pappsüßen Adventklangteppich. Man kann sich schon aufregen drüber, aber man muss sich auch im Klaren sein, dass der Mensch halt so angelegt ist und lieber im Überfluss lebt. Zum Glück kommt Weihnachten und damit endet die verrückteste Zeit des Jahres und es wird endlich staad.

Große Ehre für Paul Wachlschleier

Gemeinde verleiht den Ehrendings

In einer großen Feierstunde verlieh Bürgermeister Anton Sturbacher an Paul Wachlschleier den großen Ehrendings der Gemeinde Hinterfotzing. In seiner Laudatio stellte er heraus, welch große Verdienste sich Wachlschleier um die internen Angelegenheiten erworben habe. In einer langen Liste mit wichtigen Dementsprechends und enorn wichtigen Ganzklars lobte Sturbacher den Betroffenen. Dass er nebenbei die Gründung und Vorsitzendentätigkeit der Musispezln vergaß, war der Wichtigkeit anderer Themen geschuldet, wo die Kultur dementsprechend halt keinen Platz mehr hat. Dem betroffenen zur Ehr gab der örtliche Emporenverein einige Lieder zum Besten, was Wachlschleier sichtlich freute. Auch die im Spätjahr unverzichtbaren Pappsüßgeschichten wurden der Versammlung nicht erspart. Mangels Alternativen gab Sturbacher seine Weltsicht zum Besten, gefolgt von den kopierten Dankes- und Wunschworten der Vorjahre. Dementsprechend gemütlich klang der Abend aus.

Sehr verkompliziert

Mit den Handbewegungen eines Priesters ist das so eine Sache. Es genügt ein angedeutetes Kreuzzeichen und Wasser ist geweiht. Es gilt fortan als Weihwasser und wird über alles mögliche verspritzt. Trotzdem wäre es unter Umständen falsch, wenn man es als Spritzmittel bezeichnen würde, auch wenn es zutrifft, aber Spritzmittel ist etwas ziemlich dämliches und nochdazu sehr monsanto oder sogar bayer-monsanto oder noch gefährlicher. Und ich glaube nicht, das bei Glyphosat irgendweine Handbewegung von wem auch immer hilft, dass es auch nur ansatzweise besser würde. Aber wir waren ja beim Weihwasser. Da gehen wir also davon aus, dass es durch Handbewegung geweiht ist - der Himmel bewahre - mit Sicherheit kein Spritzmittel, höchstens im Verwendungssinn.  Wir gehen also davon aus, dass ein Mensch die Macht hat, Wasser in Wasser zu verwandeln, das dann ein Weihwasser ist. Es kommt auch noch eine Prise Salz rein, aber nicht damit der Weihwasserkessel schneller verrostet, sondern dass es nicht umsteht. Denn das hat man über die Jahrhunderte herausgefunden, dass die Handbewegung allein das Wasser nicht haltbarer macht und Weihwasser soll halt nicht nach abgestandener Brühe ausschauen und schon gar nicht so riechen. 
Manchmal frage ich mich, warum nicht mehr gesegnet wird, wenn dadurch etwas besser wird. Man könnte Flüchtlingsboote segnen, dann saufen siel vielleicht nicht mehr ab, oder man müsste Dieselautos segnen, damit sie gereinigt werden, vielleicht würde es sogar beim Atommüll helfen. Aber das geht natürlich nicht, denn segnen kann man nur Dinge, denen Gott nahesteht. Wenn aber nun Gott die ganze Schöpfung ein einer illustren Woche geschöpft hat, dann hat er ja alles gemacht, also auch das Uran, aus dem wir Brennstäbe und Bomben machen und das Glyphosat, dessen Zusammensetzung mir zwar fremd ist, aber ich bezweifle, dass außerirdische Stoffe drin sind, und natürlich auch das Gold, aus dem wir Tabernakel machen und Gott darin aufbewahren. Schon interessant, dass Gott sich in einem klitzekleinen Teil seiner Schöpfung aufbewahren lässt. Beziehungsweise wir die ziemliche grenzenlose Arroganz an den Tag legen, dass wir es könnten.
Aber so ist das mit uns Menschen, wir nennen unser Eigen, was uns gar nicht gehören kann, weil es doch Gottes Schöpfung und damit sein Eigentum ist. Wir errichten Grenzsteine und verfügen mit der Erde, als wäre sie unser Eigentum. Und so machen wir es auch mit Gott. Wir erdreisten uns, im Namen Gottes das Scheitern einer Ehe als unerlaubt festzuschreiben und im Namen Gottes Teile seiner Schöpfung zu weihen. Wir führen das C in Parteinamen und wenn es darauf ankommt, dann machen wir die Grenzen dicht. Wir nennen unsere Kirchen heilig und wissen genau, welche Gräuel in ihrem Namen getan wurden und werden.
Kommt dann mal ein Kirchenoberhaupt, das den Mut zur Veränderung mitbringt, dann erheben sich alte Tattergreise und warnen vor dem Verfall. Aber mittlerweile sind es nicht nur die verbitterten Alten, sondern Junge, die den Dreck und Staub der Jahrhunderte zusammenkehren und ihn uns als wiedergefundenen Heilsweg anpreisen. Da wird die größte Prise Salz nichts ausrichten und noch so viele Handbewegungen. Und so lange die Kirchensteuer fließt, werden sie auch keinen Grund sehen, sich nach den Bedürfnissen der Mitglieder zu richten, sondern weiterhin viel mehr Gott für sich beanspruchen als ihnen zusteht und ihn an uns weihwasserspritzend verteilen.
Jetzt nehmen wir einmal an, Gott weiß das alles, weil er in seiner Schöpfung gegenwärtig ist, was wird er sich wohl denken?

Advent

Pünktlich zum Adventanfang kümmert sich die Redaktion der Heimatzeitung um die Bilder hungernder Kinder, als gäbe es sie nicht das ganze Jahr über. Mit einer Überweisung auf das angegebene Spendenkonto kann man das Problem lösen und wird sogar noch auf einer Spenderseite veröffentlicht. Hilft es was? Nein, denn nächstes Jahre warten die hungrigen Kinderaugen bestimmt wieder und wieder können wir uns freikaufen. Und wenn sie nicht sterben, was angesichts der ausgehungerten Körper sehr unwahrscheinlich ist, dann geht es übernächsten Advent weiter. Kinder! Immer sind es Kinder, keine Erwachsenen, keine Alten. Ist halt eine Frage der Lukrativität. Ansonsten Aleppo. Aleppo im Frühstücksradio, Aleppo in den Mittagsnachrichten und Aleppo als "Gute-Nacht-Geschichte". Mittlerweile kenne ich jedes Viertel von Aleppo und fühle mich ertappt, wenn ich nicht exakt weiß, wer wo momentan das Schießen hat. Leider ist die Welt nicht besser, denn sie ist wie die Menschen. Und die Menschen ... ? Was hat sich Gott nur dabei gedacht. Kein Sender fragt mich, ob er mich mit Kriegsnachrichten abstumpfen darf. Sie tun es einfach. Also entkomme ich Aleppo nur, wenn ich nicht mehr hinhöre, wenn ich mir einbilde, dass die Welt um mich herum kein Kriegsgebiet ist und keine Bombe den Advent zerreißen kann. Es gab sie immer, die Kriege und die Machtspiele, aber selten zuvor wurden wir ständig damit konfrontiert. Das wird wohl einen Grund haben, aber ich habe keine Lust, diesen Grund zu erfahren, denn es wird wohl kein schöner Grund sein, der uns täglich das Grauen ins Haus bringt. Aber wir haben die Freiheit, den Gräueln zu entsagen, zumindest im Advent und nur positive Nachrichten an uns heranzulassen. Nachrichten, die zu Weihnachten passen und die Grausamkeit des Weltgeschehens mal ausblenden. Vielleicht wäre das sogar ein gangbarer Weg, die Grausamkeiten komplett abzuschaffen. Denn all die Soldaten kämpfen nicht für sich, sondern sind nur die Figuren auf dem Schachbrett. Sollen sich doch die Schachspieler selber die Köpfe einschlagen. Dann würde es aber für die Heimatzeitung ziemlich schwierig, aktuelle Fotos von hungernden Kindern zu bekommen. Insofern wäre die Verbesserung der Welt ein ziemlicher Schlag für die Medien, die aasgeiergleich ständig nach schlechten Nachrichten Ausschau halten. Aber wäre das nicht ein akzeptabler Preis für eine bessere Welt?

Tradition

Meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Vereinsmitglieder!
Als Vorstand vom Hinterfotzinger Traditionstrachtenverein "Was liegt des pickt" möchte ich euch meine Gedanken zum anstehenden Weihnachtsfest als Wegweiser für traditionelles Adventverhalten mitgeben. Ja natürlich haben wir eine Tradition, was glaubst du? Tradition, das ist doch das einzige, was uns vor dem Davonschwimmen rettet. Freilich, früher, da hatten sie keine Tradition, weil es noch keine Vereine gab, die sich um den Erhalt der Tradition kümmerten. Da war praktisch alles immer wiegelwagel und jeder machte es so, wie er eben wollte, aber eben nicht traditonsgemäß.
Nehmen wir einmal die Tracht. Also Hut, Jancker, Gilet, Lederhose, Strümpfe und Haferlschuhe. Da gab es einen regelrechten Wildwuchs, ja sogar diese T-Hemden wurden zur Lederhose angezogen und nicht einmal hineingestopft, wie das vorschriftsmäßig sein muss. Wir haben alles exakt geregelt und aufgeschrieben, dass sich ja nichts mehr um ein Jota verändert, denn das ist Tradition, wenn man sogar in fünfhundert Jahren noch genau dort, wo wir es aufgeschrieben haben, die Knöpfe für das Hosentürl hin nähen muss.
Ein richtiger Jancker hat auch kein Händitascherl, weil es beim Aufschreiben keine Händis gab und wo kämen wir denn da hin, wenn man ständig Herumverändern würde, nur dass man der Zeit gerecht wird. Mein Lieber, diese Zeit, mit der kannst mir gehen. Die arbeitet gegen alles und jeden, das sich der Bewahrung unserer urbayerischen Werte verschrieben hat. Ein traditionsbewusster Bayer braucht kein Händi, weil es das zur Entstehungszeit der Tradition, also vor dreißig bis vierzig Jahren überhaupt noch nicht gegeben hat und keinem ist es abgegangen. Dass der Bayerische Rundfunk jetzt die Volksmusiksendungen nicht mehr auf Traditionsgeräte überträgt, sondern bloß mehr auf dieses neumodische Zeug, das ist eine Sauerei.
Da lobe ich mir die Kirche, die bleibt der Tradition treu und hat wieder auf den rechten katholischen Boden zurückgefunden. Der Kirchgang darf nicht freiwillig sein, da müssen wir wieder hin. Und genauso muss das auch mit der bayerischen Tradition passieren. Wir haben den Landlerschritt mit allen Figuren exakt festgeschreiben und damit ist gewährleistet, dass er überall in Bayern gleich getanzt wird und nicht da a so und dort ganz anders. Da haben wir aus vielen lokalen Varianten eine Tradition gemacht und Ausnahmen gibt es nicht. Wer den Landler nicht vorschriftsmäßig tanzt, bekommt Tanzverbot.
Unser Antrag auf hohe Bußgelder bei Traditionsverstößen liegt bereis im Heimatministerium vor und gleich noch ein zweiter, dass der Minister von unserem Heimatministerium aus Bayern kommen muss und nicht aus Franken. Das mögen schon irgendwie Bayern sein, aber ansonsten eigentlich nicht. Wer nicht bairisch spricht, der kann niemals nicht ein echter Bayer sein, wie der sö der, der jetzt Minister ist. Außerdem muss jeder Bayer Mitglied in einem Traditionsschutzverein sein und auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Tradition einen Eid ablegen und die Meineidigen werden mit Zuchthaus nicht unter zwanzig Jahren bestraft.
Da aber bald Weihnachten ist, wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein traditionsverbundenes und mit echten Bienenwachskerzen bestücktes Weihnachsfest und dass die Perchten und sonstigen Adventunruhestifter und Maskenkasperl mitsamt der ganzen Hallowienbagage endlich der Deifö holen soll.
In diesem Sinne!
Ein friedliches Fest in voller Tracht!
Euer Otto Krachlinger

Z'boid

Wenn ma en Februar 's Güllefoahrn a'fangt, dann ist des z'boid.
Und wann's d' am am Aschamittwoch scha g'farbte Oar kaffa kaast a.
Z' boid is, wann's baan Mah de Kitzl gar nimma zreißt,
weil s' e se nimma en Groß vastecka kinnand.
Es is aa z'boid, wann des Sunnewendtfeier scho vorher brennt
und sauwa z'boid, wann da Tod den junga Motorradlfohra ohoid.
Z'boid is a, wann se da Christkindlmoakt en Herbst ei varrent.
Wann mia owei so boid dra hand, warum kemmand ma dann so oft z'spät?

Die Mauer von Minga

Wenn man was sehen will, dann schaut man hin. Gut, manchmal schaut man auch wo hin, ohne dass man etwas sehen will. Jetzt haben sie in Minga eine Mauer gebaut, damit man nicht aus Versehen wo hin schaut, wo man gar nicht hinschauen will. Und jetzt regen sich die einen auf, weil die anderen nicht hinschauen wollen, praktisch Flüchtlingsbeobachtungsverweigerungshaltung von Mauer verhindert. Aber mal ehrlich, wenn jemanden das Thema Flüchtlinge nicht interessiert, sollte der dann nicht die Möglichkeit des Vorbeischauens haben? So wie der Atomkraftbefürworter die Notwendigkeit von Endlagerstätten als  übertriebene Vorsicht hält. Jetzt steht da also in München so eine Mauer und beide Seiten werden am Sehen gehindert. Die einen sehen das Elend nicht und die anderen nicht, wo sie eigentlich gelandet sind. Ich würde die Mauer anmalen. Auf die eine Seite Mekka, auf die andere ein Biergarten, dann würde die Mauer niemand mehr stören, weil jeder das sieht, was er gerne sehen möchte. Ist doch eigentlich logisch.

Aus gehabtem Schaden nichts gelernt

In Hinterfotzing brodelt es. Nachdem wir im Zentralorgan unserer Gemeinde, nämlich dieser Website nach mehrfacher Beschwerde eines Vereinsmitgliedes den altertümlichen Führungstil im größten Verein der Gemeinde anprangerten, scheint nun der Zorn beim stellvertretenden Vorsitzenden hochzukochen. Hauptkritikpunkt ist der autokratische Führungsstil. Hier beruft sich der Vize auf  die lange Tradition, die man als verbindlich und gültiges Recht betrachten müsse. Eine schwer haltbare Position, denn der Vize war bis vor kurzem Mitglied eines Konkurrenzvereins mit ganz anderen Statuten und sich als neuer auf Tradition zu berufen ist wie neuer Wein in alten Schläuchen. Brisant dabei: Der Vorstand selbigen Vereins spielte der Redaktion Informationen von Emerenz Meier zu, die belegen, dass die Schriftstellerin zu ihrer Zeit schon die gleichen Machenschaften des Vereins anprangerte. Hat sich also in hundert Jahren gar nichts geändert? Frei nach Curt Jürgens "aus gehabtem Schaden nichts gelernt" Das kann man wohl nicht behaupten. Es hat sich mehr geändert, als in zweitausend Jahren zuvor und das Tempo der Veränderungen nimmt weiter zu. Vereine kommen und gehen. Blinden Vereinsgehorsam gibt es nicht mehr, deshalb wird auch der traditionsreichste Verein gehen, wenn er sich entbehrlich macht und glaubt, die Bedürfnisse der Mitglieder ignorieren zu können, die Augen vor den Nöten der Zeit zu verwschließen und lieber Massenaustritte in Kauf zu nehmen. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Stummer Protest

Es gibt Dinge, die kann man gar nicht hoch genug wertschätzen. Dazu gehört die Freiheit. Wer den Eisernen Vorhang erlebt hat, das geteilte Deutschland, der weiß um den Wert des 9. November 1989, als die Mauer ohne einen Tropfen Blutvergießens fiel. Der 9. November hätte eigentlich nationaler Gedenktag werden müssen und nicht der Todestag des FJS. Freiheit, wie fühlbar, wie prickelnd herrlich war das, Ganzkörpergänsehaut, so unglaublich schön. Leider ist vieles verblasst, mit den Trabis verschwunden.
Anders in der Kirche, da ziehen die alten Zoten wieder ein und ich weiß nicht, ob die Rückwärtsfahrer eigentlich wissen, was sie tun, wenn sie die Gottesdienste sukzessive mit Latein infiltrieren. Dass Menschen dafür starben, weil sie sich für Gottesdienste in der Muttersprache einsetzten. Jan Hus wurde beim Konzil in Konstanz verbrannt, obwohl man ihm freies Geleit zugesichert hatte, die Folge waren die Hussitenkriege. Vermutlich ist die Dogmatik die schlimmste aller katholischen Tugenden. Festhalten am Überholten, am nicht mehr zeitgemäßen, aus Angst vor Veränderung. Dabei ist das einzig stete die Veränderung und sie ist unabdingbar. Sie wird ihren Preis dafür zahlen müssen, die Kirche. Gott sei Dank ist der Mensch heute aufgeklärt und nicht mehr der willkürlichen Verdammnis ausgeliefert. Lateinischen Gebeten stumm zu begegnen ist nur schwacher Protest, fernbleiben die logische Fortsetzung. Wer braucht eine Kirche, die sich vom Jetzt lateinschwafelnd abwendet? Die leeren Bänke sprechen über die katholische Kirche ein vernichtendes Urteil. Dabei waren die Chancen, eine ausgehungerte Seelenschar erreichen zu können selten größer als heute. Aber wie Karl Valentin schon treffend feststellte: Mögen hätte ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht getraut. Fragt sich halt, ob unsere weltentrückten Seelsorger überhaupt mögen? Also mögen, wie es erforderlich ist? Wer die Welt verstehen will, muss schon in ihr leben.

Alles Gott <> Gott alles

Jetzt nehmen wir mal an, Gott hat alles erschaffen, so steht es ja auch in der Bibel. So ein richtig schöner Urknall. Prosit Neuschöpfung! Als dann der erste Pulverdampf verrauchte begannen sich die frisch gebackenen Materieteilchen zusammenzurotten und bildeten so das oder die Universen mit unheimlich vielen Galaxien, die aus unheimlich vielen Sternensystemen mit umlaufenden Planeten, mit oder ohne herumrotierende Monde. Einen dieser ungezählten Planeten bewohnen wir. Wobei die Erde schon eine ganz geraume Zeit hinter sich gebracht hat, bis es auf ihr zu menscheln begann. Diese Anfangsmenschen waren auch noch nicht so ganz der Hit, aber irgendwann in der Zeit vor einer million Jahren und hunderttausend Jahren fingen unsere Urahnen an ein bisschen abstrakt zu denken und auch über sich selbst. Und relativ schnell begriffen sie, dass es einmal aus ist. Ein unangenehmer Gedanke, den sie bald nicht mehr akzeptierten und begannen Brücken zu bauen und ein Leben danach zu erfinden. Da sie für die Existenz der Erde, die sie damals noch für ziemlich einmalig hielten, keine Erklärung hatten, nahmen sie berechtigerweise an, dass ein höheres Wesen sie gemacht hatte. Sie nannten das Wesen je nach Sprache zum Beispiel Gott. Und weil sie sich vieles nicht erklären konnten, war fortan Gott für alles verantwortlich. Andere Frühmenschen nahmen an, dass Gott in allen Dingen wohnt, also allgegenwärtig ist. Andere wollten ihn lieber auf Distanz und bauten Orte, an die sie Gott verbannen konnten. Das glaubten sie zumindest. Sie glauben auch, dass Gott sie nach dem Tod braucht und in anderer Form weiter leben lässt. Oh, das müsste dann aber ein sehr bedürftiger Gott sein, ein einsamer. Und er müsste auch ein Reserveuniversum, zumindest eine Reserveerde haben, wo er eine Art Flüchtlingslager unterhält, dass aber immer mehr aus allen Nähten platzt, weil immer mehr rein, aber keiner mehr weg kommt. Das er einsam ist, erkannten die Christen schnell und haben in dreigeteilt, wobei er so aussieht, wie sie. Die Hindus sagten, das das alles für einen Gott viel zu viel ist und machten gleich mehr davon. Wenn's um danach geht, tun sich halt die wieder leichter, die Gott in allem, also praktisch auch in sich selbst vermuten, denn die können ja gar nicht sterben, denn dann würde ein Stückchen Gott mit ihnen sterben. Aber wenn man mal einen Blick auf die Dimensionen wirft. Da kann man sogar mögliche weitere Universen, also Multiversen vernachlässigen. Schon allein unser Universum (wieso unseres?) ist schon so unvorstellbar groß, dass die Erde darin nicht mal ein noch so kleines Staubkörnchen ist. Höchstens ein unendlich kleiner Teil in einem unendlich kleinen Staubkörnchen. Darauf sieben Milliarden Menschen, wovon du einer bist. Jetzt rechne dir mal deine Bedeutung aus und vor allem, wie unwichtig du eigentlich bist. 

Auf Spritztour

Tausende hasten in die Kirche, dann auf den Friedhof, der Totenerinnerungspflicht Genüge zu tun. Der Priester verströmt düstere Gedanken von einem langeweiledurchwobenen Jenseits, auf das man sich auch noch freuen solle. Und zur Unterstreichung jammert der Kirchenchor anschließend Maximalverzweiflungslieder, die wie Gewitterwolken über den Friedhof wabern und tatsächlich tropfen, wenn der Priester seine Spritztour durch die Gräberreihen macht. Man muss schon ziemlich alternativlos sein, um sich das als verlockendes Paradies andrehen zu lassen.

Altweibersommer

Herbstmorgen. Die Sonne verriet beste Bedingungen, zumindest für eine Stunde, bis sie den Dunst aus der Erde heizt.  Die Wärme der Farben, welche unser Auge als Meisterin des Betrugs übermittelt, mit Polfilter ein wenig verstärkt, damit die Stimmung auch beim „Nachschauen“ bestens passt. Dieses Gold des Morgens, das sich in den Blättern verfängt und das Pastell der taunassen Wiesen. Die klare und würzige Herbstluft, erdig duftend und der betörende Geruch überreifer Früchte, denen schon ein Stich Verwesung anhaftet, nur so viel, dass die Lust zum Reinbeißen eher noch gesteigerte wird. Wie weintrunken tanzen faschingsbunte Blätter durch die Luft und purzeln in den raschelnden Teppich um die Baumstämme. Der Wald wird lichter, verliert sein schützendes Dach und die Sonnenstrahlen tanzen über das üppige verstreute Waldbodenbunt. Scharfe, prägnante Strahlen, klar und hart, weil der sommerliche Weichzeichner, die flirrende Luft in südliche Gefilde entschwunden ist. Sie beleuchten starke Kontraste und scharfe Konturen. Das ist der Altweibersommer. Altweibersommer: eine schöne Parabel. Ein altes Weib, dem überraschend noch ein Dutzend warme Sonnentage geschenkt werden. Mit allen Sinnen und aller Lebenserfahrung und auch dem Wissen, dass es die letzten freudigen Tage des Lebens sind, wird sie alles auskosten und lebenshungrig einen letzten großen Sinnesrausch durchtaumeln ohne auch nur einmal an das spätere Grau denken. 

Selberdenken

Wenn es Temelin zerreißt oder Ohu, dann sollte man Intelligenz in Bequerel messen. Wenn die Nordtangente gebaut wird, dann in Quadratmeter zerstörter Natur, wenn das nächste Hochwasser maximal gefährdete und mit ignoranter Sturheit ertrotzte Siedlungsgebiete ertränkt, in Millimeter Wassersäule. Dass jeweilig Ergebnis muss man von 100 subtrahieren. Und wenn Ignoranz das Maximum erreicht, sich mit Arroganz paart, dann hat das Abbrühbecken für Politiker die Optimalwirkung erlangt. Deshalb sei auf der Hut vor allem, was dir vor der nächsten Bundestagswahl so alles auf den Präsentierteller landet, es ist mit Lügen aus der Wahlversprechenflasche gewürzt und nach der Wahl schnell geschmack- und wertlos. Einziges Gegenmittel: Selberdenken! Das funktioniert auch ohne Beipackzettel. Einzige Voraussetzung für die Wirkung: Man muss zu Ende denken.

Was man erfinden müsste

Es ist ja schon so viel toller Blödsinn erfunden worden. Nehmen wir einmal Facebook oder die Pokemonster. Dinge, die keine Sau braucht, ja das Leben sogar bestehlen, trotz aller sogenannten Freunde, die nichts besseres zu tun haben, als unsere Zeit tot zu schlagen. Da wäre Langeweile wirklich die bessere Lösung. Ja mit solchem Blödsinn wird die Welt nicht reicher, nur die Erfinder. 
Es wäre doch wieder mal an der Zeit, etwas richtig praktisches zu erfinden, zum Beispiel einen Rasenmäher mit integrierter Schnittgutbiogasanlage zur Versorgung des Motors und die Gülle düngt den Garten. Wenn dann noch Gas für's Auto bleibt ... umso besser. Ja, so müsste erfunden werden. Dinge, die unser Leben erleichtern. 

Das Ende der Schwestern

Was wäre die Kirche ohne die Frauen? Richtig: Leer! Insofern ist es schon verwunderlich, das sich das gerne schwachgeredete Geschlecht von den geweihten Ämtern fernhalten lässt. Eine Priesterin ... ? Nun ja, gibt es in vielen Religionen. Unwahrscheinlich, dass die katholische daran zugrunde gehen würde. Dass man die Frauen in der Lesung bislang netterweise einband und das "Brüder", welches vor allem dem Paulus so ausschließend über die Lippen kam in "Schwestern und Brüder" ummünzte, es wird sukzessive immer öfter vergessen, vor allem von den Berufenen. "Das hat schon ein G'schmäckle" würde der Schwabe sagen. Frauen also zunehmend zurück in die Unwürdigkeit und praktisch nur für niedere Dienste, wie Kirchenputzen, weil Jesus eindeutig Mann und Gott sowieso. Sogar DER Heilige Geist, also nirgends Frau. Wenn du als Frau in der Kirche was werden willst, dann höchstens als Maria, aber der Job ist ja schon weg. Wie sieht es nun aus, wenn ein ehebrüchlich gezeugtes Kind Priester werden möchte? Natürlich kein Problem, wenn es ein Knabe ist, der ist dann schnell unbefleckt. Und muss ein priesterlich gezeugtes Kind überhaupt zum Priester geweiht werden? Erfüllt es den Tatbestand der Sünde, wenn ein katholischer Priester ein Kind zeugt und nicht zu ihm steht? Vermutlich nicht, denn die alleinige Schuld daran trägt die sündhafte Frau aufgrund ihrer Verführungskünste. Immerhin wurden auch im Alten Testament nur Frauen bei Ehebruch gesteinigt, als hätten sie das alleine bewerkstelligen können. Man muss den Frauen schon eine enorme Duldsamkeit bestätigen. Dabei wurden sämtliche Priester aus Frauen geboren. Und dann werden sie - treu den Paulinischen Vorstellungen - ignoriert. Brüder, ich sag's euch: Die Welt bleibt männlich, da hilft auch der Artikel nichts.

Die maximale Unfähigkeit

Freilich, wenn einer absolut nicht mehr auf einen Berg kann, weil halt die Kondition oder vielleicht auch die Knochen, eventuell sogar die Gelenke. Ja, dann muss er halt herunten bleiben, denn ohne Konditionsknochengelenke kein Gipfel, sondern höchstens Risiko bis Todumfallen. Da muss man seine Grenzen kennen. Dass es beim Denken auch so ist, das wissen die meisten nicht und wähnen sich im IQ-Himmel, also deutlich über hundert Prozent. Ist auch kein Problem, wenn es beim Denken bleibt. Entsteht ja nur angebranntes Hirnschmalz. Aber wenn so ein Flachhirn versucht seine Denkergüsse praktisch umzusetzen, dann wird es oft maximalschwierig. Denn für das Flachhirn ist das Denkresultat die maximal vorstellbare Hirnleistung und wenn du dann kommst und auch noch mit Kritik, meine Güte! Also kommst du nicht, weil du das schon weißt und das minderbemittelte Denkresultat wird auf Biegen und Brechen verwirklicht. Ich sage dir: da ist eine unvorhergesehene Kostensteigerung das geringste Problem, ist ja nur Geld, aber das Zusammenleben mit dem in Beton oder was sonst gegossenen Flachhirndenkresultat steht wie ein mahnender Fingerzeit jeden Tag vor dir und sagt dir, dass es mit der Menschheit wieder ein Stück abwärts gegangen ist. Aber leider erkennst das nur du. Und du steigst so lange du kannst auf Berge, damit du zumindest einige Stunden Distanz bekommst.

Ja, so muss Leben

Die Jugend jagt Pokemon in einer virtuellen Welt. Scheinbar missbräuchlich irren displaystarrende menschenähnliche Wesen durch die reale Welt, ohne dies zur Kenntnis zu nehmen um irgendwelche Digitalwesen zur Strecke zu bringen. Einzig positiver Aspekt: Die Pokemonjäger kommen aus ihren Digitalhöhlen heraus, bemerken das aber gar nicht, weil ihr Aufmerksamkeitsradius das Handydisplay nicht verlässt. Was kommt als nächstes? Ein virtuelles Oktoberfest, auf dem man Masskrüge klicken muss.? Oder vielleicht ein virtueller Kotzbalken. Wer weiß das schon, was sich das nächste kranke Hirn ausdenkt. Wir werden es sicher erfahren. Aber zunächst geht es mal um maximal wichtige Pokemon. 

Wunderschön:

Gottesdienst des Holzbaumvereins mit Xanxmanna

Auf dem Grillbüchl steht eine Kapelle, die steht da schon sehr lang, also zumindest dreiviertel so lang wie meine Erinnerung und weil es rund um die Kapelle herum nicht nur bewaldet, sondern wunderschön ist, hat der Holbaumverein einen Gottesdienst ineinandergerichtet. Da kam sogar extra ein auswärtiger Seelsorger, der aber früher einmal ein Inwändiger war und da habe ich mir wieder mal gedacht, warum den meisten Seelsorgern die Haar nicht auf dem Kopf bleiben, sondern die Stirn weit in Richtung Nacken reicht. Scheinbar sind Haare ab Priesterweihe nicht mehr auf fruchtbarem Boden. Trotzdem hat er sehr schön vorgebetet und die Leute haben wirklich schön nachgebetet und die Xanxmanna haben die Holzmannamesse so ergreifend gesungen, dass sogar Lob kam und sogar aus Ausland, was jetzt nicht wirklich weit weg ist. Freilich: Auch das Wetter. Man muss es schon loben. Aber vielleicht auch nur Wiedergutmachung für die vorangegangene Nacht, wo wieder mal ein Jahrhundertereignis über unser Heimatland hereingebrochen ist. Wenn so ein Jahrhundertunwetter wirklich nur alle hundert Jahre kommt, dann bin ich heuer schon um mindestens dreihundert Jahre gealtert. Deshalb zwickt es auch schon öfter mal im Kreuz und sonstwo. Kommt von dem verdammten Poweraging. Aber auf den Grillbüchl, da hat nix gezwickt, da war es wirklich sehr schön. Ich bin fast gewillt es Naturerfürchtigkeit zu nennen. Wenn schön auf schön prallt und beides sich zu einem Größeren vereint.

Feiawer

Bayern ohne Feiawer ... undenkbar, schon allein die vielen Feste ... immer Feiawer aktiv. Stell dir vor, du sabberst über den finalen und vermutlich sechsten Masskrug zu deinem Vis á Vis hinüber, der dich eventuell zum Auto schleppt, weil relativ nüchtern. Denn bei so einem Fest muss Feiawer heim fahren können. Andererseits gibt es bei Zeltfesten jede Menge Bier, das Feiawer trinken muss. Dass manchmal Feiawer speiben muss, liegt in der Natur der Sache, das muss dann Feiawer wieder wegputzen. Am Montag dann soll Feiawer wieder arbeiten können, sonst wird Feiawer grantig und droht mit Entlassung, weil Feiawer anderer die Arbeit machen möchte. Allerdings blau machen kann Feiawer.

Wieder der ganz normale Wahnsinn

Ach war das schön. Gefühlte 80% der Nachrichten stilisierten alle möglichen Unwichtigkeiten rund um das runde Leder zu Weltnachrichten hoch. Auf einmal war der Brexit nicht mehr wichtig und der IS musste pausieren, keine Terrormeldungen und nicht einmal der russische Zar schaffte es in die Topthemen.
Ja Deutschland wurde nicht Europameister und dem Ronaldo vergönnen es die wenigsten, dabei schreit er höchsten ein bisschen lauter als der Müller. Ausgeträumt, Ende der Berichterstattung. Nun werden uns täglich wieder die üblichen Themen vorgesetzt, der ganz normale Wahnsinn, auf den wir vier Wochen lang wohltuend verzichteten. Denn mal ehrlich, was interessiert den Durchschnittshinterfotzinger ob die Ausgangssperre in Krachbumistan eingehalten wurde und dass die Terrormiliz XY die Stadt Tschawumm an die Regierungstrottel verloren hat. Das sind doch alles Informationen, die für den Einzelnen nicht mal eine nachrangige Bedeutung haben.

 

Freilich, mann kann dann den Grund für die extrem gestiegenen Rüstungsexporte leichter begründen. Da leisten wir echt ausgezeichnete Hilfe. Obwohl niemals bei erschossenen Terroristen ein deutsches Sturmgewehr liegt, ausschließlich Kalaschnikow. Ich glaube fast, die werden vor dem Foto geflissentlich ausgetauscht. Immerhin Russland! Sehr böse! Und dann suggeriert so eine Kalaschnikow schon, dass die Russen für das Morden in der Welt unheimlich verantwortlich sind und von der Krim bis hinein ins Polarmeer getrieben werden müssen. Ich muss zwar leider bekennen, dass ich keinen einzigen Russen persönlich kenne, jetzt mal abgesehen von den Russlanddeutschen, aber dass die Russen böse sind, das lernte ich schon als Kind und beim Barras kam der Feind immer aus dem Osten und leider immer in den frühen Morgenstunden. Dabei steht der Durchschnittsrusse in den frühen Morgenstunden garantiert noch unter Wodka und das ist eine schlechte Voraussetzung für einen Sturm auf Deutschland. Aber wenn ich das damals einem Vorgesetzten gesagt hätte, wäre es nur in einer weiteren Repressalie gemündet. Außerdem war es eh Wurst, ob der Russe in den frühen Morgenstunden nicht kam oder am Nachmittag nicht kam.

 

Der gefährliche Russe wurde uns schon unheimlich nachhaltig eingetrichtert und dann auch noch Kommunismus, dabei ist es der Kapitalismus, der Natur und Mensch mit allesverachtender Gier ausbeutet. Aber den sieht man nie als Extremmonster in den Nachrichten, sondern höchstens militante Umweltaktivisten, die wieder mal unverständlicherweise ihr schäbiges bisschen Heimat verteidigen wollen. Und seit ein paar Jahren wurde der islamische Terror zum allgemein gültigen Feindbild aufgebaut. Der Vorrat an Selbstmordattentäter scheint größer als die atomare Zerstörungskraft der USA. Dabei fliegt sich ja so ein wandelndes Sprengstoffpaket zunächst mal selbst um die Ohren und das vor allem, weil es ihn nach Jungfrauen verlangt. Und dass das so funktioniert, braucht ein Selbstmordattentäter auch eine ständige Falschinformatiosberieselung. Der Westen ist schuld! Der Westen ist schuld! Der Westen ist schuld ... dass du keine Arbeit hast. Gut, das würde ich auch so sehen. Aber der Westen kam nicht in den frühen Morgenstunden, der kam heimlich und hatte sein Geld dabei und vor allem Waffen, viele viele Waffen. Da konnte dann der Russe natürlich auch nicht blöd dastehen und kam mit ein paar Kalaschnikows, was er halt so entbehren konnte, weil für die Krim musste es dann doch noch reichen.

 

Der Brexit ist jetzt auch wieder da und sehr massiv und auch der VW-Skandal und all die extrem wichtigen Themen, mit denen man uns maximal Angst einjagen kann. Und wir konsumieren, was uns vorgesetzt wird. Wie in einer Werkskantine lassen wir uns alle den gleichen Fraß vorsetzen. Haben wir wirklich die gleichen Interessen? Wie wäre es denn, wenn wir uns die Nachrichten selber zusammenstellen könnten? Aus einer Auswahlliste mit Themen abonnieren wir genau das, was wir sehen wollen. Negative Nachrichten: nein, Kriegsmeldungen außerhalb Europa: nein, Brexit: nein, Sportereignisse: ja, Weltrekorde: ja, Börsenmeldungen: nein, Royals: ja und so weiter. Das wäre es doch. Und man stelle sich die Meinungsvielfalt vor, die daraus resultieren würde und um wie viel besser die Welt für jeden einzelnen ausschauen könnte. Aber das wollen die nicht, die für unsere Feindbilder zuständig sind. Aber vielleicht könnte man zumindest jedes Quartal eine Fußballeuropa- oder -weltmeisterschaft veranstalten, denn dann ist die Welt gleich viel schöner und viel besser aufgelegt und die Feindbildmacher sollten dann viel mehr Urlaub machen, viel reisen und mal nachschauen, ob der Russe wirklich so ein boshaftes Monster ist oder eventuell ziemlich viel Angst hat, was der Kapitalismus aus seinem Land macht, wenn er es in die Finger kriegt.

Der Geschichtenerzähler

Es war einmal ein kleiner Zwerg, also ein wirklich kleiner Zwerg. Er wohnte in einem großen Haus aus Stein, viel zu groß für ihn, aber das störte ihn nicht, er kam sogar sehr gut mit dem großen Haus zurecht, denn seine Arbeitsstelle war ein noch viel größeres Haus, ein riesengroßes leeres Haus. Wenn er in dem riesengroßen Haus war, dann bestand seine Aufgabe darin Geschichten zu erzählen und den Menschen Mut zu machen, aber wie macht man Mut? Er wusste es nicht und deshalb erzählte er jede Woche eine neue Geschichte von einem großen Mann, der vor vielen hundert Jahren gelebt hatte und den Menschen viele Geschichten erzählt hatte, schöne Geschichten aber auch gefährliche Geschichten, bei denen er seinen Zuhörern den Spiegel vorgehalten hatte. Der wirklich kleine Zwerg dachte sich, dass diese Geschichten den Menschen immer noch gefallen müssten und damit hätte er sogar recht gehabt, aber er erzählte nicht diese Geschichten, sondern erzählte von dem Geschichtenerzähler und wie hervorragend dieser seine Geschichten erzählen konnte. Und weil die Menschen immer weniger zuhörten, beschrieb er den Geschichtenerzähler in immer verklärteren Farben. Es ging immer weniger um die Geschichten und immer mehr um den Geschichtenerzähler und das ist so, als würdest du über einen großen Musiker erzählen ohne dass die Zuhörer jemals seine Musik gehört hätten. Du kannst Musik nicht mit Worten beschreiben, man muss sie hören. Er beschrieb den Geschichtenerzähler mit Eigenschaften, über die der Geschichtenerzähler vermutlich sehr erstaunt gewesen wäre. Er hat diese Eigenschaften nicht erfunden, sie entsprangen den düsteren Zeiten lange vor seiner Existenz. Die Zuhörer mochten das nicht.  So wurde der sehr kleine Zwerg immer einsamer in dem riesengroßen Haus, weil seine Geschichten immer verklärter und entrückter wurden und die Zuhörer nichts mehr mit ihnen anfangen konnten und schließlich nach und nach nicht mehr in das riesengroße Haus gingen, wenn sie wussten, dass der sehr kleine Zwerg Dienst tat. Aber der sehr kleine Zwerg blieb beharrlich, das konnte er, denn seinen Lohn bekam er so pünktlich wie das Amen in der Kirche und ungeachtet des Werts seiner Geschichten. Niemand weiß, ob der sehr kleine Zwerg noch im riesengroßen Haus liest, denn die Menschen gewöhnten sich an, nicht mehr in das riesengroße Haus zu gehen und sie merkten, dass es ihnen besser ging, wenn sie die Geschichten des sehr kleinen Zwergs nicht hörten. Das war eigentlich sehr traurig, denn die Menschen brauchen Geschichten. Deshalb sind Geschichtenerzähler sehr wichtig für die Menschen. Geschichten berühren das Herz und die Seele. Geschichten können Menschen auf eine wunderbare Reise entführen. Aber dazu müssen Geschichten gut sein. Gute Geschichten sehr gut erzählt, wer könnte da widerstehen?!

Britengürtellochzange

Nein, die Briten … ts ts ts und dann nix mit Verantwortung, sondern Haupteuropagegner futsch in Verantwortungslosigkeit und der Rest mit gefühlten hundert Prozent ist fassungslos und austrittsunwillig. Ja, vielleicht war es eh nur ein Pokerspiel um noch mehr Rabatt aber da muss man halt auch das passende Blatt haben und nicht so manipuliertes Bürgertum, dem man schnell mal was einreden kann. Und nun: Brexit mit allen Konsequenzen und keine Zugeständnisse ohne Vorteil, Vorteil für Europa natürlich. Ja ja, so schnell kehren sich Verhältnisse ins Gegenteil. Könnte schon sein, dass der britische Gürtel eine Lochzange braucht, aber man darf die Lobbyisten nicht vergessen, die Heerscharen von Kapitalismussöldnern, die den Europaabgeordneten gratis eine Meinung andrehen, selten zu unserem Vorteil, aber so ist freie Marktwirtschaft: wer Geld hat, schafft an. Früher, da hatten wir ja mal soziale Marktwirtschaft, aber da war auch noch Ost : West und da musste man schon dafür sorgen, dass West viel besser. Dann war die Mauer auf einmal weg, die gefürchtete, tödliche Mauer. Heute werden die Mauerreste geschützt. Das hätte man zu DDR-Zeiten mal einem Ossi prophezeien sollen. Ja, das war auch eine verrückte Zeit,
Kommunismusexperiment. Er ist ja heutzutage ziemlich aus der Mode gekommen, aber der Gedanke, dass Kapital dem gesamten Volk gehören sollte gewinnt heute wieder an Attraktivität, wo man eigentlich schon von der Diktatur des Geldes reden kann. Von daher ist es schon gut, dass der Draghi beidhändig und immer fleißiger an der Inflation arbeitet. Man darf auch echt gespannt sein, was mit dem lieben Geld passiert, wenn die Flutung Wirkung zeigt. Mei, wir werden uns auch an die nächste Währung gewöhnen, denn was ist Geld schon. Es regiert halt die Welt, aber essen kann man es nicht und die Luft macht es auch nicht sauber und schont den Regenwald nicht und auch nicht die Weltmeere. Eigentlich ist Geld für die Umwelt ziemlich schädlich, deshalb sollte es wirklich mal mit Vernichtung bestraft werden. Aber ob das nächste Geld besser wird …. ? Hoffentlich, denn so ein umweltzerstörerisches und korruptes Geld wie zurzeit hatten wir noch nie.  

Wahl

Was zu glauben uns alles zugemutet wird

Die meisten Laternenmasten sind bescheuert und eine Partei, die eigentlich vier Jahre Zeit gehabt hätte, ihre Ziele umzusetzen hat plötzlich lauter Wohltaten im Sinn. Eine Anfrage beim Oberhaubentaucher der bescheuerten Partei, welche Antworten er denn auf die wirklich wichtigen Fragen habe, wurde mit einer Standard-Phrasen-PDF beantwortet. Die Amerikanisierung des Wahlkampfs ist im vollen Gange. Hirn bitte erst wieder nach der Wahl gebrauchen! Wahlaufklärung für die Wahlhelfer. Warum keine Wähleraufklärung oder zumindest Verbot von Wählerverdummung. Die Demokratie wird von ihren gewählten Repräsentanten zerstört. Es könnte einem das Kotzen kommen, wenn man die Alternativen betrachtet. Pest oder Cholera. Die üblichen und mit Sicherheit unhaltbaren Wohltatsversprechen zur Beeinflussung der Unentschlossenen, also faktisch uninformierten und Wahluntauglichen. Stimmvieh eintreiben. Es könnte einem die Lust an der Demokratie vergehen, wenn man sieht, wie realitätsfern es vor Wahlen zugeht. Und dann gibt es auch noch lokale Parteilautsprecher, die alles um der Partei willen mit eingebautem Passivverstärker in den Wahlkreis plärren. Wie miserabel müssen alle anderen Staatsformen sein, dass sich diese Scheindemokratie immer noch als die beste behaupten kann.